Plüderhausen

Schlossgartenschule Plüderhausen wird wohl reines Kinderhaus

Schlossgartenschule
Der Charme des Gebäudes soll auch nach dem Umbau erhalten bleiben. © Mathias Ellwanger

Die Zeit ist knapp. Nur noch wenige Wochen bleiben der Gemeinde, um einen Förderantrag für den Umbau der Schlossgartenschule in ein Kinderhaus einzureichen. Die Plüderhäuser Verwaltung hofft auf Mittel aus dem Ausgleichsstock des Landes, der finanzschwache Kommunen bei der Erfüllung ihrer Pflichtaufgaben unterstützt. Eine solche ist der Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes in eine Kindertagesstätte allemal. Bekanntlich übersteigt die Nachfrage in Plüderhausen das Angebot an Kitaplätzen. Und ein Kinderhaus in der Ortsmitte könnte hier Abhilfe schaffen.

Bis Ende Januar muss der Plan stehen

Im Gemeinderat gab es zuletzt viel Lob für die Arbeit von Rainer Nitschke und seinem Architektenbüro N2, das die Planungen übernommen hat. „Herr Nitschke zieht das in einem Wahnsinnstempo durch, es geht stetig voran“, sagte Bürgermeister Benjamin Treiber. Was auch notwendig sei, denn der Antrag muss bis Ende Januar eingereicht sein, „sonst verlieren wir ein ganzes Jahr“. Mitarbeiter der Verwaltung, namentlich Bauamtsleiter Ludwig Kern, Sachgebietsleiter Kindergärten Pascal Schill sowie Andreas Fichtner vom Hochbauamt, „legen sich deshalb auch mächtig ins Zeug“.

Wie Architekt Nitschke bereits im Technischen Ausschuss im Dezember berichtete, waren die bisherigen Ergebnisse „erfreulich und überraschend. Wir haben ein Gebäude vorgefunden, das relativ gut passt“. Es sei eine Reihe von Umbaumaßnahmen notwendig, vor allem die Räume müssten neu aufgeteilt und zusätzliche Toiletten geschaffen werden, aber „wir können das Gebäude optimal nutzen“. Platz für eine Erweiterung sei dann aber keiner mehr vorhanden.

Drei statt neun Monate Zeit für die Planung

Ende Januar will das Büro eine erste Kostenberechnung vorlegen. „Normalerweise benötigen wir für diese Planung ein halbes bis dreiviertel Jahr, jetzt haben wir drei Monate Zeit.“ Auch über die Feiertage wurde deshalb durchgearbeitet.

Skeptisch äußerte sich Nitschke indes hinsichtlich der von Teilen des Gemeinderats gewünschten öffentlichen Mehrfachnutzung des Gebäudes, etwa für Vereine. Dafür sei lediglich ein Raum im Obergeschoss verfügbar, den der Waldkindergarten als Schlechtwetter-Refugium nutzt. Das Büro rechnet bei einem Umbau mit zusätzlichen Kosten von circa 130 000 Euro.

SPD-Rat Kelemen leidet, aber "die Würfel sind gefallen"

„Ich leide“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Harald Kelemen, denn „Sie kennen meine persönliche Auffassung. Ich hätte mir eine öffentliche Nachnutzung gewünscht“. Er leide auch, weil „diese supertollen hohen Räume jetzt kleingliedrig organisiert werden müssen“. Kelemen sagte, er kenne jedes Zimmer und es tue ihm weh, „wenn sie da die Wände zerschneiden“. Er betonte zugleich, dass die SPD jetzt „nicht der Stauchmichel“ sein und das Projekt in seinem Lauf ständig torpedieren wolle. „Alea iacta est, die Würfel sind gefallen. Jetzt gibt es ein Kinderhaus.“ Seine Fraktion wolle, „dass das, was der Gemeinderat beschlossen hat, auch ordentlich umgesetzt und ein komplettes Kinderhaus wird“.

CDU-Rat Andreas Theinert bezeichnete die Vorplanung des Architekturbüros hingegen als „sehr gelungene, praktische und so wie es aussieht auch günstige Lösung“ und lobte Nitschkes Team für das „Affentempo“, in dem ihre Arbeit voranschreitet.

Architekt hält Dämmung des Gebäudes nicht für sinnvoll

Silvan Vollmar (FW-FD) fragte nach, was konkret in das Gebäude eingebaut werde, und ob eine energetische Sanierung vorgesehen ist. Letzteres sah Nitschke skeptisch: „Meine Einstellung ist, dass alte Gebäude nicht gedämmt werden sollten. Die müssen atmen.“ Eine Dämmung wäre aus seiner Sicht negativ für das Gebäude. Auch von den Fenstern würde er vorerst die Finger lassen. „Das sind Spezialanfertigungen und die Preise sehr hoch.“ Rund 3500 Euro würden pro Fenster anfallen. Außerdem müsste dann auch ein Sonnenschutz kommen. „Momentan würde sich das nicht lohnen, wenn die Fenster drinbleiben.“

Originalcharakter des Gebäudes bewahren

Auch das Mauerwerk würde er „nicht groß anfassen“, da gebe es nach bisherigem Kenntnisstand kaum Schäden. Beim Dachstuhl hingegen müsse hingegen wahrscheinlich etwas getan werden.

Grundsätzlich wolle man bei dem Umbau den Charme des Gebäudes bewahren, betonte Nitschke. Zumal es habe leiden müssen, „weil man es in Siebzigern saniert hat mit Sachen, die da nicht reinpassen“. Treppen, Flure und Türen seien aber „sehr schön“. Grundsätzlich wolle man versuchen, den „Originalcharakter“ des Gebäudes wieder herzustellen.

Treiber: Nicht alles, was wünschenswert ist, wird auch möglich sein

Bürgermeister Benjamin Treiber dämpfte mit Blick auf die prekäre Finanzlage der Gemeinde die Erwartungen an das, was in dem Gebäude an Sanierungen möglich ist. „Wir gehen davon aus, dass nicht alles finanzierbar ist, was auch wünschenswert ist.“ Noch in diesem Monat müsse das Gremium darüber entscheiden, was über das hinaus, was nötig ist, konkret in der Schlossgartenschule verändert wird.

Definitiv werden die ersten beiden Klassen zum kommenden Schuljahr an die Hohbergschule umziehen. Dann könnte der Umbau in diesem Sommer bereits beginnen.

Der Beschluss, die Planungen bis dahin weiterzuentwickeln, fiel einstimmig aus.

Die Zeit ist knapp. Nur noch wenige Wochen bleiben der Gemeinde, um einen Förderantrag für den Umbau der Schlossgartenschule in ein Kinderhaus einzureichen. Die Plüderhäuser Verwaltung hofft auf Mittel aus dem Ausgleichsstock des Landes, der finanzschwache Kommunen bei der Erfüllung ihrer Pflichtaufgaben unterstützt. Eine solche ist der Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes in eine Kindertagesstätte allemal. Bekanntlich übersteigt die Nachfrage in Plüderhausen das Angebot an Kitaplätzen. Und

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