Plüderhausen

Staufenhalle, Rathaus, Kindergärten: Benötigt Plüderhausen einen Fahrplan für die Sanierung seiner Gebäude?

Rathaus
Auch das Rathaus soll energetisch untersucht werden. © ALEXANDRA PALMIZI

Die Gemeinde Plüderhausen will sich mehr Klarheit verschaffen über den Zustand von Schulen, Kindergärten oder der Staufenhalle. Insgesamt zwölf kommunale Nicht-Wohngebäude könnten demnächst von der Fachfirma Enfoma einen Sanierungsfahrplan erhalten. Während die Verwaltung die Gebäudeüberprüfung gerne in Auftrag gegeben hätte, erbat sich der Technische Ausschuss jetzt noch etwas Beratungszeit.

Worum ginge es bei einer solchen Überprüfung? Sven Marklewitz von der Firma Enfoma, die sich auf die kommunale Energieberatung spezialisiert hat, stellte deren Geschäftsmodell sowie sein auf Plüderhausen zugeschnittenes Angebot dem Gremium vor. Die Beratungsfirma würde vor Ort die Gebäude ganzheitlich untersuchen, ihre CO2-Bilanz überprüfen und im Anschluss definieren, welche technischen Möglichkeiten es gibt, wo Energiefresser vorhanden sind und wie hoch die Kosten möglicher Maßnahmen ausfallen.

192 000 Euro würde die Beratung kosten 

Ein 120 bis 180 Seiten starker Fahrplan würde der Gemeinde einen Überblick über den Zustand seiner Gebäude, und damit eine Entscheidungsgrundlage geben, wo und wie Sanierungen notwendig oder empfohlen sind. Der Bericht würde schließlich auch darüber informieren, welche Fördermöglichkeiten es für die Kommune dann gibt. Das soll zum einen dabei helfen, die Klimabilanz zu verbessern, zum anderen würde es mittelfristig den kommunalen Haushalt finanziell entlasten. Drei bis vier Monate würde die Erstellung voraussichtlich in Anspruch nehmen. „Danach kann man mit dem Sanierungsfahrplan dann mehrere Jahre arbeiten“, versprach Marklewitz.

Enfom legte ein Angebot vor für die Hohbergsporthalle, die Gebäude B, C und D an der Hohbergschule, die Staufenhalle, die Kindergärten Schulstraße, Schlossweg und Stockwiesen, den ehemaligen Kindergarten Schlossgarten, das Rathaus sowie das Bürgerhaus in Walkersbach für eine Gesamtsumme von 192 000 Euro.

Kosten für Sanierungen könnten mit Beratung verrechnet werden

Die Kosten für diese Beratung würden zum überwiegenden Teil finanziert über ein Programm des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), mit dem eine 80-prozentige Förderung verbunden ist. Der Eigenanteil von Plüderhausen läge dann bei knapp 40 000 Euro. Enfoma bietet jedoch die Möglichkeit, über eine „CO2-Initiative“ auch diesen Betrag zurückzuerstatten.

Und das funktioniert so: Entschließt sich die Gemeinde im Anschluss dazu, an mindestens fünf Gebäuden energetische Maßnahmen durchzuführen – das gilt auch für Gebäude, die gar nicht im Sanierungsfahrplan aufgeführt sind – zahlt die Firma alle Rechnungen bis zur Höhe des erbrachten Eigenanteils. „Die Beratung wäre für Sie dann kostenneutral“, sagte Marklewitz dem Technischen Ausschuss.

Bürgermeister Andreas Schaffer empfahl dem Gremium den Sanierungsfahrplan als „umfassendes Gesamtkonzept, das wir sehr günstig bekommen.“

Als „fast zu schön, um wahr zu sein“, bezeichnete Klaus Harald Kelemen (SPD) das Angebot von Enfoma. „Ich bin dafür, das zu untersuchen. Wofür wir Geld ausgeben, haben wir ja später selbst in der Hand.“ Er fragte sich jedoch, weshalb der Bauhof in der Aufstellung nicht mitberücksichtig wurde. Das sei noch eine offene Baustelle, antwortete Bürgermeister Schaffer. „Hier muss erst noch über den künftigen Standort entschieden werden.“

Gremium sieht Konzept der Beratungsfirma teils sehr kritisch

Silvan Vollmar (FW-FD) sagte, er finde es gut und löblich, dass die Gemeinde in die Zukunft denke. Dass ein Angebot von 192 000 Euro ohne Ausschreibung vergeben werden soll, bereite ihm jedoch Bauchschmerzen. Außerdem würde er vor einer Entscheidung zunächst gerne einen Musterfahrplan sehen. „Was mich außerdem irritiert, ist, dass bei allen Gebäuden der Höchstsatz berechnet wird.“ Kritisch sah er auch, dass kein örtliches Büro, sondern eine Firma aus dem bayerischen Wertingen den Zuschlag erhalten soll. „Ich hätte gerne eine Vergleichbarkeit von mindestens zwei Angeboten.“ Er habe schon zu viele Konzepte gesehen, die auf den ersten Blick zwar schön, aber in der Praxis nur etwas für die Schublade seien. Vollmar fragte sich außerdem, weshalb die Schlossgartenschule nicht berücksichtigt wurde. Auch hier, so Schaffer, wird die Verwaltung das Thema separat angehen, da zunächst noch eine Standortentscheidung für die Grundschule getroffen werden müsse. In der Diskussion ist ein Umzug ans Hohberg-Schulzentrum.

Auch Peik Reitler (FW-FD) sah das Angebot kritisch und fragte sich: „Wieso können wir nicht erst die Dinge machen, von denen wir wissen, dass sie notwendig sind, anstatt ein Konzept zu bekommen, dem wir dann Jahre hinterherrennen?“ Außerdem wäre es aus seiner Sicht interessant, den Bauhof, das Feuerwehrhaus und die Schlossgartenschule mitzuuntersuchen. Zum Areal zwischen Rathaus und Schule sagte er: „Wir haben hier ein Eisen im Feuer, das wir nicht schmieden.“

Bürgermeister Schaffer sagte, aus seiner Sicht könne man das Feuerwehrhaus noch mituntersuchen, müsse die Schlossgartenschule aber aus den genannten Gründen separat beraten. Und er verteidigte das Konzept, denn „dadurch können wir einen Gesamtüberblick bekommen, um zu schauen, wo man rechtzeitig eingreifen kann.“ Er betonte, „dass wir das Konzept am Ende umsonst bekommen, wenn wir etwas umsetzen.“ Aus Kostengründen habe man solche Untersuchungen bislang gescheut.

Auch Markus Proschka (CDU) würde gerne zunächst ein Muster-Sanierungskonzept begutachten. Seine Fraktion müsse erst noch beraten und könne über das Angebot noch nicht abstimmen. Aus seiner Sicht mache es aber nur Sinn, Gebäude in den Blick zu nehmen, bei denen die Gemeinde demnächst zum Handeln gezwungen ist.

Sven Marklewitz verteidigte das Konzept seiner Firma, indem er noch einmal daran erinnerte: „Die 20 Prozent kriegen Sie ansonsten nicht zurück, das Angebot kann Ihnen niemand außer wir machen.“

Untersuchung könnte Richtschnur für den Haushalt sein

Klaus Harald Kelemen sprang Marklewitz zur Seite und warnte: „Wir laufen Gefahr, eine gute Idee zu zerreden.“ Er fände es gut, diese Grunduntersuchung jetzt zu machen. „Dann könnte das eine Richtschnur sein für den nächsten Haushalt.“ Politisch entscheide das Gremium ja immer noch selbst. Und „wenn es so ist wie hier dargestellt, dann spart uns das am Ende viel Geld.“

In Anbetracht der großen Skepsis und des offensichtlich noch vorhandenen Beratungsbedarfs im Gremium verzichtete Bürgermeister Schaffer auf eine Abstimmung. Stattdessen widmete er den Tagesordnungspunkt zu einer Einbringung um.

Marklewitz versprach, dem Ausschuss und der Verwaltung einen Mustersanierungsfahrplan zukommen zu lassen. Im Januar oder Februar soll dann endgültig entschieden werden, ob die Gemeinde ein Konzept in Auftrag gibt oder nicht.

Die Gemeinde Plüderhausen will sich mehr Klarheit verschaffen über den Zustand von Schulen, Kindergärten oder der Staufenhalle. Insgesamt zwölf kommunale Nicht-Wohngebäude könnten demnächst von der Fachfirma Enfoma einen Sanierungsfahrplan erhalten. Während die Verwaltung die Gebäudeüberprüfung gerne in Auftrag gegeben hätte, erbat sich der Technische Ausschuss jetzt noch etwas Beratungszeit.

Worum ginge es bei einer solchen Überprüfung? Sven Marklewitz von der Firma Enfoma, die sich

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