Plüderhausen

Vasen und Schmuck aus dem Drucker: Zwei 17-jährige Plüderhäuser haben ein Start-up gegründet

Start Up 3D Drucker
Luis Grau und Noah Mann in ihren Geschäftsräumen im großelterlichen Haus. Die Vasen in der Bildmitte haben sie mit einem 3-D-Drucker hergestellt. © Benjamin Büttner

Viel Dekoration ist in den Geschäftsräumen von Noah Mann und Luis Grau nicht zu sehen. Dafür stechen die bunten Vasen, Würfel und der Osterschmuck umso mehr heraus. Es handelt sich dabei nicht um eine willkürliche Ansammlung – die Deko-Artikel haben die zwei 17-jährigen Plüderhäuser mit einem 3-D-Drucker hergestellt. Denn: Die Schüler haben in der Corona-Zeit ein Start-up gegründet.

Während 3-D-Drucker für viele Menschen noch eine Zukunftstechnologie sind, kennen sich Luis Grau und Noah Mann bestens mit der Materie aus. Sie kaufen kaputte 3-D-Drucker bei Herstellern auf, reparieren sie und verkaufen sie dann weiter. „Sonst würden sie weggeschmissen werden“, weiß Luis Grau. „Wir hatten noch keinen Drucker, den wir nicht reparieren konnten.“ Dabei sei er eigentlich eher fürs Kaufmännische zuständig, während Noah Mann der Techniker unter den beiden ist.

Vom Hobby zum Nebenjob

„Ich habe vor zweieinhalb Jahren damit angefangen“, erzählt Noah Mann. Mit dem Thema in Berührung kam er auf seinem Gymnasium in Lorch, durch Corona hatte er dann mehr Zeit und Gelegenheit, sich auch zu Hause mit dem Thema 3-D-Druck zu beschäftigen. Vor eineinhalb Jahren kam dann Luis Grau dazu, der sich auch mit Herstellern von 3-D-Druckern in Verbindung setzte und deren Texte von Englisch ins Deutsche übersetzte.

Inzwischen sind die beiden Geschäftspartner, belegen mit ihrem Start-up zwei Räume im Haus der Großeltern von einem der Jugendlichen und konnten laut Luis Grau ein gutes Netzwerk an Kontakten aufbauen. Auch lokale Firmen sprachen sie schon für eine Zusammenarbeit an. Neben der Schule, die momentan viel Zeit erfordert, da beide sich aufs Abitur zubewegen, reparieren sie in der Woche etwa zwei bis drei Drucker. Außerdem verkaufen sie inzwischen auch Zubehör für die Geräte.

Von 150 bis 1000 Euro

„Es gibt eine große Nachfrage“, sagt Luis Grau. „Man merkt auch, dass es immer mehr kommt.“ Die Bandbreite der Kundschaft sei groß. „Wir haben schon 3-D-Drucker für zehnjährige Kinder verkauft, die das gut hinkriegen, aber auch an 60-Jährige“, so Grau. Die Frage nach der Preisspanne der Geräte beantwortet Noah Mann: „Los geht es bei 150 Euro“, sagt er. „Für den Privatgebrauch geht es hoch bis 1000 Euro, für den geschäftlichen praktisch ins Unendliche.“ Der teuerste Drucker, den die Plüderhäuser bis jetzt verkauft haben, hat 850 Euro gekostet.

Trotzdem: Bei manchen Menschen sei die Skepsis auch noch groß, sie können sich noch nicht viel unter der Technik vorstellen. Deshalb wollen Luis Grau und Noah Mann in den Sommerferien Kurse über 3-D-Drucker für Anfänger geben. „Dann können die Leute sich das erst mal anschauen“, so Grau.

3D-Drucker: Nicht nur für Profis

Auch über die Volkshochschule wollen sie ein ähnliches Angebot bieten, waren aber für das neue Programm zu spät dran. „Das Klischee ist, dass 3-D-Drucker ganz komplex sind und nur Profis damit zurechtkommen“, sagt Luis Grau. Das sei aber gar nicht der Fall.

„Der Plan ist schon, das langfristig weiterzuführen“, sagt Luis Grau. Je nachdem, wie die Schule es erlaube. Nach dem Abi wollen sowohl er als auch Noah Mann erst einmal studieren, könnten sich aber beide gut vorstellen, das Start-up weiterzuführen. „Wenn es gut läuft, hätte ich nichts dagegen, das hauptberuflich zu machen“, sagt Luis Grau. „Das klappt gut mit uns beiden und macht Spaß.“

Stolz auf sich

Von dem jungen Unternehmen profitiert auch der neue Bürgermeister der Gemeinde, Benjamin Treiber. „Wir haben aus zuverlässiger Quelle erfahren, dass er für sein Rednerpult noch ein Plüderhausen-Wappen braucht“, erzählt Luis Grau. Sie haben ihm also eines ausgedruckt, ein Freund soll es noch bemalen.

„Für unser Alter bin ich stolz auf uns“, sagt Luis Grau. Auch das Feedback, das die beiden bekommen, sei schön. Teilweise sei die Arbeit neben der Schule stressig, mache aber Spaß. Bald soll das Unternehmen auch eine eigene Website bekommen. Bis dahin sind die beiden unter LuNo3D@gmx.de per E-Mail zu erreichen.

Viel Dekoration ist in den Geschäftsräumen von Noah Mann und Luis Grau nicht zu sehen. Dafür stechen die bunten Vasen, Würfel und der Osterschmuck umso mehr heraus. Es handelt sich dabei nicht um eine willkürliche Ansammlung – die Deko-Artikel haben die zwei 17-jährigen Plüderhäuser mit einem 3-D-Drucker hergestellt. Denn: Die Schüler haben in der Corona-Zeit ein Start-up gegründet.

Während 3-D-Drucker für viele Menschen noch eine Zukunftstechnologie sind, kennen sich Luis Grau und

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