Plüderhausen

Wie geht es weiter mit dem ehemaligen Kinderschüle in Plüderhausen?

Schlossgartenschule
Von Sanierung über Unterhalt bis Abriss: Für das ehemalige Kinderschüle gibt es viele Ideen. © Gaby Schneider

Das ehemalige Kinderschüle von Plüderhausen ist seit vielen Jahren in einem bedauernswerten Zustand. So ist das Dach an verschiedenen Stellen undicht, Dachziegel sind porös, die Deckenkonstruktion an verschiedenen Stellen nicht mehr tragfähig – und obendrein hat sich in mehreren Zimmerecken noch Schimmel gebildet. Auch, weil für den Erhalt in den vergangenen Jahren nichts mehr getan worden ist.

Eine komplexe Gemengelage auf dem Schlossgartenareal

„Wir brauchen eine Entscheidung für das Gebäude“, sagte Bauamtsleiter Ludwig Kern im Gemeinderat, „die Nichtentscheidung hat dem Gebäude nicht gutgetan.“ Bürgermeister Benjamin Treiber wies auf die Komplexität des Themas hin, denn „es gibt unterschiedliche Bedarfe, die wir alle mitbedenken müssen“: die Seniorenwerkstatt, die Räumlichkeiten in dem Gebäude hat, das Kinderhaus, das nebenan in der Schlossgartenschule entsteht, oder das Rote Kreuz, das auf dem Gelände eine Garage hat und über den Schulhof Fahrzeuge ausfährt. „Das müssen wir sortieren für eine gemeinsame und gute Lösung für alle Seiten“, so Treiber.

Kelemen: Ein historisches "Gesamtkunstwerk"

„Um dieses Gebäude ringe ich schon viele Jahre“, sagte SPD-Rat Klaus Harald Kelemen, der das Areal um die Schlossgartenschule als historisches „Gesamtkunstwerk“ bezeichnete. Seit Jahren habe seine Fraktion immer wieder Anträge für den Erhalt gestellt, dafür aber nie eine Mehrheit gefunden. Außerdem habe er 700 Unterschriften für den Erhalt gesammelt. Kelemen ist sich sicher: „Wenn wir das Dach dicht bekommen, dann ist das meiste gerettet.“

Andreas Theinert (CDU) bat um eine Ortsbegehung des Gremiums, er wolle das Gebäude selbst in Augenschein nehmen. Und er warf die Idee in den Raum, mit der Volksmission, die zwei Häuser weiter residiert, die Gebäude zu tauschen, was für den Bürgermeister grundsätzlich denkbar wäre, sofern das Gremium dem zustimmt.

Wo bleibt das Ortsentwicklungskonzept?

Ulrich Scheurer (CDU) hielt eine Ortsbegehung ebenfalls für „zwingend notwendig“. Was auf jeden Fall bedacht werden müsste, sei eine gute Unterbringung für die Seniorenwerkstatt. Auch müsse das Rote Kreuz weiter leistungsfähig bleiben.

Erich Wägner (GLU) wies auf Folgendes hin: „Das Gebäude ist auch deshalb in einem schlechten Zustand, weil man über Jahre bewusst nichts gemacht hat, das ist bedauerlich.“ Damit schiebe man ortsbildprägende Gebäude auf die Seite. Was ihn zudem stört? „Dass wir immer noch kein Ortsentwicklungskonzept haben. Wir wursteln vor uns hin, haben so viele Aufgaben und entscheiden an einzelnen Gebäuden.“ Das Thema sei wichtig, so Bürgermeister Treiber, benötige aber Vorbereitung, „und so viel Zeit haben wir nicht mehr für das Gebäude“. Außerdem würde ein Ortsentwicklungskonzept ohnehin nicht so konkret, dass darin einzelne Gebäude thematisiert werden.

Markus Proschka (CDU) sagte, es sei „erschreckend, wie lange wir brauchen, um eine Entscheidung zu treffen“. Für ihn sei das Gebäude indes nicht so schützenswert, um eine große Summe in die Sanierung zu stecken. „Wir sollten das Gebäude daher aufgeben.“

Thomas Schwenger (FW-FD) sprach sich für den Erhalt aus, brachte aber einen Abriss des Anbaus als Vorschlag in die Diskussion. Dadurch hätte das Rote Kreuz auch weiterhin eine Einfahrtsmöglichkeit in ihre Garage über das Areal. „Eine dauerhafte Lösung für das DRK wäre dadurch nicht gefunden“, erwiderte Bürgermeister Treiber. Und am jetzigen Standort in der Gmünder Straße könne es ohnehin nicht weitergehen, denn „der Unterhalt der Gebäude ist sehr teuer“.

„Seelenloser Technokrat“? – „unlauterer Populismus“!

Silvan Vollmar (FW-FD) bat darum, „die rosa Brille runterzunehmen“. Das Gebäude zu erhalten sei nicht viel mehr als „Liebhaberei“. Weshalb ihn SPD-Rat Klaus Harald Kelemen als „seelenlosen Technokraten“ bezeichnete, wofür dieser einen Ordnungsruf des Bürgermeisters kassierte. Außerdem kritisierte Vollmar Kelemens Unterschriftenkampagne vor fünf Jahren als „unlauteren Populismus“, weil darin vom Erhalt des Schlossgartenareals die Rede war – und nicht konkret vom Kinderschüle. „Die Unterschriften sind daher gar nichts wert.“ Das lasse er sich nicht vorwerfen, entgegnete Kelemen. Sich für den Erhalt des Areals einzusetzen, „das ist nicht unlauter“. Bürgermeister Treiber gab indes zu bedenken: „Das war nicht hinreichend konkret, dass alle wissen, dass es um das Gebäude geht.“

Bürgermeister will keine weiteren Provisorien

Carlo Fritz (FW-FD) hielt die ganze Diskussion für „völlig überfrachtet. Das schaffen wir nicht, in drei Wochen eine Lösung zu finden“. Mit dem Vorschlag, vorerst das Toilettenhäuschen abzureißen, könnte er sich indes anfreunden.

„Bitte lassen Sie uns wegkommen von den Provisorien“, appellierte Bürgermeister Treiber. „Die Provisorien führen zu unglaublich hohen Kosten, wir sollten hopp oder top die Entscheidung treffen und nicht weiter herausschieben.“

Uwe Härer-Schurr kritisierte: „Wir sind dabei, jedes ältere Gebäude abzureißen.“ Das Kinderschüle-Gebäude habe Flair und sollte erhalten werden. Ob man nicht einen privaten Investor für das Gebäude finden könnte, fragte er in die Runde.

Die Gemeinde will nun die Vorschläge aus dem Gremium prüfen und möglichst bald einen Vor-Ort-Termin organisieren.

Das ehemalige Kinderschüle von Plüderhausen ist seit vielen Jahren in einem bedauernswerten Zustand. So ist das Dach an verschiedenen Stellen undicht, Dachziegel sind porös, die Deckenkonstruktion an verschiedenen Stellen nicht mehr tragfähig – und obendrein hat sich in mehreren Zimmerecken noch Schimmel gebildet. Auch, weil für den Erhalt in den vergangenen Jahren nichts mehr getan worden ist.

Eine komplexe Gemengelage auf dem Schlossgartenareal

„Wir brauchen eine

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper