Plüderhausen

Zukunft der Schlossgartenschule beschäftigt Eltern

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Oliver Roggenkamp Hohbergschule Schlossgartenschule Plüderhausen Wahl-Check Bürgermeisterwahl_0
Er vertritt die Belange der Eltern von rund 800 Schülern: Gesamtelternbeiratsvorsitzender Oliver Roggenkamp vor der Hohbergschule. © Habermann / ZVW
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Er vertritt die Belange der Eltern von rund 800 Schülern: Gesamtelternbeiratsvorsitzender Oliver Roggenkamp vor der Hohbergschule.
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Bürgermeister Andreas Schaffer, hier bei seinem 60. Geburtstag, will noch eine Amtsperiode dran hängen.
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Christian Maier will in Plüderhausen Bürgermeister werden.
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Friedhild Anni Miller bewirbt sich bei auch in Remshalden.

Plüderhausen. Renovierungen, der Schulbauernhof, Eltern, die mit dem Auto auf den Plüderhäuser Bildungshügel hochkurven, die Zukunft der Schlossgartenschule und auch die des Jugendhauses: Als Gesamtelternbeiratsvorsitzender weiß Oliver Roggenkamp, was sich alles an der Hohbergschule tut und welche Themen insbesondere die Eltern bewegen. Darum geht’s in diesem Teil unserer Serie „Wahl-Check“.

Grund-, Real- und Werkrealschule vereint das Dach der Hohbergschule als Verbundschule. Klar, dass es da eine Vielzahl von Interessen, Altersgruppen und Notwendigkeiten zu bedenken gibt. Oliver Roggenkamp vertritt als Gesamtelternbeiratsvorsitzender die Belange aller Eltern für alle Schularten, in denen rund 800 Schüler unterrichtet werden. Er vermittelt zum Beispiel, wenn in Meinungsverschiedenheiten mit mehreren Betroffenen die Situation festgefahren ist, spricht bei Fragen des Schulalltags wie etwa den Toiletten mit, ebenso bei strategischen Themen in der Schulkonferenz, wenn es um die inhaltliche Richtung und Weiterentwicklung der Schule geht, und sitzt auch im Schulbeirat, der mit Gemeinderäten und Gemeinde tagt.

Viel hat sich getan an der Hohbergschule, viel tut sich. „Es wird viel renoviert“, weiß Oliver Roggenkamp. Neue Physiksäle wurden zum Beispiel eingerichtet. Der Schulbauernhof und sein Ausbau ist auch ein spannendes Thema. Im Rahmen eines Wettbewerbs für den schönsten Schulgarten sollen Kräutergarten, Streuobstwiese, Biotop und Barfußpfad wieder mehr „belebt“ werden, fährt Roggenkamp fort und berichtet von der Idee, diese Themen im Unterricht mit zu verankern, und spricht von einem naturpädagogischen Konzept.

Mit Interesse verfolgt Roggenkamp, der 44-Jährige ist selbst IT-Fachmann, auch den Einsatz moderner Medientechnik im Unterricht. Tablets, sogenannte „Whiteboards“ als eine Art digitaler Tafel, Internetnutzung: Wie der Unterricht der Zukunft aussehen könnte, dazu werden bei der Mediennutzung Erfahrungen gesammelt.

Zufahrtswege: „Es kommt immer zu so Fast-Zusammenstößen“

Ein anderes Thema, das der Gesamtelternbeiratsvorsitzende anspricht, sind die Zufahrtswege zur Schule. „Die Eltern fahren wie die Wahnsinnigen hoch.“ Das ist verboten. „Es kommt vermutlich ein Schrankensystem hin“, so Roggenkamp. Er weiß von „übervorsichtigen Eltern“ und auch, dass das Problem der vorfahrenden Väter und Mütter genauso an der Schlossgartenschule besteht. „In der Straße ist es auch eine Katastrophe. Dort kämpfen wir schon seit Jahren.“

Wie auch oben auf dem „Bildungshügel“. „Jedes Schuljahr machen wir Aktionen.“ Eltern sind mit Warnwesten unterwegs, die Polizei kommt dazu, dann ist alles „super-ordentlich“, sagt Roggenkamp über die Zeit der verstärkten Aktivitäten. Aber das sei nicht auf Dauer so. „Es kommt immer zu so Fast-Zusammenstößen.“ Weil etwa Eltern auf dem Gehweg parken oder aus dem Pausenhof rangieren, nennt er Beispiele.

Was wird aus dem historischen Gebäude? 

Überhaupt, die Schlossgartenschule. Die Frage, was mit dem historischen Gebäude künftig geschieht, beschäftigt den Gesamtelternbeirat. Die Schülerzahlen würden sinken, Räume zunehmend frei werden. „Viele wollen das schöne, ehrwürdige Gebäude als Schule erhalten“, so Roggenkamp. Aber er gibt zu bedenken, dass die derzeitige Belegung mit Erst- und Zweitklässlern eine tägliche „Prozession“ von 60 bis 80 Kindern bei Wind und Wetter zur Hohbergschule bedeutet, wo die Kleinen in die Mensa und Kernzeitbetreuung gehen.

Mit der Frage der Schlossgartenschule sieht Roggenkamp die des Jugendhauses verknüpft. Nachdem das alte Jugendhaus am Gänswasen abgerissen wurde, ist es in Räumen der früheren Förderschule an der Hohbergschule untergekommen. „Es sollte nur eine kurze Interimslösung sein“, meint der Gesamtelternbeiratsvorsitzende und berichtet, dass durchaus auch mal Bierflaschen und Zigarettenkippen gefunden würden. „Im Moment klappt es alles gut“, ordnet Oliver Roggenkamp ein. Aber: „Ein Teil der Eltern sieht das kritisch.“ Wenn die Schlossgartenschule einmal hinauf an die Hohbergschule zöge, dann sieht Roggenkamp in den derzeitigen Jugendhaus-Räumen ein denkbares Quartier. „Das wäre eine gute Möglichkeit der Unterbringung.“


Plüderhausen. Wie sehen Sie die Zukunft der Schlossgartenschule? Welcher Standort ist für das Jugendhaus in der Zukunft geplant? Das haben wir die vier Bürgermeisterkandidaten gefragt. Von drei der Bewerber haben wir verwendbare Antworten erhalten. Sie schildern ihre Vorstellungen und Ideen zu den Fragen des Gesamtelternbeiratsvorsitzenden.

Herr Schaffer, wie sehen sie die Zukunft der Schlossgartenschule?

Die Schlossgartenschule ist ein traditionsreicher Schulstandort und als denkmalgeschütztes Gebäude ein richtiges Schmuckstück. Derzeit benötigen wir sie für Erst-und Zweitklässler. Doch sind mittlerweile ein Drittel der Schüler Ganztagesschüler, die um 12.30 Uhr „hoch“ müssen, weil Mensa und Ganztagesbetreuung in den idealen Räumen des Hohbergschulzentrums stattfinden. Bereits jetzt rückt also die Grundschule in der Hohbergschule zusammen. Sinkende Schülerzahlen im Sekundarbereich machen „oben“ mittelfristig Platz für alle Schlossgarten-Schüler. Die dann notwendige Diskussion über die Nachnutzung werden wir ausführlich mit den Einwohnern führen. Wegen der tollen Schularchitektur wäre weiter eine Bildungsstätte denkbar oder Nutzungen im kulturellen Bereich als Familien- oder Vereinszentrum.

Welcher Standort ist für das Jugendhaus in der Zukunft geplant?

Der jetzige Standort im Schulzentrum war als Interimslösung gedacht. Es hat sich gezeigt, der Standard ist eine gute Wahl für die offene Jugendarbeit. Da ist etwas Tolles entstanden. Es gibt eine vorteilhafte Vernetzung von Schulsozialarbeit und offener Jugendarbeit. Die Anbindung zu Sporthallen und zur Außensportanlage sind ein weiterer Pluspunkt. Die Räume in der ehemaligen Förderschule haben eine hervorragende Qualität und ergeben eine überdurchschnittlich große Fläche. Auch aufgrund der hohen Akzeptanz seitens der Jugendlichen drängt sich erst mal kein anderer Standort auf. Im interkommunalen Vergleich dürften das derzeit mit die besten Jugendräume in der Region sein. Langfristig sind gar Erweiterungsmöglichkeiten denkbar. Nicht zuletzt hat das Jugendhaus eine hervorragende Anbindung an den ÖPNV.


Herr Maier, wie sehen sie die Zukunft der Schlossgartenschule?

Als eine ortsbildprägende Schule mit langer Geschichte, die hoffentlich noch lange andauern wird. Derzeit nutzt es die Schule für die ersten beiden Grundschulklassen. Richtig so! Denn die zentrale Lage ist ein Vorteil. Der Übergang vom Kindergarten in die Schule gelingt dort prima und behütet. Das soll so lange wie möglich so bleiben. Danach müssen Bürgermeister, Gemeinderat und die Bevölkerung zwingend eine öffentliche Nachnutzung als Ziel haben. Es gab wohl Überlegungen, das Gebäude zu verkaufen. Als Bürgermeister kann ich das nicht gutheißen. Denn mein Anspruch ist es, die Ortsmitte wieder mit Leben zu füllen. Also werde ich mich dafür starkmachen, zum Beispiel der Bücherei, Volkshochschule, Jugendmusikschule, Beratungsstellen oder Vereinen in diesem Gebäude Raum zu geben.

Welcher Standort ist für das Jugendhaus in der Zukunft geplant?

Als Kandidat ist für mich der Ist-Stand wichtig. Ich sehe, dass in den Räumen der Hohbergschule motivierte Mitarbeiter eine sehr gute Jugendarbeit machen. Aber ich höre auch Kritik über den Standort, an den Schließzeiten und dass die Räume in den Ferien wochenlang geschlossen seien. Das ist nicht zielführend. Als Bürgermeister werde ich unverzüglich den Dialog mit allen Beteiligten suchen, gerade weil ich weiß, dass Jugendarbeit heute vielfältiger und anspruchsvoller ist. Lösungen hat für mich der Standort Gänswasen. Er ist ideal für ein Jugendhaus und hat genügend Platz. Jugendliche wurden lange nicht gemäß §41a GemO einbezogen. Für mich der ideale Einstieg, einen Jugendgemeinderat ins Leben zu rufen, der diese Standortfrage, mit mir zusammen, ausarbeiten könnte.


Frau Miller, wie sehen sie die Zukunft der Schlossgartenschule?

Ich sehe die Schlossgarten- und die Hohbergschule zukünftig als Gemeinschaftsschule, wo jedes Kind individuell nach seinen Fähigkeiten gefordert und gefördert wird, denn Schule/Lernen soll auch Spaß machen! Man lernt nicht nur durch Theorie, sondern durch Praxis. Eine Gemeinschaftsschule bildet und fördert jedes Kind, unabhängig von Herkunft, Elternhaus, sozialem oder wirtschaftlichem Stand, Geschlecht, Religion, körperlicher Leistungsfähigkeit oder Behinderung! Gerade aus der Unterschiedlichkeit der Schüler wird eine menschliche und kulturelle Bereicherung erwachsen. Und immer wirke ich darauf hin, dass Kinder Verständnis, Liebe und Wertschätzung erfahren und von Betreuern umgeben sind, die über Sozialkompetenz und Einfühlungsvermögen verfügen!

Welcher Standort ist für das Jugendhaus in der Zukunft geplant?

Ich denke, man könnte das Kristallzentrum von Thomas Hornauer (ebenfalls Bürgermeisterkandidat für Plüderhausen) in der Jakob-Schüle-Straße, da es sehr zentral liegt, nicht nur zu einem Jugendhaus, sondern zu einem Mehrgenerationentreff umfunktionieren, wo es Chill-Areas für Jugendliche mit Playsi, TV usw. gibt, Disco, Tanzlokal und Café für Ältere. Es liegt perfekt dafür, da der Bahnhof sowie eine Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe liegen. Und ich denke, Thomas Hornauer würde uns sicherlich bei diesem Vorhaben tatkräftig unterstützen, da er neben seiner rigoros wirkenden Schale einen sehr, sehr weichen Kern und ein gutes Herz hat und es ihm wie auch mir am Herzen liegt, für alle Generationen, speziell für unsere Kinder- und Jugendlichen, etwas zu erreichen, da Kinder unsere Zukunft sind!