Rems-Murr-Kreis

Ab Freitag (19. März) soll im Waiblinger Kreisimpfzentrum wieder mit Astrazeneca geimpft werden

PK Corona Rot
Richard Sigel. © Gabriel Habermann

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat am Donnerstag (18. März) die Sicherheit des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca bekräftigt. Deutschland und andere EU-Länder hatten die Nutzung des Impfstoffs Anfang der Woche gestoppt. Hintergrund waren Meldungen zu den Blutgerinnseln in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen. In der Folge waren auch im Rems-Murr-Kreis zahlreiche Impftermine abgesagt worden. Nach dem Willen von Landrat Richard Sigel sollen diese nun "schnell und unbürokratisch" nachgeholt werden.

Mit Freude habe das Team des Kreisimpfzentrums am Donnerstagabend die Nachricht vernommen, dass die EMA am AstraZeneca-Impfstoff festhält. Das Vakzin sei „sicher und wirksam“. Diese Einschätzung teilen auch die Verantwortlichen im Kreisimpfzentrum. Es gab bisher keine Komplikationen. Das teilte das Landratsamt am Donnerstagabend (18. März) per Pressemitteilung mit.

Impfzentrum ist bereit

Das Kreisimpfzentrum des Rems-Murr-Kreises habe sich daher bereitgemacht, die für Freitag geplanten Impfungen trotz zwischenzeitiger Absage stattfinden zu lassen. Sobald die Freigabe durch das Sozialministerium erteilt ist, werden die 367 Personen, die einen Termin für Freitag hatten, per Mail oder Anruf informiert, dass dieser stattfinden kann. Die Termine bleiben genauso, wie sie ausgemacht waren.

Am frühen Donnerstagabend teilte Landrat Sigel mit: "Ich habe heute erneut an den Sozialminister appelliert, dass er uns mehr Tempo beim Impfen ermöglicht." Laut Sigel können die Impf-Kapazitäten im Kreis von heute auf morgen verdoppelt werden. "Wir warten nur auf ein klares Signal aus dem Sozialministerium."

Sigel hofft weiter, dass sein inzwischen dritter Appell an das Sozialministerium, dem Rems-Murr-Kreis mehr Impfstoff zur Verfügung zu stellen, endlich Gehör findet. "Im Schulterschluss mit den niedergelassenen Ärzten und Betriebsärzten, unseren Rems-Murr-Kliniken und den bereits bestehenden Strukturen wäre die Ausweitung der Impfkampagne sofort möglich, wenn Impfstoffzusagen kommen.“

EMA sieht keine erhöhten Gesundheitsgefahren

  • Die EMA sieht keine erhöhten Gesundheitsgefahren und empfiehlt die Fortsetzung der Impfungen. "Der Impfstoff ist sicher und effektiv gegen Covid-19 und die Vorteile sind wesentlich größer als die Risiken", sagte EMA-Chefin Emer Cooke am Donnerstag in Amsterdam.
  • Die EMA bekräftigte, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass die Impfungen die Vorfälle verursacht hätten. Dennoch sei es nicht ausgeschlossen. Daher würden die Prüfungen und Studien auch fortgesetzt.
  • Experten der EMA hatten alle Daten der Fälle gemeinsam mit dem Hersteller des Impfstoffes, Experten für Bluterkrankungen sowie Gesundheitsbehörden geprüft. Am Mittwoch hatte bereits die Weltgesundheitsorganisation WHO für die weitere Nutzung des Impfstoffes plädiert.