Rems-Murr-Kreis

Achtung Zecken: Rems-Murr-Kreis ist FSME-Risikogebiet. Wie man sich vor den Blutsaugern schützen kann

Zecke auf Blatt
Winzig klein und hundsgemein: Zecken können Borreliose und FSME übertragen. © Pfizer www.zecken.de

Der Spaziergang draußen oder die Schnitzeljagd im Wald gehören während der Corona-Pandemie zu den begrenzten Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben. Allerdings lauern in Wald und Wiesen ebenfalls Gefahren: Zecken sind wieder aktiv und nach dem milden Winter besonders zahlreich. Die Krankenkasse AOK Rems-Murr empfiehlt insbesondere eine Schutzimpfung zum Schutz der gefährlichen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Zecken übertragen FSME und Borreliose - Rems-Murr-Kreis ist Risikogebiet

Rund ein bis fünf Prozent der Zecken tragen laut Angaben des Robert-Koch-Instituts das FSME-Virus in sich, das zu Meningitis, Enzephalitis und Myelitis (Hirnhaut- bzw. Gehirn- oder Rückenmarksentzündung) führen kann. Der Rems-Murr-Kreis gehört zu den Risikogebieten, in den Zecken mit dem Virus verstärkt auftreten können. Gegen das Virus hilft eine Schutzimpfung. Die meisten Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Überprüfung und Auffrischung.

Neben FSME übertragen Zecken auch Borreliose.  Diese durch Bakterien verursachte Infektion kann die Haut, das Nervensystem und Gelenke befallen sowie das Herz angreifen.  

Nach Angaben der AOK waren im Jahr 2018 715 Versicherte wegen einer Borreliose in Behandlung. Die Dunkelziffer könnte nach Einschätzung der Krankenkasse aber höher sein, da in die Statistik nur diejenigen Patienten aufgenommen werden, die auch beim Arzt waren. Frauen waren demnach häufiger betroffen als Männer, allerdings stieg bei beiden Geschlechtern der Anteil der Betroffenen in den letzten Jahren an. Die mittlere jährliche Steigerung lag im Kreis zwischen 2014 und 2018 bei 5,4 Prozent.

Wie kann man sich schützen?

Deswegen sollten man, wenn man sich auf die Pirsch in Wald und Flur begibt, lieber schützen. Lange Hosen, Strümpfe und geschlossene Schuhe sind besser als Shorts und Sandalen. Nach einem Ausflug ins Grüne sollte man den Körper gründlich absuchen – besonders auch bei Kindern. Die „weichen“ Körperstellen mit dünner Hautschicht sind bei Zecken besonders beliebt – Kniekehlen, Achselhöhlen, die Lendengegend oder gerne auch mal hinter dem Ohr.

Wie entferne ich eine Zecke?

Hat man eine Zecke entdeckt, muss das Tier so schnell wie möglich raus. Denn je länger die Zecke Blut saugen kann, desto höher ist das Risiko, dass sie auch Krankheitserreger überträgt. Bis es zu einer Infektion mit Borreliose-Bakterien kommt, vergehen im Schnitt 12–24 Stunden, weiß das Zeckenportal zecken.de, dass vom Arzneimittelhersteller Pfizer betrieben wird.  Achtung: Bitte kein Öl, Alkohol oder gar Nagellack verwenden, um das Tier irgendwie zu betäuben. Das erhöht sogar die Gefahr der Übertragung von Erregern.

  • Mit einer Pinzette das Tier so nah wie möglich an der Haut greifen und herausziehen, dabei nicht drehen. Zecken haben kein Gewinde. Lieber langsam und kontrolliert ziehen als schnell und ruckartig.
  • Nicht verzweifeln, wenn man die Zecke nicht beim ersten Versuch entfernt – es kann schon ein paar Durchläufe dauern, bis man die saugende Zecke richtig erwischt.
  • Wenn die Stelle, an der die Zecke saß, sich rötet, die Rötung sich ausbreitet oder gar anschwillt, schmerzt oder heiß wird und pocht, bitte zum Arzt gehen. Unbedingt den Arzt aufsuchen, wenn grippeähnliche Symptome wie Fieber oder Gliederschmerzen auftreten.