Rems-Murr-Kreis

Allmersbach bekommt als erste Gemeinde Highspeed-Internet

Glasfaser-Breitband
Glasfaser-Breitband Featurebild zu einem Interview mit dem Breitbandbeauftragten der Region Stuttgart; Thema: Glasfaser-Ausbau für superschnelles Internet Anlass für das Interview war, dass Vodafone Unity Media übernehmen will und welche Auswirkungen das für die Versorgung des RMK mit schnellem Internet hagt © Pixabay

Allmersbach im Tal. Der Startschuss für Highspeed-Internet im Rems-Murr-Kreis ist gefallen: Am Mittwoch hat in Allmersbach im Tal die konstituierende Sitzung des Zweckverbands Breitbandausbau Rems-Murr stattgefunden. 30 der 31 Städte und Gemeinden haben sich mit dem Landkreis zusammengeschlossen, um gemeinsam flächendeckend für schnelles Internet zwischen Rems und Murr zu sorgen.

Der Ort war nicht zufällig gewählt, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes: Allmersbach im Tal ist die erste Gemeinde im Landkreis, die ein flächendeckendes Glasfasernetz bekommt. Dort geht es jetzt los. Der Zweckverband hat Landrat Dr. Richard Sigel zum Vorsitzenden gewählt, sein Stellvertreter ist Thomas Bernlöhr, Bürgermeister der Stadt Welzheim. Die Gründung des Zweckverbandes und der Beschluss zur Beteiligung an der noch zu gründenden Gigabit Region Stuttgart GmbH sind die ersten Schritte, um möglichst schnell mit dem Ausbau des Glasfasernetzes beginnen zu können. Für Mai dieses Jahres ist die Unterzeichnung eines Kooperationsvertrags mit der Deutschen Telekom vorgesehen, in dem die gemeinsamen Ziele fixiert und der Rahmen für den geplanten Ausbau geregelt wird.

„Der Ausbau eines flächendeckenden Glasfasernetzes im Landkreis geht los – ganz konkret hier in Allmersbach“, freut sich Landrat Sigel. „Für die lokal ansässigen Unternehmen, aber auch für unsere Bürgerinnen und Bürger, ist eine digitale Infrastruktur mittlerweile unentbehrlich. Deshalb setzt sich der Landkreis für ein flächendeckendes Glasfasernetz ein. Langsam war gestern – heute ist der Startschuss für ein schnelles Netz für alle gefallen.“

Mindestens 750 Haushalte müssen sich für Glasfaser entscheiden

Um den ambitionierten Zeitplan einhalten zu können geht die Telekom in Vorleistung: Allmersbach im Tal wird die erste Kommune sein, die im Rems-Murr-Kreis eine flächendeckende Breitband-Versorgung erhält. Dazu wurde im Anschluss an die Sitzung eine Absichtserklärung (Letter of Intent) zwischen der Gemeinde und der Deutschen Telekom unterzeichnet, in dem die weiteren Schritte zur Ausbauplanung in der Gemeinde und der Zeitplan festgelegt wurden. Mindestens 750 Haushalte in Allmersbach müssen sich für einen Glasfaseranschluss der Telekom bis ins Haus entscheiden, damit der Ausbau beginnen kann und ab 2020 schnelles Internet mit bis zu einem Gigabit pro Sekunde zur Verfügung stehen.

Bereits im Sommer 2018 haben sich die Deutsche Telekom, die Landkreise Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und der Rems-Murr-Kreis, die Landeshauptstadt Stuttgart sowie die Wirtschaftsförderung der Region Stuttgart darauf geeinigt, gemeinsam den Ausbau des Glasfasernetzes und damit des schnellen Internets mit Gigabit-Anschlüssen bis ins Haus voran zu bringen. Die Deutsche Telekom sorgt in Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden für einen flächendeckenden Glasfaserausbau mit Open Access, also diskriminierungsfreiem Zugang anderer Marktteilnehmer bis zum Endkunden. Sie investiert dabei bis zu 1,1 Milliarden Euro, davon 180 Millionen Euro im Rems-Murr-Kreis. Die Städte und Gemeinden in der Region investieren ebenfalls bis zu 500 Millionen Euro, davon 90 Millionen Euro im Rems-Murr-Kreis. Ein Großteil der Mittel sind Fördergelder des Bundes und des Landes. 2025 sollen alle Gewerbegebiete sowie sämtliche förderfähigen Schulen über Glasfaseranschlüsse verfügen, bis 2030 dann 90 Prozent der 1,38 Millionen Haushalte und alle rund 140 000 Unternehmensstandorte und Betriebe in der Region. Zusätzlich wird die Region Stuttgart zu einer der Modellregionen im 5G-Ausbau.

Ohne die Stadt Schorndorf

Die Kooperation mit der Telekom ist nicht unumstritten, zumal der Telekommunikationsanbieter sich in der Vergangenheit beim Glasfaserausbau eher als Bremser gezeigt hatte. So geht die Stadt Schorndorf mit ihren Stadtwerken einen eigenen Weg und will ihr Glasfasernetz selbst ausbauen.