Rems-Murr-Kreis

Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, Ausbildung im Rems-Murr-Kreis: Die aktuelle Lage in Corona-Zeiten

Lehre
Gute Nachricht für junge Leute: Es gibt noch Ausbildungsplätze. Foto: Jörn Buchheim/Fotolia

Lässt Corona die Arbeitslosenzahlen ansteigen? Wie entwickelt sich die Lage beim Thema Kurzarbeit? Und welche Chancen hat, wer einen Ausbildungsplatz sucht? Hier die wichtigsten Fakten aus dem aktuellen Arbeitsmarktreport der Agentur für Arbeit Waiblingen.

Arbeitslosigkeit: Leichter Anstieg - aber warum?

Die Zahl der Arbeitslosen im Rems-Murr-Kreis ist innerhalb der letzten vier Wochen um 882 Personen auf insgesamt 11 747 Menschen gestiegen. Dieser August-Stand entspricht einer Arbeitslosenquote von 4,8 Prozent (zum Vergleich: in ganz Baden-Württemberg 4,6 Prozent). Sie liegt damit um 0,2 Prozentpunkte höher als im Juli. „Der Anstieg der Arbeitslosen entspricht dem Anstieg im selben Zeitraum der Vorjahre“, kommentiert Frank Klingenberg, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit. „Wie immer in dieser Jahreszeit spüren wir im August die Ferienzeit und das Ende von Ausbildungen. Dies hat vermehrt Arbeitslosmeldungen zur Folge und weniger Stellenzugänge.“

Kurzarbeit: Die Coronakrise wirkt weiter

Seit März sind bei der Waiblinger Arbeitsagentur insgesamt 4701 Anzeigen für konjunkturelles Kurzarbeitergeld eingegangen und geprüft worden, davon im August 38 Anzeigen – das sind 35 Anzeigen weniger als im Juli. Die Tendenz ist also erfreulicherweise rückläufig. Dennoch: Aktuell sind 65 125 Beschäftigte von einem Arbeitsausfall betroffen.

Ausbildung: Gute Chancen für junge Leute

Einschränkungen durch die Corona-Pandemie hatten einen völlig anderen Schulalltag zur Folge. Deshalb hat sich der eine oder andere Schulabgänger mit Bemühungen um einen Ausbildungs-/Studienplatz vielleicht zurückgehalten und nun keinen Plan, wie es weitergeht. „Ein beruflicher Abschluss bietet aber die besten Chancen auf einen dauerhaften Arbeitsplatz und die Vermeidung von Arbeitslosigkeit“, sagt Klingenberg. „Es lohnt sich, in den nächsten Wochen nochmals Gas zu geben und sich um einen Ausbildungsplatz zu bemühen oder Alternativen zu erarbeiten, wenn es mit dem Wunschberuf nicht klappt. Die Berufsberatung unterstützt hier kurzfristig und kompetent mit Ihren Beraterinnen und Beratern.“ Ende August gab es im Rems-Murr-Kreis noch 835 junge Menschen ohne Ausbildungsplatz und ohne andere Alternative. Demgegenüber stehen 779 offene Ausbildungsstellen. Im gesamten mittleren Neckarraum stehen ausreichend freie Ausbildungsplätze zur Verfügung.

Ausbildungswünsche: Nicht jeder kann erfüllt werden

Der begehrteste Beruf unter Bewerbern und Bewerberinnen, die noch einen Ausbildungsplatz suchen, ist Kaufmann/-frau Büromanagement. In der Rangliste der noch freien Plätze kommt diese Ausbildung aber erst auf Platz drei. Freie Ausbildungsstellen wie Koch/Köchin und Fachverkäufer/in Lebensmittelhandwerk Fleischerei gibt es noch genug – diese Berufe sind bei den Bewerberinnen und Bewerbern ohne Ausbildung aber nicht so stark nachgefragt. Die Berufsberatung motiviert in ihren Beratungen deshalb dazu, Alternativen zu suchen und sich auch auf Ausbildungen einzulassen, die auf den ersten Blick weniger attraktiv wirken, aber auf den zweiten Blick durchaus lohnend sein können.

Ausbildungsbetriebe: Es gibt Corona-Hilfen

Kleine und mittlere Unternehmen, die trotz Betroffenheit durch die Corona-Pandemie weiter oder gar noch mehr ausbilden wollen, können durch das neue Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ gefördert werden. Kleine und mittlere Betriebe können eine Prämie von 2000 Euro erhalten, wenn sie gleich viele Ausbildungsstellen wie die Jahre zuvor anbieten, oder gar 3000 Euro ernten, wenn sie über den bisherigen Stand ausbilden. Eine Förderung gibt es auch für Arbeitgeber, die Auszubildenden aus pandemiebedingten insolventen Betrieben den Ausbildungsabschluss ermöglichen.