Rems-Murr-Kreis

Augsburger Puppenkiste wird 70

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Lukas der Lokomotivführer und Jim Knopf. © Sarah Utz
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Das Urmel aus dem Eis. © Sarah Utz
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Frau Holle. © Sarah Utz
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Schlupp vom grünen Stern. © Sarah Utz
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Eindrücke von unserer Leserreise im November 2006. © Sarah Utz
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Waran Wawa und seine "Mupfel" beim Stück "Urmel aus dem Eis". © Sarah Utz
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Tim Tintenklecks mit Naturkundeprofessor Habakuk Tibatong und Schuhschnabel Schusch beim Stück "Urmel aus dem Eis". © Sarah Utz
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Eindrücke von unserer Leserreise im November 2006. © Sarah Utz
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Eindrücke von unserer Leserreise im November 2006 - "Der kleine Wassermann". © Sarah Utz
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Beim Stück "Frau Holle". © Sarah Utz
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Lukas der Lokomotivführer und Jim Knopf vor dem Palast des Kaisers von China.

Augsburg. Mit "der gestiefelte Kater" feierte die Augsburger Puppenkiste am 26. Februar 1948 Premiere. Auch 70 Jahre später schlagen Kinderherzen bei Urmel, Jim Knopf & Co. höher, wenn die Puppenspieler die Marionetten an ihren 2,20 Meter langen Schnüren über die Bühne tanzen lassen.

Video: Ein Blick hinter die Kulissen der Augsburger Puppenkiste.

Bevor die Holztüren der Puppenkiste aufgehen und sich der rote Samtvorhang das erste Mal hebt, liegt über ein Jahr der Vorbereitung hinter den Mitarbeitern. Autoren bereiten die Geschichten für das Marionettenspiel auf, die Puppenbauer erschaffen perfekt dazu passend die Gestalten mit Kopf und Kostüm, der Regisseur bestimmt, wie das das Bühnenbild gefertigt wird. Dann findet auf der Bühne eine erste Bauprobe statt. Meist sind nur drei Tage Zeit für die Sprecher, die den hölzernen Kollegen ihre Stimme leihen sollen. Danach liegt es an den Puppenspielern, den Figuren Leben einzuhauchen und jeden Charakter einzigartig zumachen. Zusammen mit der eigens komponierten Musik entsteht die einzigartige Atmosphäre, die jeder kennt, der schon einmal das Puppentheater aus Augsburg erlebt hat.

Die Geschichte der Augsburger Puppenkiste

Während des Zweiten Weltkriegs entdeckte ein Soldat namens Walter Oehmichen in einer Schule bei Calais ein kleines Puppentheater. Er erfindet Geschichten und unterhält mit Marionettenstücken seine Kameraden. Die Idee vom eigenen, mobilen Puppentheater lässt ihn nicht mehr los. 1943 baute er zusammen mit seiner Frau Rose und den Töchtern Hannelore und Ulla ein Marionettentheater: den "Puppenschrein", der allerdings ein Jahr später in einer Bombennacht in den Räumen des Stadttheaters Augsburg verbrannte. 

Video: Der Film Strings of Hope (dt. Fäden der Hoffnung) erzählt die wahre Geschichte des deutschen Puppenspielers Walter Oehmichen, der nach Ende des zweiten Weltkriegs seine Zweifel gegenüber den amerikanischen Besetzern ablegen muss, um für seine Familie zu sorgen.

Nach Kriegsende begann Oehmichen mit der Planung eines neuen Puppentheaters im ehemaligen Heilig-Geist-Spital in Augsburg. Am 26. Februar 1948 ist Premiere: "Der gestiefelte Kater". In den folgenden Jahrzehnten werden die bekannten Charaktere der Puppenkiste zum Leben erweckt: Lukas der Lokomotivführer und Jim Knopf, Räuber Hotzenplotz, das Sams und viele andere. Das ständig wachsende Ensemble inszenierte erst beliebte Märchen und Opern, schrieb dann aber auch immer mehr eigene Stücke. Bereits vier Wochen nach der allerersten Tagesschau, nämlich im Januar 1953, gingen die Marionetten auch in Fernsehen auf Sendung und die Puppenkiste wurde weit über die Grenzen Augsburgs hinaus bekannt.

Spielplan

Im Moment ist keine Tour der Puppenkiste geplant. Wer den Weg nach Augsburg machen will, findet hier Infos zu Spielterminen und Kartenvorverkauf

Übrigens: Wer außerhalb der Öffnungszeiten der Puppenkiste anruft, bekommt das Kasperle höchstpersönlich an die Strippe. (Telefon: 0821/4503450)