Rems-Murr-Kreis

Azubimangel in Baubranche - Gewerkschafter fordert bessere Arbeitsbedingungen

Baubranche Auszubildende
Zu Beginn des neuen Lehrjahres ist im Rems-Murr-Kreis ein Großteil der Ausbildungsplätze am Bau unbesetzt. © Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt

Viele Baufirmen im Rems-Murr-Kreis suchen zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres vergeblich nach Auszubildenden. Das meldet die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in einer Pressemitteilung, die sie am Donnerstag (13.08.) veröffentlicht hat. Dabei beruft sie sich auf aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur.

Demnach blieben im Juli 58 Prozent aller Ausbildungsstellen auf dem Bau unbesetzt. Von 66 ausgeschriebenen Plätzen im Landkreis seien noch 38 zu vergeben. Bereits im vergangenen Jahr seien zum selben Zeitpunkt 71 Prozent aller Ausbildungsplätze im Bauhauptgewerbe unbesetzt geblieben.

Mike Paul von der IG BAU Stuttgart spricht von einem „Alarmsignal“. Sollte es den Firmen nicht gelingen, Schulabgänger für die dringend gebrauchte Arbeit als Maurer, Straßenbauer oder Baugeräteführer zu finden, werde das Fundament der ganzen Branche ins Wanken geraten. Um die Nachwuchs-Probleme zu lösen, müssten nach Ansicht des Gewerkschafters die Arbeitsbedingungen auf Baustellen attraktiver werden.

Monatliches Einkommen müsse erhöht werden

In der laufenden Tarifrunde fordert die IG Bau deshalb ein monatliches Einkommensplus von 100 Euro für alle Azubis. Außerdem solle die lange, meist unbezahlte Fahrerei zur Baustelle entschädigt werden, um die Arbeit attraktiv zu halten – auch gegenüber anderen Branchen, in denen weit weniger gependelt wird.

„Wer sich bei der Berufswahl für den Bau entscheidet, der muss auch Familie, Freizeit und Arbeit unter einen Hut bringen können“, sagt Paul und weist darauf hin, dass das bei den meisten Berufseinsteiger nur sehr selten der Fall sei.

Die Unzufriedenheit über die Arbeitsbedingungen spiegele sich auch in einer hohen Abbrecherquote wider. Laut aktuellem Ausbildungs- und Fachkräftereport der Sozialkassen des Baugewerbes (SOKA-BAU) bricht jeder dritte Azubi die Ausbildung ab.