Rems-Murr-Kreis

Bakterieller Feuerbrand flammt im Rems-Murr-Kreis wieder auf: Krankes Schnittgut vernichten

Feuerbrand
Feuerbrand-Bakterien greifen Holz, Blätter und Früchte an. © Lara Ludwigsburg

Lange Zeit war Ruhe an der Feuerbrand-Front. Diese bakterielle Krankheit befällt vor allem Obstbäume und Ziersträucher. Nun ist aufgrund der Frostnächste im April und Mai häufig die Rinde der Gewächse aufgeplatzt, eine ideale Eintrittspforte für die Feuerbrand-Bakterien. Das Landwirtschaftsamt des Rems-Murr-Kreises rät zu laufenden Kontrollen und gegebenenfalls beherztem Rückschnitt. Das kranke Schnittgut muss sofort vernichtet werden.

Ein paar Jahre war Ruhe  

Nachdem in den letzten Jahren, so die Pressemitteilung des Landratsamtes, kein bakterieller Feuerbrand bekannt war, ist er dieses Jahr wieder im Rems-Murr-Kreis angekommen. Vor über 30 Jahren verursachte diese Krankheit verheerende Schäden für Obsterzeuger und Stücklesbesitzer. Damals mussten im gesamten Landkreis Hunderte großer und landschaftsprägender Birnbäume und sogar ganze Obstanlagen gerodet werden. Alle Erwerbsobstbauern, Hausgärtner und Stücklesbesitzer sind nun aufgefordert, vorsorglich ihre Bäume auf einen möglichen Befall zu kontrollieren. Nur laufende Kontrollen verhindern, dass eine größere Feuerbrandepidemie entsteht.

Obstbäume und Ziergehölze befallen

Vom Feuerbrand befallen werden in der Regel: Apfel-, Birnen- und Quittenbäume bei den Obstgehölzen sowie Weißdorn, Feuerdorn, Rotdorn, alle Cotoneasterarten, Mehlbeere, Eberesche und Zierquitte bei den Ziergehölzen. Steinobstbäume, dazu gehören Zwetschgen-, Pfirsich- oder Kirschenbäume, werden nicht befallen.

Das Landwirtschaftsamt vermutet, dass die Spätfrostnächte Ende April und Anfang Mai Rinden- und Fruchtschäden verursacht und somit Eintrittspforten für den Feuerbranderreger geschaffen haben. Der Erreger verbreite sich besonders während der Sommermonate. Die betroffenen Baumarten blühen vom Frühling bis weit in den Sommer, wodurch Insekten angelockt werden und ein hohes Infektionsrisiko besteht.

Pflanzenschutzmittel bei Feuerbrand nicht zugelassen

Hoch anfällig sind dabei der bodendeckende Cotoneaster oder Ziersträucher sowie die Scheinquitte, die aufgrund des großen Bestands im Rems-Murr-Kreis bei einer eventuell unerkannten Verbreitung eine wichtige Rolle spielen. Sofern ein wieder erwachter Altbefall oder eine Neuinfektion festgestellt wurde, muss der befallene Bereich entfernt werden. Direkt danach muss das gesunde Holz um 25 Zentimeter zurückgeschnitten und das Schnittgut umgehend vernichtet werden. Das erfolgt am besten durch Verbrennen. Kleinere Mengen könnten über den Hausmüll entsorgt werden.

Noch zwei Warnungen: Keinesfalls sollte auf eine mögliche Genesung des Baumes gewartet werden. Bei der Behandlung von bakteriellem Feuerbrand oder anderen Pilzkrankheiten ist die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln nicht zugelassen.

Hintergrund

Die ersten Anzeichen für einen Befall sind plötzlich welkende Triebe oder Astpartien. Typisch dafür sind krückstockartige Verkrümmungen der Triebspitzen. Sichtbare Schleimtröpfchen sind nicht zwingend vorhanden. Dies hängt maßgeblich von der Temperatur und der Luftfeuchte ab.

Besonders auffällig sind die Neubefälle nahe alten Birnbäumen, die bereits vor Jahren infiziert und nur unzureichend ausgeschnitten wurden.

Ein Befall durch die Pilzkrankheit Monilia zeigt äußerlich ähnliche Symptome. Wenn die Rinde aufgeschnitten wird, kann man bei dieser Pilzkrankheit im Gegensatz zum bakteriellen Feuerbrand deutliche Grenzen zwischen gesundem und krankem Holz erkennen.