Rems-Murr-Kreis

Betrüger nutzen Ängste der Menschen in der Corona-Krise

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Symbolfoto. © Gabriel Habermann

Rems-Murr-Kreis.
„Vereinzelt“ haben bisher im Rems-Murr-Kreis Betrüger versucht, die Corona-Krise für ihre Zwecke zu nutzen, berichtet Polizei-Pressesprecher Robert Kreidler. Beispielsweise der Enkeltrick oder die Betrugsmasche „falscher Polizeibeamter“ werden aktuell umgemünzt. Ein Anrufer gibt sich am Telefon als Enkel aus und behauptet, infiziert zu sein und deshalb dringend Geld zu benötigen – das ist eine der gängigen Maschen. Oder eine Person behauptet, vom Gesundheitsamt beauftragt zu sein. Es müsse ein Coronavirus-Test gemacht werden, Kostenpunkt: ein paar Tausend Euro. „Übergeben Sie kein Geld an vermeintliche Tester an Ihrer Haustür. Lassen Sie sich auch durch Drohungen nicht verunsichern. Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung“, rät die Polizei. Die Kriminalprävention hat jetzt eine Liste von Betrugsarten veröffentlicht, die in Zusammenhang mit Corona neu aufgetaucht sind. Ihnen allen ist eines gemeinsam: Kriminelle versuchen gezielt, Ängste und Sorgen der Menschen in Zusammenhang mit Corona für ihre Zwecke zu nutzen, um Bürgern das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Fernzugriff? – auflegen!

Angebliche Microsoft-Mitarbeiter nutzen jetzt die Gunst der Stunde, da sehr viele Menschen im home office arbeiten: Sie behaupten am Telefon, Fernzugriff auf den Computer zu benötigen. Das ist eine Falle. Die Polizei rät: auflegen und den Vorfall melden. Höchste Vorsicht ist ferner geboten, wenn im Internet Atemschutzmasken, Desinfektionsmittel oder sonstige Waren, die vor Corona schützen sollen, angeboten werden. Es könnte sich um gefälschte Verkaufsplattformen handeln, das heißt: Die Ware kommt niemals an, das Geld ist weg.

Ein weiterer perfider Trick: Kriminelle behaupten in Mails, sie seien an sensible Informationen über eine Firma und ihre Mitarbeiter gelangt. Es wird gedroht, pikante Daten zu veröffentlichen – und außerdem würden die Familien der Betroffenen mit dem Coronavirus infiziert, sofern nicht ein hoher Geldbetrag fließt. Nicht überweisen, rät die Polizei – stattdessen Anzeige erstatten und bei der Polizei nachfragen, wie Beweise für eine Erpressung dieser Art gesichert werden können.

Besondere Aufmerksamkeit ist jetzt vonnöten, wenn Menschen Hilfe beanspruchen oder anderen jetzt in der Krise helfen wollen. Traurig, aber wahr: Die vielfältigen Angebote der Nachbarschaftshilfe in diesen Tagen verleiten Kriminelle zu neuen Ideen, wie sie bevorzugt ältere Menschen an der Haustür übers Ohr hauen könnten. Niemand sollte auf Hilfsangebote verzichten – nur eben Vorsicht walten lassen.

Hilfen zentral koordinieren

Wer beispielsweise Einkäufe von Helfern erledigen lässt, sollte Dienste in Anspruch nehmen, die von vertrauenswürdigen Stellen wie Kommunen, Kirchen oder vom Roten Kreuz organisiert sind, heißt es in einem Infoblatt der Polizei, und weiter: niemandem die EC- oder Kreditkarte aushändigen. Einkäufe vor der Tür abstellen lassen. Wenn ein Helfer klingelt, nicht direkt öffnen, sondern etwa übers Fenster fragen, wer es ist. Wer Hilfe anbietet, sollte das laut Polizei möglichst über eine zentrale Koordinierungsstelle tun, welche die Zahlungsmodalitäten vorab regelt. Die Kontaktdaten der Helfer sollten erfasst sein, die Hilfeempfänger sollten wissen, wer genau klingelt. Es sollte klar kommuniziert werden, dass keine Gebühren für die Hilfen anfallen. Sollte jemand an der Tür dennoch Gebühren fordern – dann dürfte es sich um einen Betrugsversuch handeln. Natürlich muss immer sichergestellt sein, dass die Abstands- und Hygienevorschriften eingehalten sind.


Info

Weitere Informationen der Polizei zu Betrugsmaschen in Zusammenhang mit Corona sind hier zu finden: www.polizei-beratung.de.