Rems-Murr-Kreis

Betrunken mit dem Auto unterwegs: Es vergeht kaum eine Woche ohne Trunkenheitsfahrten

Alkohol Symbol Symbolbild Alkohol am Steuer Trunkenheitsfahrt
Symbolbild. © Gaby Schneider

Es vergeht eigentlich kaum eine Woche, erst recht nicht ein Wochenende, ohne gemeingefährliche Trunkenheitsfahrt, auch nicht im Rems-Murr-Kreis. Das legen die Polizeiberichte nahe.

In der Nacht auf Sonntag, 13. September, erst wieder fuhr ein betrunkener 37-jähriger Autofahrer mehrere parkende Fahrzeuge an. Kurz nach Mitternacht riefen Anwohner der Gartenstraße die Polizei, dass da jemand auf der Straße auf und ab fahre und Autos beschädige. Die Polizei kam und stellte den 37-Jährigen, der „erheblich alkoholisiert“ gewesen sei. An bislang zwei parkenden Autos konnten Beschädigungen ermittelt werden. Der 37-Jährige musste sich einer Blutentnahme unterziehen. An den Fahrzeugen entstand ein Schaden von insgesamt mehreren Tausend Euro.

Betrunkener zeigt Polizisten den Mittelfinger

„Erheblich alkoholisiert“ war laut Polizei auch die 40-jährige Fahrerin eines Fiat, die am frühen Samstagabend (12.09.), gegen 17.35 Uhr, in der Boschstraße in Waiblingen-Neustadt einen geparkten Ford gerammt hat. Auch sie musste sich einer Blutentnahme unterziehen. Ihr Führerschein wurde durch die Polizei einbehalten. An den Fahrzeugen entstand ein Schaden von mehreren Tausend Euro.

Am Freitagabend, 11. September, wurde einem 42-jährigen Citroen-Fahrer seine Trunkenheit zum Verhängnis, als er gegen 21.45 Uhr die Hohenackerstraße in Richtung Hegnach-Ortsmitte befuhr. Er kam nach rechts von der Fahrbahn ab und prallte mit dem Citroen dort gegen einen Betonpfeiler und einen Gartenzaun. „Bei der Unfallaufnahme wurde festgestellt, dass der Fahrer deutlich unter Alkoholeinfluss stand und auch keinen Führerschein besitzt. Der Fahrer musste eine Blutprobe abgeben. Der Sachschaden beträgt 9000 Euro“, so die Polizei.

Ein anderer will flüchten und schleift mit dem Auto einen Polizisten mit

In Remshalden-Grunbach wurde am Donnerstagabend, 10. September, ein Opel-Fahrer in der Brückenstraße einer Verkehrskontrolle unterzogen. Der 61-Jährige, bei dem sich schnell der Verdacht ergab, dass er deutlich betrunken ist, verhielt sich den Beamten gegenüber unkooperativ und zeigte einem der Polizisten im Laufe der Kontrolle den Mittelfinger. Dem alkoholisierten Autofahrer wurde letztlich unter Zwang eine Blutprobe entnommen. Er muss nun mit mehreren Strafanzeigen rechnen, sein Führerschein wurde einbehalten.

Die Kontrolle von Betrunkenen ist für Polizisten nicht immer ungefährlich. Am späten Freitagabend, 28. August, gegen 22.25 Uhr wurde in der Luisenstraße in Berglen ein 58-Jähriger mit seinem Skoda einer Verkehrskontrolle unterzogen. Die Polizisten schöpften im Verlauf der Kontrolle wohl den Verdacht, dass der Fahrer unter Alkoholeinfluss stand. Bevor sie jedoch weitere Maßnahmen durchführen konnten, fuhr der 58-Jährige unvermittelt los. Der kontrollierende Polizeibeamte wurde „über einige Hundert Meter mitgeschleift“, steht im Polizeibericht. Er hatte aber Glück, denn er wurde nur leicht verletzt.

Der Skoda-Fahrer konnte entkommen und flüchtete Richtung Remstal. Weit ist er aber nicht gekommen, denn der Skoda wurde einige Zeit später bei Rohrbronn aufgefunden. Die Polizisten hatten, weil sie sich davon einen Fahndungserfolg versprachen, den Polizeihubschrauber alarmiert, der das gesuchte Fahrzeug schließlich auch auf einem Wiesengrundstück ausmachte. Der Skoda wies Unfallschäden auf.

Der Flüchtige wurde kurze Zeit später noch in der Nähe des Autos festgenommen. Zu seinem Glück, denn er war bei dem Unfall schwer verletzt worden und wurde von einem Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Schwer verletzt, das bedeutet im Polizei-Sprachgebrauch, dass der Mann nach seiner Einlieferung mehr als 24 Stunden im Krankenhaus verbringen musste.

Sich mit dem Auto überschlagen hat sich eine betrunkene 36-Jährige am Samstag, 29. August, in Alfdorf-Rienharz. Sie kam gegen 2.20 Uhr aus Pfahlbronn in einer leichten Linkskurve von der Fahrbahn ab und prallte mit ihrem Auto gegen eine Mauer. Das Fahrzeug überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen. Die Fahrerin wurde leicht verletzt. Weil sie alkoholisiert war, hat die Polizei den Führerschein der Frau einbehalten.

Promille-Fahrer als Wiederholungstäter im Gefängnis

Er ist 70 Jahre alt, Witwer, Rentner, und er ist auffällig betrunken Mofa gefahren. Das hat die Polizei bemerkt. Ende August stand der Mofafahrer aus Affalterbach im Waiblinger Amtsgericht – die Verhandlung endete böse für ihn. Der Angeklagte war am 16. Januar gegen halb zehn Uhr morgens mit seinem Mofa von Affalterbach nach Winnenden gefahren, wo er in der Brückenstraße einer Polizeistreife auffiel. Mit dem Alkohol kämpft der Rentner seit Jahren. Trotz wiederholter stationärer und ambulanter Kurzzeit-, Langzeit- und Motivationstherapien im Winnender Zentrum für Psychiatrie hat er bislang stets den Kürzeren gezogen. Insgesamt vier Verurteilungen wegen Trunkenheit im Verkehr, eine wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort sind registriert. Den Führerschein hat er bereits 2014 verloren. Als er am 16. Januar mit dem Mofa unterwegs war, stand er noch unter Bewährung und war mit einem Fahrverbot belegt. Das Urteil: fünf Monate Gefängnis, und mindestens 24 Monate lang keine neue Fahrerlaubnis.

Geisterfahrerin mit 1,9 Promille im Blut

Rekordverdächtige 27 Kilometer lang auf falscher Spur unterwegs war im Februar 2019 eine 40-jährige Porsche-Fahrerin – mit 1,6 Promille im Blut. Kurz nach Mitternacht fuhr sie, von der B 10 kommend, beim Mercedes-Museum auf die Richtung Stuttgart führende B-14-Spur – und rauschte Richtung Fellbach. Vor dem Teiler B 14/B 29 kam der Porsche einem 29-jährigen Autofahrer entgegen, der gedankenschnell einen Crash vereiteln konnte. Neun Streifenwagen schwärmten aus, um den Porsche einzufangen. Beim Anschluss Schorndorf- Ost erst konnte die Polizei den Geisterboliden filmreif ausbremsen: mit einem Riegel aus querstehenden Streifenfahrzeugen und einem wahren Blaulichtgewitter.