Rems-Murr-Kreis

Bitte keine Bezahlenspiele

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Es gibt viele Argumente, das in die Jahre gekommene Landratsamt auf Vordermann zu bringen und die Behörde in Waiblingen auf zwei Standorte zu konzentrieren. © ZVW/Danny Galm

Landrat Richard Sigel sollte die „Anlage 3 zur Drucksache 2018/088/2“ schnellsten im Giftschrank verschwinden lassen. Der Vergleich der Lebenszykluskosten von drei Varianten für einen Neubau und die Sanierung des Landratsamtes in Waiblingen könnte ihm eines Tages schmerzhaft auf die Füße fallen.

Es ist grundsätzlich sehr gewagt, Kosten für ein Bauprojekt bis ins Jahr 2075 auf die Stelle hinter dem Komma vorauszuberechnen. Wie heißt es in der Redensart so schön: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Schon einmal hat sich ein Rems-Murr-Landrat, es war Johannes Fuchs, mit derartigen Zahlenspielen verhoben. Nämlich bei der Prognose für den Klinikum-Neubau in Winnenden. Die Gutachter hatten ein Ergebnis aus dem Hut gezaubert, das den Neubau-Befürwortern in den Kram passte. Es lautete: Das neue Klinikum wird sich von ganz allein finanzieren.

Welch folgenschwerer Fehlschluss!

Zugegeben. Es fällt leichter, ein Projekt mit ein paar Gutachten im Gepäck voranzutreiben. Expertisen sind prima Krücken. Ein politisches Projekt, um das sich die Immobilienkonzeption handelt, sollte jedoch ohne Krücken ins Ziel laufen können.

Es gibt viele Argumente, das in die Jahre gekommene Landratsamt auf Vordermann zu bringen und die Behörde in Waiblingen auf zwei Standorte zu konzentrieren. Der Vergleich der Lebenszykluskosten gehört eher nicht dazu.