Rems-Murr-Kreis

Bus- und Bahnverkehr sollen besser und billiger werden

Bus Linienbus Verkehr Busfahren Busse Symbol Symbolbild
Symbolbild. © Pixabay.com / CC0 Public Domain

Waiblingen. Augenblicklich sei’s ja mal ganz gut, doch bald drohe er wieder – der Stau. Landrat Dr. Richard Sigel aber graust es nicht, denn wer im Rems-Murr-Kreis, anstatt im Privatauto zu stehen, lieber in Bus oder S-Bahn fahren will, der wird sich im kommenden Jahr über diverse Verbesserungen freuen. Und über Vergünstigungen.

Rund 25 Millionen Euro wird der Rems-Murr-Kreis am Ende des laufenden Jahres in den öffentlichen Personen-Nahverkehr, kurz ÖPNV, gesteckt haben. Denn der ÖPNV ist ein wirtschaftlicher Standortfaktor, ermöglicht jedem Mobilität und – das betont Landrat Richard Sigel – ist Klimaschutz. Mehr als 190 000 Fahrten würden im Kreis mit Bussen und Bahnen schon gemacht. Und es sollen noch mehr werden. Denn, das zeigt eine Untersuchung des Fahrverhaltens in der Region Stuttgart: Vor allem bei Fahrten innerhalb des Kreises wird noch viel zu oft das Auto genommen.

Damit es hier vorangeht, gibt es vor allem beim Bus-Verkehr gravierende Änderungen. Zum einen wird, damit ländliche Gebiete zukünftig in den Ferien nicht abgeschnitten sind, ein einheitlicher Fahrplan für Schul- und für Ferientage gelten. Außerdem wird der Takt deutlich verkürzt, teilweise, so Sigel, komme es sogar zur Verdoppelung der Busfahrten.

Große Leistungen für die hiesigen Busunternehmen

Die hiesigen Busunternehmen müssen, damit sie weiterhin im Rems-Murr-Kreis fahren können, zukünftig große Leistungen erbringen. Hintergrund ist die rechtliche Verpflichtung, die Busverkehre europaweit auszuschreiben. Da Region und Kreis großen Wert darauf legen, weiterhin mit dem heimischen Mittelstand zusammenarbeiten zu können, wurden die Busverkehre der Region Stuttgart aber nicht als großes Gesamtpaket ausgeschrieben, sondern als kleine, lokal eng begrenzte Einzelbündel. Dreizehn solcher Busverkehrs-Pakete waren im Kreis zu vergeben, vier sind schon unter Dach und Fach. Wie gewünscht werden heimische Unternehmen fahren: Dannenmann aus Weinstadt fährt im Wieslauftal und dem Welzheimer Wald, außerdem in Schorndorf und Remshalden. Dort, sowie im Schorndorfer Stadtverkehr, fährt auch Knauss aus Schorndorf. Murrhardt und Mettelberg wird von Eisemann aus Kaisersbach bedient. Alle übrigen Linienbündel werden im Laufe des Jahres 2019 in Betrieb genommen. Hier sind zwar auch auswärtige Betriebe mit im Boot, den Stadtverkehr Winnenden aber hat sich die Firma Römer gesichert.

Es wird für Barrierefreiheit gesorgt

Der Kreis habe, damit die heimischen Unternehmen im Angebots- und Preiskampf mithalten können, die Latte sehr hoch gehängt, so Dr. Peter Zaar, der im Landratsamt auch für den ÖPNV zuständig ist. Es werden fast nur noch Busse fahren, die die Euro-Norm 6 erfüllen, auch Busse, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden, würden „hoffentlich im nächsten Jahr“ fahren. Außerdem wird für Barrierefreiheit gesorgt.

Wer den Wettbewerb für sich entschied, so Landrat Richard Sigel, hatte nicht nur die Angebotskriterien erfüllt, sondern explizit noch deutlich mehr geboten. So könne der Kreis für die Zukunft „viel mehr Verkehr und Qualität zu besseren Konditionen“ bieten.


S-Bahn im Aufwind

Ein „ständiges Wachstum“ konnte VVS-Geschäftsführer Horst Stammler im ersten Halbjahr 2018 für die S-Bahnen feststellen. Vor allem die Zahl der Jahres-Abos für Berufspendler ist im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 Prozent gestiegen.

Mit der Tarifzonenreform, die am 1. April 2019 in Kraft tritt, hofft Stammler auf noch mehr Kundschaft. Denn für die vielen S-Bahn-Fahrten werden die Preise sinken.

Die bislang 52 Tarifzonen werden zu nur noch fünf Ringen zusammengefasst. Für die meisten Fahrten bedeutet das, dass eine Zone weniger zu bezahlen ist. Für manche Strecken fallen auch zwei Zonen weg. Wie zum Beispiel hier: Wer von Welzheim nach Stuttgart fahren möchte, zahlt bislang noch 8,60 Euro fürs Einzelticket, ab April dann nur noch 6,50 Euro. Der Monatspreis beim Jahresticket sinkt dann von 184 Euro auf 139 Euro.

Der VVS will außerdem den 15-Minuten-Takt bei allen S-Bahnen einführen. Bis das allerdings durchgehend gilt, dauert es bis 2020.