Rems-Murr-Kreis

Claus Mannschreck zieht sich zurück

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Claus Mannschreck. © ZVW/Danny Galm

Weinstadt. Claus Mannschreck hat sich aus „persönlichen Gründen“ aus dem Vorstand der Remstalkellerei zurückgezogen. In einem Brief wurden die Mitglieder vom Ausscheiden des Vorstandsvorsitzenden aus Strümpfelbach informiert.

Claus Mannschreck widerspricht den Gerüchten, dass sein Ausscheiden etwas mit dem neuen Geschäftsführer Peter Jung zu tun haben könnte. Das Verhältnis zu Jung sei hervorragend. Ausschlaggebend für seinen Rückzug seien die persönlichen Motive.

Mannschreck wollte das Image der Remstäler Weine aufpolieren

Mannschreck war 2014 zum Aufsichtsrat gewählt worden. Er war damals seit vielen Jahren im Weinvertrieb tätig und betreibt in Strümpfelbach einen Betrieb mit knapp sechs Hektar. Ein Jahr später rückte Mannschreck in den vierköpfigen Vorstand auf und übernahm 2017 von Manfred Felger den Vorsitz. Das bedeutete in der damaligen Führungsstruktur, dass er der Chef der Genossenschaft war und sich auch ums operative Geschäft kümmerte. Ein Modell, das die Remstalkellerei immer wieder in ihrer Geschichte ausprobiert hat, wenn ein Geschäftsführer – egal aus welchen Gründen – gescheitert war.

Als Vertriebsmensch war sein Credo, das Image der Remstäler Weine aufzupolieren. „Wir haben es nicht geschafft, unseren eigenen Wein sexy genug zu machen, wir müssen dringend daran arbeiten“, sagte er beispielsweise vor der Generalversammlung im Frühsommer. Die Genossenschaft räumte unter seinem Vorsitz das Sortiment auf und verabschiedete sich von den Sternen, mit denen die Genossenschaft die Qualität ihrer Weine kennzeichnete. Neu auf den Markt kamen sogenannte „Weinhöfe“. Große Wengerter der Remstalkellerei stehen für bestimmte Sorten und sollen so den Nachteil einer anonymen Genossenschaft gegenüber den selbstvermarktenden Weingütern aufheben, die mit ihrem Profil werben.

Nicht alle Ortsgenossenschaften ziehen bei der Zentralkelter mit

Wirtschaftlich ist die Genossenschaft weiterhin in einer schwierigen Phase. Immer mehr Mitglieder kehren der Remstalkellerei den Rücken, die Flächen gehen zurück. Mehrmals verschoben werden musste der Baubeginn für eine zentrale Kelter, mit der die Genossenschaft die Kosten senken will – oder sogar muss. Nicht alle Ortsgenossenschaften ziehen bei der Zentralkelter jedoch mit.

Seit August 2018 hat die Remstalkellerei nach fast einem Jahrzehnt wieder einen Geschäftsführer. Der Pfälzer Peter Jung, zuvor Referent für Wein beim Raiffeisenverband, hat am 1. August seinen Job in Beutelsbach begonnen und Claus Mannschreck entlastet.

Bis die Generalversammlung der Remstalkellerei 2019 den Vorstand neu wählt, steht dem dreiköpfigen Vorstand der stellvertretende Vorsitzende Werner Schaal vor. Weitere Vorstandsmitglieder sind Heike Schacher (Controlling) und Christoph Schwegler.

Toller Jahrgang 2018

Der Jahrgang 2018 erfüllt aus Sicht von Peter Jung alle Erwartungen, sowohl was Qualität als auch Quantität angeht. „Die Konsumenten dürfen sich auf tolle Weine freuen!“ Besonders viel Spaß machten die hochwertigen Rotweine, die ordentlich Power zeigten. Sorgen macht sich Jung jedoch um die anhaltende Trockenheit, die sich zu einer Gefahr für die Reben auswachsen könnte. Er wünscht sich vier Wochen Dauerregen. Und zwar bald.