Rems-Murr-Kreis

Corona-Impftruck kann nicht weitermachen: Projekt für kleinere Unternehmen kommt nicht zustande

Impftruck
Corona-Impftruck (Archivfoto) © ZVW/Gabriel Habermann

Nach einem Telefonat zwischen Landrat Dr. Richard Sigel und dem Amtschef des Sozialministeriums Prof. Dr. Uwe Lahl ist klar: Der Impftruck des Rems-Murr-Kreises kann keine zweite Runde durch den Kreis drehen. Dabei kann sich die Bilanz des Trucks sehen lassen: Rund 12.000 Impfungen wurden dort verabreicht, also 6.000 Menschen erst- und zweitgeimpft. Dass das Projekt nun auf Eis gelegt wird, liegt am mangelnden Impfstoff in Baden-Württemberg. Die Zentralen Impfzentren (ZIZ) wie die Kreisimpfzentren (KIZ) erhalten gerade keine Kontingente für zusätzliche Impfaktionen – das heißt: Das ZIZ am Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) bekommt nicht genug Impfstoff, um wie bisher den Impftruck im Rems-Murr-Kreis zu versorgen.

Im Gespräch waren zwei mögliche Fortsetzungsprojekte mit dem Truck: entweder eine weitere Impfrunde durch den gesamten Landkreis für Menschen über 60 Jahre – ähnlich dem bisherigen Konzept – oder die gezielte Impfung in kleinen und mittelständischen Unternehmen. „Wir hätten mit dem Truck die Impfungen für kleinere Betriebe gerne zentral organisiert“, sagt Landrat Sigel. „Für alle Unternehmen, die keine eigenen Betriebsärzte haben, wäre das eine unbürokratische Lösung gewesen.“ Er fügt hinzu: „Damit wir bei den Impfungen in Betrieben Fortschritte machen, müssen jetzt die Betriebsärzte aktiv werden – sie können dezentral Impfstoff bestellen.“

Eine Impfstoff-Zusage vom Sozialministerium gab es jedoch für das Pilot-Projekt, die Vorbereitungsklassen der Berufsschulen durch die mobilen Impfteams zu versorgen. Dieses Projekt wird aktuell gemeinsam mit dem RBK-ZIZ vorbereitet.

Um den Truck voll auszunutzen und die Impfung zu Menschen in die ländlichen Regionen des Kreises zu bringen, wird der Impftruck nach Abschluss seiner Tour noch zu einer kleinen Abschlussaktion eingesetzt. Am 28. und 29. Mai wird er in Murrhardt und am 30. Mai in Oppenweiler Station machen. Oppenweiler hatte zunächst zugunsten von Backnang auf den Truck verzichtet, die Impfstation dort soll nun nachgeholt werden. Murrhardt dagegen ist weit vom KIZ entfernt. Bei der Station in Murrhardt werden zudem Spiegelberg, Großerlach und Sulzbach mitversorgt.

„Möglich ist die Aktion, da vom mobilen Impfteam des RBK-ZIZ noch 300 Impfdosen Astrazeneca zur Verfügung gestellt werden“, erläutert KIZ-Leiter Gerd Holzwarth: „Eingeladen werden von den Kommunen die höchstpriorisierten Personengruppen über 80 und über 70 Jahren. Sollten die Termine damit nicht abgedeckt werden können, werden auch Menschen über 60 im Truck geimpft.“ Station ist jeweils an den Stadt- oder Gemeindehallen.