Rems-Murr-Kreis

Corona-Risiko auf dem Bau wächst: "Oft ist nicht einmal das Händewaschen möglich"

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Symbolbild. © pixabay.com/Life-of-Pix

Auf immer mehr Baustellen im Rems-Murr-Kreis wird gegen die Abstands- und Hygieneregeln verstoßen. Das geht aus einer Pressemitteilung der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) am Donnerstag (06.08.) hervor. „Viele Baufirmen nehmen die Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus auf die leichte Schulter", so der Vorsitzende der IG BAU Stuttgart, Mike Paul. Er warnt vor einem wachsenden Corona-Risiko.

Rückkehr zum alten Trott

Bauunternehmen blendeten die Gefahr eine Infektion mit dem Coronavirus inzwischen einfach aus, immer häufiger werde im alten Trott gearbeitet. Bei ihren Baustellen-Visiten entdecke die IG Bau grobe Verstöße gegen die Hygienevorschriften. "Oft ist nicht einmal das Händewaschen möglich." Weder Seife noch fließendes Wasser gebe es. Auch Desinfektionsmittel sei oft nicht vorhanden. Dagegen seien Sammeltransporte längst wieder an der Tagesordnung. Ebenso Frühstücks- und Mittagspausen "dicht an dicht im Bauwagen".

Die IG BAU fordert Arbeitgeber auf, ihren Mitarbeitern Einzelfahrten zu ermöglichen. An- und Abfahrten zwischen Wohnort und Baustelle würden bislang in der Regel nicht entschädigt. Das führe nicht nur für Ärger unter den Arbeitern, sondern auch zu Nachlässigkeiten beim Infektionsschutz.

"Corona-Schutz ist Arbeitsschutz"

Corona-Schutzmaßnahmen kosten Geld. Das seien allerdings notwendige Kosten, die die Bauunternehmen im Rems-Murr-Kreis nicht scheuen dürften, fordert die IG BAU Stuttgart. „In der Corona-Pandemie zeigen Baubeschäftigte im Rems-Murr-Kreis volle Leistung. Dafür haben sie auch vollen Gesundheitsschutz verdient.“ Gleichzeitig appelliert Mike Paul auch an die Beschäftigten im Kreis, sich zu schützen. "Corona-Schutz ist Arbeitsschutz. Und den müssen Beschäftigte notfalls selbstbewusst einfordern."