Rems-Murr-Kreis

Das sind die Ergebnisse des 24-Stunden-Blitzermarathons

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Am Ortsausgang von Hertmannsweiler kontrollierte die Polizei am Mittwochnachmittag. © Ramona Adolf

Waiblingen. 1728 Geschwindigkeitsverstöße hat die Polizei Aalen beim 24-Stunden-Blitzermarathon bis Mitternacht festgestellt. 21 Autofahrern droht nun ein Fahrverbot.

Am Mittwoch war ein 24-stündiger Blitzermarathon in Baden-Württemberg gestartet, der Punkt Mitternacht beendet wurde. Auch das Polizeipräsidium Aalen, unter anderem zuständig für den Rems-Murr-Kreis, nahm daran teil. Nun wurden die Ergebnisse veröffentlicht.

  • 13785 Fahrzeuge wurden laut Polizei an 44 verschiedenen Stellen kontrolliert
  • 1728 Geschwindigkeitsverstöße wurden dabei festgestellt
  • 221 Autofahrer müssen mit Punkten in Flensburg rechnen 
  • 21 davon waren gar so schnell unterwegs, dass ihnen nun ein Fahrverbot droht

Die Zahlen stellen eine Summe der Messungen aus dem Rems-Murr-Kreis, dem Ostalbkreis und dem Landkreis Schwäbisch Hall dar. Gesonderte Zahlen für den Rems-Murr-Kreis konnte die Polizei auf Anfrage nicht nennen. Auch zu den einzelnen Verstößen konnte die Pressestelle keine weiteren Angaben machen.

In ganz Baden-Württemberg wurden bei den Kontrollen insgesamt 7730 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt.

Die Bilanz des Blitzermarathons liefert natürlich keine Anhaltspunkte, wie hoch der Anteil der Zu-schnell-Fahrer an normalen Tagen ist. Es sprach sich am Mittwoch sehr schnell herum, dass die Polizei aktuell blitzt wie der Teufel; auf allen Kanälen war die Nachricht zu hören. Trotzdem waren nicht wenige Verkehrsteilnehmer erheblich zu schnell unterwegs. Kontrollaktionen seien deshalb „weiterhin unentbehrlich“, schreibt die Polizei in ihrer Bilanz.

Auf Straßen in Baden-Württemberg stirbt laut einer Mitteilung des Innenministeriums alle 20 Stunden ein Mensch, und zu hohe Geschwindigkeit ist bei tödlichen Unfällen die Ursache Nummer eins. Innenminister Thomas Strobl verweist darauf, dass gezielte Verkehrsüberwachung die Verkehrssicherheit verbessere. Je höher der Kontrolldruck, je schwerwiegender die Sanktionen bei Regelverstößen – desto eher ändern Verkehrsteilnehmer ihr Verhalten, sprich, nehmen den Fuß vom Gas, zumindest ein bisschen. Dieser Zusammenhang sei wissenschaftlich erwiesen, heißt es beim Innenministerium.

2018: Enormer Anstieg der Zahl der Verstöße

Messungen lohnen sich auch für all jene, die von den Bußgeldern profitieren. Bemerkenswert: Vergangenes Jahr hat sich im Gebiet des Polizeipräsidiums Aalen die Zahl der Verstöße zwar nicht ganz, aber doch annähernd verdoppelt. Die „konsequente Bekämpfung dieser Unfallursache“ sei „oberstes Ziel polizeilichen Handelns“, heißt es im aktuellen Jahresbericht des PP Aalen.

Seit vergangenem Jahr stehen den Beamten zusätzlich neue Messanhänger zur Verfügung. Deren Vorteil ist, dass man mit diesen Anhängern mehrere Tage lang die Geschwindigkeit der Autofahrer messen kann, ohne dass dafür Personal vorgehalten werden müsste. Das Innenministerium hat angekündigt, dass noch dieses Jahr weitere dieser Messanhänger angeschafft werden sollen. Bisher nutzt die Polizei für ihre Messungen vor allem Handlasermessgeräte und Lichtschranken.


Hintergrund

  • Zu hohe Geschwindigkeit zählt zu den Hauptunfallursachen. 2018 war laut Polizei bei 65 Prozent aller Unfälle, die tödlich endeten, zu hohe Geschwindigkeit der Grund. Die Zahlen beziehen sich aufs gesamte Polizeipräsidium Aalen, das für den Rems-Murr- und den Ostalbkreis sowie für Schwäbisch Hall zuständig ist.
  • Bei rund 30 Prozent der Unfälle mit Verletzten war 2018 jemand zu schnell gefahren.
  • Bei 14 Prozent aller Unfälle steht in der 2018er-Unfallstatistik zu hohe Geschwindigkeit als Unfallgrund.