Rems-Murr-Kreis

Debatte um die FFP2-Maskenpflicht: Wie wappnen sich Apotheken im Rems-Murr-Kreis?

Mundschutz
Symbolbild. © Alexandra Palmizi

Zertifizierte FFP2-Masken sind derzeit in vielen Online-Apotheken und im Drogerie-Versandhandel vergriffen, und auch die Preise im Internet steigen: Kaum hat Bayern am Dienstag die FFP2-Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr verkündet, zeigen sich die ersten Auswüchse des untrennbar mit der Corona-Pandemie verbundenen Hamsterphänomens.

„In Bayern muss es wirklich schlimm zugehen. Nach den Erzählungen einer Kollegin, deren Tochter in München studiert, sind dort derzeit so gut wie keine FFP2-Masken mehr zu bekommen“, berichtet Ariana Hoti, die in der Apotheke Marktgasse in Waiblingen arbeitet.

Medienberichte über die Zustände in Bayern vermitteln einen ähnlichen Eindruck. Dort ist vom Ausverkauf in Drogerien, aber allenfalls kurzfristigen Engpässen in Apotheken die Rede. Doch das Thema betrifft eben nicht nur unser Nachbar-Bundesland.

Denn wenn dessen Ministerpräsident Markus Söder vorprescht, ziehen andere Bundesländer bekanntlich häufig nach – in diesem Fall auch Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl, der sich bereits einen Tag später, am Mittwoch (13. 1.), für eine FFP2-Maskenpflicht in bestimmten Bereichen auch hierzulande aussprach.

Die Nachfrage nach FFP2-Masken steigt in einigen Apotheken

Und offenbar decken sich im Rems-Murr-Kreis ebenfalls bereits einige Bürger mit FFP2-Masken ein - vermutlich aus Sorge vor Regelverschärfungen oder Ausverkäufen: „Wir haben in den vergangenen Tagen tatsächlich eine gestiegene Nachfrage bemerkt“ – so das Fazit aus mehreren Apotheken in Waiblingen, Schorndorf und Weinstadt. In weiteren Apotheken in Fellbach und in Schorndorf war hingegen kein Unterschied festzustellen.

Das bedeutet zum Beispiel: „Bei uns stehen die Leute ohnehin schon Schlange, seit es diese Gratis-FFP2-Masken für Risikopatienten gibt“, sagt eine Mitarbeiterin der Stadtapotheke in Fellbach.

Wer 60 Jahre und älter ist oder zu einer besonderen Risikogruppe gehört, bekommt FFP2-Masken für einen besseren Schutz gegen eine Infektion mit dem Coronavirus. Im Dezember konnten sich Anspruchsberechtigte drei Masken in der Apotheke abholen, was ein hohes Kundenaufkommen verursachte. Nun erhalten sie von ihren Krankenkassen Gutscheine für weitere zwölf Schutzmasken. Doch das funktioniere nicht besonders gut, so die Apothekenmitarbeiterin aus Fellbach: „Es ist eine Katastrophe, weil so gut wie keiner einen Gutschein von seiner Krankenkasse mitbringt.“

Große Vorräte an zertifizierten FFP2-Masken in den Apotheken

Befürchtungen vor Lieferproblemen bei den FFP2-Masken haben die ansässigen Apotheker aber nicht. Selbst dann nicht, wenn es in den nächsten Tagen tatsächlich zu vermehrten Hamsterkäufen käme. „Wir haben genug Vorräte an FFP2-Masken da. Und wir haben gute und geprüfte Bezugsquellen. Daher kann ich mir nicht vorstellen, dass es in naher Zukunft zu Defiziten kommt“, sagt beispielsweise Birgit Feuchter, die in der Schorndorfer Uhland-Apotheke arbeitet. Ariana Hoti aus Waiblingen berichtet: „Wir haben unsere Vorräte ohnehin gerade aufgefüllt. Auch im Hinblick auf die Gratismasken.“

Das Geschäft mit den FFP2-Masken scheint jedenfalls gut zu laufen: Nahezu täglich, das berichten mehrere der befragten Apotheker, träfen Faxe von bisher unbekannten Maskenherstellern ein. Darunter seien auch klein- und mittelständische Betriebe, die in der Corona-Pandemie offenbar nach neuen Geschäftsfeldern suchten. Nicht alle davon seien nach EU-Standards zertifiziert, daher wählen die Apotheker genau aus.

Wer derzeit also FFP2-Masken kaufen will, bekommt sie eventuell zwar kurzfristig nicht im Internet, wohl aber problemlos in der Apotheke. Falls gewünscht, auch im Zehnerpack.

Tipps für den FFP2-Masken-Kauf

  • Die Schutzwirkung von FFP2-Masken ist größer als bei normalen Schutzmasken, weshalb die Tragepflicht derzeit im Gespräch ist. Denn winzige Feuchtigkeitströpfchen (Aerosole), die auch das Coronavirus enthalten können, bleiben beim Ein- und Ausatmen im Filter hängen und gelangen nicht in die Raumluft. 
  • Die Masken müssen dabei aber unbedingt dicht am Gesicht abschließen, sonst schützen sie nicht mehr als ein herkömmlicher Mund-Nasen-Schutz.
  • Beim Kauf einer FFP2-Maske sollte man zudem auf verschiedene Qualitätsmerkmale achten: Neben der Bezeichnung der Filterleistung („FFP2“, „KN95“ (China) oder „N95“ (USA) sollte die Norm „EN 149“ aufgedruckt sein, nach der die Funktion des Filtermaterials getestet wurde. Eine gute Maske hat zudem ein CE-Zeichen mit einem vierstelligen Code, der auf die zertifizierende Institution hinweist.