Rems-Murr-Kreis

Den vier Schwänen geht es trotz Hitze gut

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Drama um ausgebüchste Schwäne Schwäbisch Gmünd Sieglinde Gustav_0
Bisher ist unklar, ob Gustav und Sieglinde in ihre alte Heimat zurückkehren werden. © Alexander Roth
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Noch können die Schwäne in der Rems schwimmen. Das Wasser wird aber immer knapper.

Schwäbisch Gmünd. Wer zurzeit am Gmünder Remsstrand entlangspaziert, dem wird der niedrige Wasserstand auffallen, und mit etwas Glück wird er die vier Schwäne zu Gesicht bekommen. Den beiden weißen Tieren – Gustav und Sieglinde – und den beiden schwarzen Exemplaren – Georg und Helga II. – gehe es trotz der Hitze und des Wassermangels gut, sagt Gmünds Schwanenbeauftragter Hans Stollenmaier. Trotzdem wünscht er sich Regen.

Erstens gehe das mit dem Schwimmen im Fluss viel schlechter, wenn der Wasserstand so niedrig sei. Zweitens fänden die Schwäne auch weniger Nahrung im Wasser. Sie ernährten sich laut Stollenmaier von kleinen Muscheln und Fischen in der Rems, aber auch vom Gras am Ufer und vom Futter, das die Remsstrand-Besucher mitbrächten. Ums leibliche Wohl der Schwäne mache er sich keine Sorgen. Stollenmaier: „Sie bekommen genügend Futter.“ Enger wird’s für die Fische in der Rems. Denn wärmeres und weniger Wasser bedeute weniger Sauerstoff im Wasser. Und den bräuchten die Tiere nun mal zum Überleben.

Alle zwei bis drei Tage schaut Hans Stollenmaier bei seinen vier Schützlingen an der Rems vorbei. „Wenn ich sie rufe, dann erkennen sie meine Stimme und kommen zu mir“, erklärt der Schwanenexperte. Dann gibt’s ein paar mitgebrachte Weckle für die Tiere. Das schmecke den Schwänen sehr gut. Das Futter wirft Stollenmaier den Schwänen direkt ins Wasser. Eine Zeit lang habe er es in das kleine Holzhäuschen nahe der Brücke am Forum Gold und Silber gelegt. Das habe aber auch unliebsame Ratten und Mäuse angelockt. Deshalb stehe das Holzhäuschen nun leer.

Die Tiere haben kein Nest und daher auch keinen Nachwuchs

Vergeblich werden Passanten derzeit nach einem Schwanennest suchen. „Die Tiere schlafen eigentlich im Wasser“, erklärt Stollenmaier. Da seien sie vor Feinden wie Füchsen und Waschbären geschützt. Ein Nest bräuchten die Schwäne nur, wenn sie Eier ausbrüteten. Bei Georg und Helga II. sieht Stollenmaier im Moment aber schwarz. Helga ist erst knapp drei Jahre alt. In der Regel seien Schwäne mit etwa vier Jahren geschlechtsreif. Dann müsste es allerdings am Remsstrand auch etwas ruhiger werden, meint Stollenmaier. Zahlreiche Veranstaltungen würden Schwäne bei der Brut stören. „Vielleicht suchen sie sich dafür auch mal einen Platz weiter unten an der Rems, wo es ruhiger ist“, sagt Stollenmaier. Seit März 2018 ist das Schwanenquartett wieder am Remsstrand unterwegs. Füttern ist erlaubt – aber nur in Maßen, erzählt Stollenmaier.

Zur Landes-Gartenschau kamen die Schwäne nach Gmünd

Bereits im Mai 2014 waren zwei schwarze Schwäne zur Landesgartenschau nach Schwäbisch Gmünd gekommen. Benannt wurden sie nach ihren Paten Georg und Helga Eichele. Bis Sommer 2017 lebten Georg und Helga Nummer eins an der Rems. Dann verschwand Helga I. spurlos. Ob sie Opfer eines Fuchses oder eines anderen Fressfeindes geworden ist, weiß keiner.

Im Februar 2018 kam Helga II. nach Gmünd. Stollenmaier holte die Schwanendame mit belgischer Abstammung von einem Züchter in Cottbus zu sich. Einige Wochen durften sich Georg und Helga II. auf dem Schurrenhof bei Hans Stollenmaier beschnuppern.

Das hat gut funktioniert. Seit März sind die beiden wieder am Remsstrand. Dort teilen sie sich das Revier mit den weißen Schwänen Sieglinde und Gustav. Diese hatten im November 2017 den Remsstrand in Gmünd verlassen und sich ein ruhigeres Plätzchen an der Rems bei Plüderhausen gesucht. Doch er hat sie wieder nach Gmünd geholt. Stollenmaier und seine Frau Andrea fuhren, als sie von dem neuen Wohnort der Schwäne erfuhren, postwendend nach Plüderhausen und trafen dort tatsächlich die beiden Gmünder Schwäne an. Das Männchen drehte den Kopf, als Stollenmaier „Gustav“ rief, und auch sonst zeigten sich die Vögel mit ihrem Betreuer vertraut.

Die Furcht, dass die Schwäne Gmünd ganz den Rücken zukehren, sie war unbegründet. Aktuell weilen wieder alle vier Schwäne in Gmünd.