Rems-Murr-Kreis

Die Radwegprojekte im Rems-Murr-Kreis

1156d61c-5562-4199-8e88-7caa7f79ee36.jpg_0
In der Region Stuttgart werden nur sieben Prozent des Verkehrs mit dem Fahrrad bewältigt. Der Anteil ließe sich auf zehn Prozent steigern, wenn Radeln richtig gefördert wird, zum Beispiel mit neuen Radwegen oder mit Anschlüssen an den ÖPNV. © Zürn / ZVW

Waiblingen. Beim Radverkehr bleibt der Regionalverkehrsplan vage. Während für die Straßen und die Schiene konkrete Pläne geschmiedet und Wünsche formuliert werden, hält sich der Verband Region Stuttgart bei den Radwegen merklich zurück.

Der Anteil des Fahrradverkehrs am werktäglichen Gesamtverkehr in der Region Stuttgart lag im Analysejahr 2010 bei rund 7,7 Prozent, heißt es im Regionalverkehrsplan über dessen Bedeutung. Häufiger steigen Schüler, Auszubildende und Studenten aufs Rad. Beim sogenannten Ausbildungsverkehr erreichte das Rad einen Anteil von rund 13 Prozent. Etwa ein Viertel aller mit dem Fahrrad zurückgelegten Wege war kürzer als ein Kilometer, rund 60 Prozent kürzer als zwei Kilometer und knapp 85 Prozent kürzer als fünf Kilometer. Die Verkehrsprognosen zu den Szenarien zeigen auf, „dass die Fahrradnutzung im Alltag ohne eine Förderung des Radverkehrs leicht zurückgeht und durch eine gezielte Förderung mit einem verbesserten Angebot regionsweit auf annähernd zehn Prozent gesteigert werden kann“.

<< Mehr dazu lesen Sie hier: 

Der Anteil des Radverkehrs kann auf zehn Prozent steigen, wenn. . .

Als Beispiele für solche Angebote nennt der RVP die Radstrategie des Landes, vielfältige Radverkehrskonzepte der Landkreise und Städte in der Region Stuttgart. Nicht nicht zuletzt seien Mobilitätspunkte mit Rad- und/oder Pedelec-Verleihstationen eingerichtet worden sowie Park-and-Bike-Stellplätzen an mehreren Schienenverkehrshaltestellen mit Hilfe einer Förderung durch das Programm „Modellregion für nachhaltige Mobilität“ des Verbandes Region Stuttgart. Im Jahr 2018 starte zudem unter dem Namen „Regio-Rad Stuttgart“ ein regionsweites, flächendeckendes Zweirad-Verleihsystem mit Anschluss an den ÖPNV in der Region Stuttgart. Einen Beitrag hierzu soll das regionalbedeutsame Radverkehrsnetz liefern. Bei diesem steht im Gegensatz zu den Radwegen des Landschaftsparks, die vorwiegend dem Freizeit- und touristischen Verkehr dienen, der Alltagsverkehr und somit die Verbindungsfunktion der Radwege im Vordergrund.

Ansätze für eine Förderung des Rades gibt es inzwischen auch im Rems-Murr-Kreis. Erstmals ist der Ausbau der Radwege Teil des Kreisstraßenmaßnahmeplanes bis 2021 und wird mit einer halben Million Euro bedacht. Ein Radwegkonzept soll die vorhandenen, oft lokalen Radwege sinnvoll miteinander verbinden.

Geplant werden auch zwei sogenannte Radschnellverbindungen, nämlich zwischen Waiblingen und Schorndorf sowie zwischen Waiblingen und Ludwigsburg. Diese Schnellverbindungen stellen laut RVP ein relativ neues Instrument der Verkehrsplanung dar, das einhergehend mit der Verbreitung von Pedelecs und E-Bikes zunehmend Bedeutung erlange. „Sie verknüpfen wichtige Quell- und Zielbereiche mit hohen Nachfragepotenzialen über größere Distanzen hinweg.“ Durch besonders hohe Qualitätsstandards hinsichtlich Linienführung, Ausgestaltung, Netzverknüpfung und begleitender Ausstattung erhalten die Verkehrsteilnehmer eine attraktive Möglichkeit, längere Strecken durchgängig, mit hohen Reisegeschwindigkeiten und sicher zurückzulegen.