Rems-Murr-Kreis

Die sechsköpfige Sonnenblume

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Wer hat die größten Blüten, Früchte, Gartengewächse? © ZVW/Sarah Utz
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„Normal ist eine Blüte“: Otto Kramer (78) vor seiner knapp 1,90 Meter großen Sonnenblume in seinem Garten am Ortsrand von Beutelsbach. Sie hat fünf große und eine kleine Blüte.
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„Grüne von der Moldau“ heißt diese große Fleischtomate, die Otto Kramer zum ersten Mal anbaut. Das Besondere: „Die werden gar nicht ganz rot.“ © Gabriel Habermann

Waiblingen/Weinstadt. Wer hat die größten Gurken, wer die dicksten Tomaten, wer die längsten Blumen? In der Serie „Giganten“ stellen wir Menschen vor, die in ihrem Garten besonders groß geratene Gewächse haben. Den Anfang macht der Beutelsbacher Otto Kramer mit seiner Sonnenblume mit sechs Blüten.

„Die gieß’ ich so gut wie nie“: Otto Kramer muss sich um seine Sonnenblumen gar nicht groß kümmern, ganz im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen in seinem Garten. Das Grundstück hier am Ortsrand von Beutelsbach besitzt der heute 78-Jährige, seit er 1971 hergezogen ist. Es war mal eine Abstellfläche für Planierraupen des Baugebiets, in dem Otto Kramer sein neues Zuhause fand.

Mit dem lehmigen Boden ist der langjährige Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Beutelsbach mehr als zufrieden. „Wenn man den ständig hackt, wird er ganz bröselig und wunderbar fruchtbar.“ Ein großes Geheimnis für seine Sonnenblumen hat Otto Kramer nicht. Er düngt sie nur mit Kompost, den er selbst herstellt – und Pflanzenschutzmittel nutzt er laut eigenen Angaben nie.

Sonnenblumen sind genügsam

Warum er nun ausgerechnet in diesem Jahr seine erste Sonnenblume mit sechs Blüten bekommen hat, weiß Otto Kramer nicht. Vielleicht, witzelt der studierte Jurist, sei er ja erblich vorbelastet: „Meine Vorfahren mütterlicherseits waren hunderte Jahre fürstliche Hofgärtner in Südwürttemberg in Oberschwaben.“

Otto Kramer ist bewusst, dass Sonnenblumen im Vergleich zu anderen Pflanzen nicht besonders anspruchsvoll sind. Sie brauchen tatsächlich vor allem einen sonnenreichen Platz. Mit einer Größe von knapp 1,90 Metern ist seine Sonnenblume mit den sechs Blüten auch nicht besonders groß – aber sie hat eben sechs Blüten. Und das hatte der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins in all den Jahrzehnten noch nie in seinem Garten.

Große Rüben aus Russland und Tomaten, die grün geerntet werden

Was Besonderes sind nach Otto Kramers Ansicht auch seine „Grünen von der Moldau“, wie jene Fleischtomaten heißen, die selbst im reifen Zustand nie ganz rot sind. „Ich habe die von meinem Sohn, der lebt in Passau an der tschechischen Grenze.“ Auch relativ große Rüben aus Russland wachsen in Kramers Garten, die ihm sein Sohn von einer beruflichen Sibirien-Reise mitgebracht hat. Auch hier düngt Kramer wieder mit seinem Kompost, bei dem es nach seiner Erfahrung auf eine gute Mischung aus krautigen Pflanzenabfällen und etwas Holz ankommt. Die Erde, die hier im Lauf der Zeit entsteht, siebt der 78-Jährige immer, bevor er sie verwendet. Alles, was im Sieb hängenbleibt, muss für einen weiteren Durchlauf in den Kompostbehälter.

Äpfel mit Bio-Zertifikat

Mit seinem Garten und auch seinem rund 220 Mitglieder starken Verein ist Otto Kramer zufrieden. Die Schülergruppe für Acht- bis Zwölfjährige, die mit dem BUND betrieben wird, kann von September an wieder Zuwachs brauchen, aber wirkliche Sorgen um die Zukunft des Obst- und Gartenbauvereins hat Kramer nicht. Für seine Äpfel erhält er dank Biozertifizierung für 100 Kilo rund 20 Euro und damit das Dreifache dessen, was für Obst aus konventionellem Anbau gezahlt wird.

Das Einzige, was ihm zu seinem Gartenglück jetzt im Sommer noch fehlt, ist ein Wasseranschluss vor Ort – denn aufgrund der Trockenheit ist der Bedarf seiner Pflanzen (nicht alle sind so genügsam wie die Sonnenblumen) nicht nur aus seinen Regentonnen zu stillen. Allein, auch das Wasserholen hat einen Vorteil: „Das hält mich am Schwitzen.“


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