Rems-Murr-Kreis

Die Tricks der Taschendiebe – und wie Sie sich schützen können

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Symbolbild. © Johanna Heckeley

Waiblingen. Langfinger sind am liebsten in großen Menschenmengen am Werk. Sie schlagen im dichten Gedränge an Zügen, Bahnhöfen oder auf Märkten zu. Stehlen Geldbeutel und andere Wertgegenstände. Dabei bleiben die Diebe häufig unbemerkt. Um böse Überraschungen zu vermeiden ist es wichtig ihre Tricks zu kennen.

Taschendiebe arbeiten blitzschnell und oft im Team. Sie nutzen die Deckung in größeren Menschenansammlungen. Drängeln beim Ein- oder Aussteigen an öffentlichen Verkehrsmitteln. Sind die Opfer erst abgelenkt, haben die Täter leichtes Spiel. Das Diebesgut wird aus Taschen oder Gepäckstücken gezogen und unauffällig an Komplizen weitergegeben. Viele Bestohlene bemerken den Verlust erst viel später. Das ist der Grund dafür, dass nur sehr wenige Taten aufgeklärt werden.

Tipp: Seien Sie aufmerksam und zeigen Sie ein gesundes Maß an Misstrauen gegenüber fremden Personen. Tragen Sie Wertgegenstände eng am Körper und Handtaschen so, dass die Öffnung zur Körperseite zeigt. Lassen Sie Ihr Reisegepäck nie aus den Augen!

Quelle: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes

Polizeiliche Kriminalprävention
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Das Repertoire der Taschendiebe kennt kaum Grenzen, fast täglich werden neue Tricks bekannt. Hier die gängigsten Methoden:

Der Rempel-Trick: Das Opfer wird im Gedränge angerempelt oder "in die Zange" genommen. Beim Einsteigen in Bus oder Bahn stolpert der Vordermann, bückt sich oder bleibt plötzlich stehen. Das Opfer läuft auf und ist abgelenkt. Ein Komplize nutzt die Situation und greift in die Tasche.

Der Drängel-Trick: In vollen Bussen oder Bahnen rückt ein Dieb unangenehm dicht an das Opfer heran. Dieses wendet ihm den Rücken zu. Schon ist die Tasche griffbereit.

Der Stadtplan-Trick: Fremde fragen das Opfer nach dem Weg und halten ihm einen Stadtplan vor oder bitten es - etwa auf Bahnhöfen - an einen ausgehängten Plan. Während sich das hilfsbereite Opfer orientiert, plündern andere Täter die Hand- oder Umhängetasche.

Der Geldwechsel-Trick: Fremde bitten das Opfer, eine Münze zu wechseln. Sobald das Opfer die Geldbörse zieht und das Münzfach öffnet, wird es vom Täter abgelenkt. Während dieser beispielsweise seine Münze in die Börse wirft, nimmt er Banknoten heraus.

Der Beschmutzer-Trick: Insbesondere nach einem Bankbesuch wird das Opfer "versehentlich" mit Ketchup, Eis oder einer Flüssigkeit bekleckert. Beim wortreichen Reinigungsversuch verschwindet das gerade abgehobene Geld aus der Jackentasche.

Der Supermarkt-Trick: Im Supermarkt fragen Fremde das Opfer nach einer bestimmten Ware. Während es danach sucht, wird die Tasche am Einkaufswagen ausgeräumt.

Der Hochhebe-Trick: In einer Gaststätte behauptet jemand, das Gewicht des Opfers schätzen zu können. Beim Hochheben "zieht" er oder ein Komplize die Geldbörse.

Der Bettel-Trick: Kinder halten dem Opfer im Lokal ein Blatt Papier vor mit der Bitte um eine Spende. Oder sie tollen auf der Straße um das Opfer herum und betteln es an. Dabei nutzt einer die Ablenkung für den blitzschnellen Griff nach der Geldbörse oder in die Handtasche.

Der Blumen-Trick: Ein Fremder begrüßt das Opfer freundschaftlich, umarmt es oder steckt ihm eine Blume an. Während das Opfer verdutzt ist, verschwindet die Brieftasche.

Der Taschenträger-Trick: Die Diebe spähen ältere Frauen beim Einkaufen aus und bieten ihnen scheinbar hilfsbereit an, den Einkauf nach Hause zu tragen. Dort eilen sie mit der Tasche die Treppe hinauf, während der ältere Mensch nicht so schnell hinterherkommt. Unterwegs nehmen sie die Geldbörse heraus, stellen die Tasche vor die Tür und kommen dem Opfer grüßend entgegen. Der Verlust wird erst später bemerkt.