Rems-Murr-Kreis

Diese zehn Kreisstraßen werden bald saniert

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Die Hälfte des fast 400 Kilometer langen Kreisstraßennetzes ist in einem schlechten oder sehr schlechten Zustand. © ZVW/Sarah Utz

Berglen/Plüderhausen. Vergabemarathon im Umwelt- und Verkehrsausschuss: Die Kreisräte haben am Montag zehn Straßenbau-Projekte auf den Weg gebracht. Mit der Rekordsumme von fast sechs Millionen Euro werden in diesem Jahr Kreisstraßen und Radwege gebaut, Rutschungen saniert oder Böschungen gesichert.

Das Straßenbauamt im Landratsamt kann endlich mal aus dem Vollem schöpfen. Im Kreishaushalt 2018 und in den drei Folgejahren sind jeweils sechs Millionen Euro für die Sanierung und den Ausbau von Kreisstraßen, Bauwerken und Radwegen eingeplant. Das Doppelte, was der Kreis in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten ausgeben konnte. Entsprechend desolat ist der Zustand des fast 400 Kilometer langen Kreisstraßennetzes.

Die Hälfte der Straßen gilt als marode. Die standardisierte Zustandserfassung und -bewertung ergab die Note 3,5 und schlechter. Im Sommer hat der Kreistag den Kreisstraßenmaßnahmenplan 2018-2021 beschlossen, in dem die 30 Projekte und zehn Bauwerke nach ihrer Dringlichkeit aufgelistet sind.

Dass die Kreisräte im Umwelt- und Verkehrsausschuss gleich zehn Projekte auf einen Streich abhakten, war dem Terminplan geschuldet. Am 26. Mai wird ein neuer Kreistag gewählt, die nächste Sitzung des neuen Verkehrsausschusses kann frühestens im Herbst stattfinden. Also musste der Kreistag sämtliche Ausschreibungen und Vergaben für dieses Jahr noch über die Bühne bringen – und die Straßenbauverwaltung sämtliche Projekte rechtzeitig vorbereiten.

  • K 1838: Ausbau Radweg zwischen Auenwald-Hohnweiler und Weissach-Oberweissach, Ausschreibung und Vergabe, 1,2 Kilometer, Bauzeit: August bis Oktober 2019, Kostenansatz: 560 000 Euro.
  • K 1834: Böschungssicherung der Murr bei Kirchberg a. d. Murr, Ausschreibung und Vergabe, Spätsommer 2019, Kosten: 380 000 Euro, von denen 200 000 Euro das Land übernimmt. Der Radweg entlang der Kreisstraße folgt 2020.
  • K 1915: Ausbau Kreisstraße und Neubau Radweg zwischen Berglen-Rettersburg und -Öschelbronn, 1,4 Kilometer. Die Straße muss während der Bauarbeiten zwischen Mai bis Dezember 2019 voll gesperrt werden. Mit 2,3 Millionen Euro ist der Ausbau der Kreisstraße samt Radweg das teuerste Einzelprojekt in diesem Jahr.
  • K 1806: Tiefergehende Sanierung zwischen Murrhardt und Karnsberg, Ausschreibung und Vergabe, 2,1 Kilometer, Bauzeit: Juni-November 2019, 1,2 Millionen Euro.
  • K 1819: Tiefergehende Sanierung zwischen Spiegelberg-Vorderbüchelberg und Kreisgrenze, Ausschreibung und Vergabe, 1,4 Kilometer, Sommerferien 2019, 390 000 Euro.
  • K 1821: Fahrbahndeckenerneuerung zwischen Spiegelberg und Jux, Ausschreibung und Vergabe, 1,8 Kilometer; Bau ist noch terminiert und wird mit dem Land abgestimmt. 670 000 Euro.
  • K 1892: Sanierung Rotbrücke Alfdorf-Hüttenbühl, Ausschreibung und Vergabe, August bis Oktober 2019, Vollsperrung. 180 000 Euro.
  • K 1886: Sanierung Rutschungen bei Plüderhausen-Walkersbach, Mai 2019, Vergabe, 230 000 Euro.
  • K 1807: Sanierung Rutschung bei Murrhardt-Waltersberg, Ausschreibung und Vergabe, 380 000 Euro.
  • Kreisverkehr an der B-29-Ausfahrt Weinstadt-Beutelsbach, K 1866/K 1862, Instandsetzung. Vollsperrung vom 12. bis 14. April. Vergabe: 215 000 Euro (mehr dazu hier).
  • Außer den zehn Kreisstraßen-Projekten stehen zwei Projekte des Landes in diesem Jahr noch auf der Tagesordnung (800 000 Euro). Saniert werden die L 1140 (Remshalden-Rohrbronn/Berglen-Hößlinswart/Steinach) sowie die L 1153 (Alfdorf-Kapf bis Anschluss B 298).

Die Hälfte des fast 400 Kilometer langen Kreisstraßennetzes ist in einem schlechten oder sehr schlechten Zustand. Zum zweiten Mal nach 2013 hat im Jahr 2017 ein Messfahrzeug sämtliche Kreisstraßen abgefahren und Unebenheiten, Spurrinnentiefe, fiktive Wassertiefe, Griffigkeit, Risse und Asphaltschäden erfasst und bewertet.

Mit der Bewertung nach einem neuen Verfahren (Note 3,4) sind die Kreisstraßen des Kreises in einem ähnlich miesen Zustand wie die des Landes: 197 Kilometer Kreisstraßen (51,4 Prozent) sind in einem schlechten oder gar sehr schlechten Zustand. Nur sieben Prozent erhalten die Note 1,0 bis 1,5 und weitere 42 Prozent immerhin die Note 2 bis 3,5.