Rems-Murr-Kreis

Doppelter Stempel auf dem Ei- was tun?

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Beispiel eines doppelt gestempelten Eis. Das sollte sofort gemeldet werden, es handelt sich um Verbrauchertäuschung. © Christine Tantschinez
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Das bedeutet die Zahl auf dem Ei

Stuttgart. Doppelt hält besser? Nicht, wenn es um die Herkunftssiegel bei Eiern geht. Verbraucher, die mehrfach gestempelte oder auch ungestempelte Eier in Eier-Verpackungen vorfinden, sollten dies der zuständigen amtlichen Lebensmittelüberwachung oder der Verbraucherzentrale melden.

Nicht erst seit in Deutschland Eier aus den Niederlanden gefunden wurden, die mit dem Insektizid Fibronil belastet sind, spielt die Herkunft der Lebensmittel für Verbraucher eine wichtige Rolle. In den Ländern der Europäischen Union ist eine einheitliche Eierkennzeichnung mit Hinweisen zur Herkunft, Haltung und Frische der Eier vorgeschrieben. Umso vorsichtiger sollte man sein, wenn sich gleich zwei solcher Stempel auf der Eierschale finden. Im Beispiel oben besagt etwa der erste Stempel, dass es sich um ein Käfig-Ei aus den Niederlanden handele. Der zweite Stempel deklariert das Ei aber als Freiland-Ei aus Baden-Württemberg.

Verbrauchertäuschung

„Das ist Verbrauchertäuschung und rechtlich natürlich nicht zulässig, weil die Herkunft der Eier verschleiert wird. Der Stempel auf dem Ei gehört zu den Pflichtangaben der Eier-Kennzeichnung und muss grundsätzlich auf jedem Ei eindeutig und lesbar sein“, kommentiert Christiane Manthey von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg den Fall. Das trifft auch zu, wenn der Stempel ganz fehlt. Werden Eier in Verpackungen angeboten, wird toleriert, wenn der Erzeugercode bei bis zu 20 Prozent der Eier nicht lesbar ist.

Einzige Ausnahme von der Kennzeichungspflicht: der Erzeuger-Direktverkauf auf dem Hof oder an der Haustür. Die Eier müssen dann ausschließlich von diesem Erzeuger stammen und unverpackt und unsortiert sein.

Verbraucher, die mehrfach gestempelte oder auch ungestempelte Eier in Eier-Verpackungen vorfinden, sollten dies der zuständigen amtlichen Lebensmittelüberwachung oder der Verbraucherzentrale melden.

Eier gehören zu den beliebtesten Lebensmitteln

Eier gehören nach wie vor zu den beliebtesten Lebensmitteln der Deutschen. Im Jahr 2016 lag der Verbrauch in Deutschland bei durchschnittlich rund 235 Eiern pro Kopf- und damit höher als in den zehn Jahren zuvor. Trotz mehrfacher Skandale rund um falsch deklarierte oder mit Giften oder Salmonellen belastete Eier.  

Ab 2026 keine Käfighaltung mehr

Übrigens: In Deutschland ist die Käfighaltung ab 01.01.2026 verboten. Bis dahin dürfen Hennen nur noch in der "Kleingruppenhaltung" gehalten werden. Die Käfige müssen eine Grundfläche von 0,080 m² pro Tier, einen Einstreubereich, ein Gruppennest und eine Käfighöhe von mindestens 50 cm aufweisen. Nach EU-Recht dürfen Legehennen in sogenannten "ausgestalteten Käfigen" gehalten werden mit mindestens 0,075 m² Käfigfläche pro Henne, einem Legenest, Einstreu, und Sitzstangen. Dies ist in Deutschland nur noch bis zum 01.01.2021 erlaubt. In allen anderen EU-Ländern ist diese Haltungsform auch weiterhin gestattet.