Rems-Murr-Kreis

Empfehlung: Veranstaltungen unter 100 Personen absagen

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Symbolbild. © Joachim Mogck

Rems-Murr-Kreis. Die Landkreise in der Region Stuttgart haben sich angesichts der Coronavirus-Verbreitung zu einer stärkenden Zusammenarbeit entschlossen. Man wolle die am Montag von der Landesregierung erstellten Regelungen und Maßnahmen tatkräftig unterstützen. Gleichzeitig empfehlen die Landkreise auch, Versammlungen und Veranstaltungen mit weniger als 100 Personen vorsoglich abzusagen. 

Veranstaltungen auch unter 100 Personen überdenken

Angesichts der weiter steigenden Zahl von Corona-Erkrankten haben sich die fünf Landräte der Region Stuttgart im Rahmen einer Telefonkonferenz am vergangenen Sonntag auf eine noch engere Zusammenarbeit in der Krise verständigt. Davon sei man überzeugt, denn uneinheitliche und zeitlich ungleich umgesetzte Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen mit Covid 19 sorgen unnötigerweise für Verunsicherung und werfen Fragen in der Bevölkerung auf. Die am Montag veröffentlichte Verordnung des Landes über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus SARS-Cov-2  schaffe jetzt Klarheit und wird ausdrücklich begrüßt, gab das Landratsamt Rems-Murr bekannt. 

Allerdings empfiehlt der Kreis auch, Veranstaltungen und Versammlungen unter 100 Personen vorsorglich abzusagen. Zwar seien diese momentan nicht von einem Verbot betroffen, der Appell gehe aber klar an die Bevölkerung, ihre Verantwortung wahrzunehmen und soziale Kontakte auf ein Minimum zu beschränken.

Weiterhin habe man sich darauf verständigt, dass sich die kommunalen Kliniken der Region eng abstimmen. In Krisenzeiten gebe es weder Wettbewerb noch Konkurrenz, sondern die Gesundheitsversorgung muss als gemeinsame Aufgabe verstanden werden. Priorität hätte die Überwindung der Engpässe bei der Versorgung mit medizinischer Schutzausrüstung. Die Probleme seien bereits an Bund und Land adressiert, der Nachschub aber noch immer nicht verbindlich sichergestellt. Daher müsse man alle Kräfte in der Region Stuttgart bündeln.

Nur noch eingeschränkter Betrieb in der Kreisverwaltung 

Ab Dienstag, 16. März 2020, herrscht in allen fünf Landkreisen in der Kreisverwaltung nur noch ein eingeschränkter Dienstbetrieb. Grundsätzlich gilt: Persönliche Besuche in den Dienststellen des Landratsamts sind nur in Notfällen und nach vorheriger Terminabsprache mit dem zuständigen Geschäftsbereich bzw. Sachbearbeiter möglich.  Persönliche Behördenbesuche sind nur noch nach Terminvereinbarung möglich. Dies gilt auch für die Zulassungs- und Führerscheinstellen.

Landesverordnung tritt in Kraft

Die am Montag erlassene Verordnung des Landes Baden-Württemberg tritt bis zum 15. Juni in Kraft und regelt die Schließung von Schulen, Kitas, Unis und Hochschulen bis zum 19. April 2020. Darüber hinaus gilt ein Versammlungs- und Veranstaltungsverbot über 100 Teilnehmer.
Geschlossen werden dahingehend 

  • Kultureinrichtungen jeder Art, insbesondere Museen, Theater, Schauspielhäuser, Freilichttheater                 
  • Bildungseinrichtung jeglicher Art, insbesondere Akademien und Fortbildungseinrichtungen, Volkhochschulen,                
  • Kinos,                
  • Schwimm- und Hallenbäder,
  • Thermalbäder, Saunen,                
  • Fitnessstudios und sonstige Sportstätten in geschlossenen Räumen,                
  • Volkshochschulen und Jugendhäuser,                
  • öffentliche Bibliotheken,                
  • Vergnügungsstätten sowie                
  • Prostitutionsstätten.

Auch für Gaststätten gelten Einschränkungen: Der Betrieb ist grundsätzlich untersagt, ausgenommen sind Speisegaststätten, wenn diese einen Abstand von 1,5 m zwischen Tischen oder Stehplätzen anbieten. Außerdem müssen für einen Monat die Kontaktpersonen nachverfolgbar bleiben.

Für Krankenhäuser, Pflege- und Altenheime gelten Besuchsverbote.