Rems-Murr-Kreis

Facebook-Apfelbörse wird zur Baumschnittbörse

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Im Januar 2016 waren Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins bei Schorndorf-Unterberken an den Obstbäumen zugange. Flüchtlinge aus Syrien halfen beim Schneiden mit. Genauso sollte der Obstbaumschnitt auch über die Apfelbörse laufen: Vereine, Initiativen, Jugend- und Freundesgruppen bieten ihre Arbeitskraft an, Obstbaumbesitzer sind mit dabei, erklären, unterstützen. Das muss doch zu machen sein! © Schneider/ZVW (Archiv)

Waiblingen. Die Obsternte war überreich. Damit auch im nächsten Jahr Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Quitten gut wachsen und reifen, brauchen die Bäume im Winter einen Schnitt. Deshalb wird die Apfelbörse des Zeitungsverlags jetzt zur Schnittbörse. Wer mitmacht und jenen hilft, denen die Arbeit an den Obstbäumen über den Kopf wächst, zeigt wahres Engagement für unsere Natur.

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Es ist so weit. Der Winter kommt, auch wenn davon noch nichts zu merken ist. Doch demnächst wird’s kalt. Ganz bestimmt. Und wenn das Thermometer nicht mehr über den Gefrierpunkt hinauskommt, gehen die Bäume in ihren Winterschlaf. Nichts fließt mehr. Alles in Ruhe beim Baum. Nicht aber beim Baumbesitzer.

Liebe Mitglieder der Apfelbörse. Liebe Apfel- und sonstiges Obstliebhaber. Dieser Artikel hat sich schon im Juni angekündigt. „Wir zeigen Initiative – und hoffen auf Ihre“ hieß damals die Überschrift des letzten Artikels in jener sechsteiligen Serie, die vom Sterben der Insekten berichtete und auch zeigte, wie unsere Kleinsten in der Natur gerettet werden können.

In kurzer Zeit mehr als 300 Mitglieder gewonnen

Eine der genannten Maßnahmen ist der Erhalt der Obstbaumwiesen. Über 5000 Tier- und Pflanzenarten sind hier zu finden. Dazu gehören unzählige Wildbienenarten und andere Insekten. Vor allem die verschiedenen Wildbienen haben in diesem Frühjahr und Sommer dafür gesorgt, dass der Apfelsegen so groß war. So groß, dass jene, die Baumstückle haben, sehr gern die Hilfe derer angenommen haben, die etwas von dem Obst ernten oder aufsammeln wollten. Die Apfelbörse des Zeitungsverlags hat innerhalb von kurzer Zeit über 300 Mitglieder gewonnen.

Jetzt demnächst aber wird’s vorbei sein mit der reichen Ernte. Die Bäume sind leer, das Fallobst ist beim Entsaften. Damit im nächsten Jahr Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Quitten wieder reifen können, brauchen die Obstbäume nun einen Schnitt. Für diese Arbeit braucht’s Kraft. Viele Obstbaumbesitzer können die Zeit und die Energie aus verschiedensten Gründen nicht mehr aufwenden. Sie brauchen Hilfe.

Helfer suchen, Hilfe anbieten

Hier kommt wieder unsere Apfelbörse ins Spiel. Sie wird in den Wintermonaten zur Schnittbörse. Denn vielleicht gibt es ja unter jenen, die im Herbst von den Früchten der anderen profitierten, jetzt auch einige oder gar viele, die bereit sind, für die kommende Saison vorzuarbeiten? Junge Familien, Jugendgruppen aller Art, Vereine, Freundeskreise, Initiativen – die Apfelbörse ist das Forum für die, die helfen wollen.

Das Prinzip bleibt dasselbe: Obstbaumstücklesbesitzer schreiben in der Gruppe über ihr Stückle. Wo liegt es? Wie viele Bäume sind zu schneiden?

Helfer schreiben, wer sie sind, wo sie hinfahren können, wie viel sie leisten können. Über die Nachrichtenfunktion kommen alle zusammen.

Es fließt kein Geld

Alle Apfelbörsenmitglieder wissen es längst: Wer bei der Apfelbörse mitmacht, bekommt kein Geld und zahlt auch keines. Bei der Ernte ist das ganz einfach: Die Helfer werden für ihre Mühe mit dem Obst belohnt. Beim Baumschnitt fällt das leider weg. Da hilft nur der Gedanke an den kommenden Segen. Aber vielleicht kennen sich Stücklesbesitzer und Helfer ja auch schon so gut, dass noch ein anderweitiges Geben und Nehmen in Gang kommt? Vielleicht engagieren sich die Stücklesbesitzer ja auch im Verein, werden zu Aushilfs-Oma oder -Opa, können bei irgendwelchen Behördengängen einspringen und so weiter. Vielleicht bilden sich ja feste Stücklesbesitzer- und Helfergemeinschaften?

Und noch was: Ein Baumschnitt ist nicht nur anstrengend, er will auch gekonnt sein. Deshalb, liebe Stücklesbesitzer: Lasst eure Helfer nicht allein. Mit guter Anleitung lernen auch Laien, wie die Äste geschnitten werden müssen. Und gemeinsam geht alles viel schneller und macht viel mehr Spaß.

Profis bieten Schnittkurse an

Das Landwirtschaftsamt bietet Baumschnittkurse an. Der Kurs beginnt donnerstags abends mit einem Vortrag. Freitag und Samstag dann können die Teilnehmer unter Anleitung die Praxis erproben. Die Teilnehmergebühr inklusive Fachbuch liegt bei 50 Euro.

Die Termine:

  • Raum Weinstadt-Großheppach: Donnerstag, 7. Februar 2019, 18 Uhr: Vortrag „Theoretische Grundlagen des Obstbaumschnitts“ im Landwirtschaftsamt Backnang, Erbstetter Straße 58, Raum 112, Freitag und Samstag, 8. und 9. Februar: Praktischer Obstbaumschnitt in Großheppach jeweils 9.30 bis etwa 16 Uhr
  • Raum Waiblingen: Donnerstag 21. Februar, 18 Uhr: Vortrag im Landwirtschaftsamt Backnang, Freitag und Samstag, 22. und 23. Februar: Praktischer Obstbaumschnitt in Waiblingen jeweils 9.30 bis 16 Uhr
  • Raum Schorndorf/Wieslauftal: Donnerstag 21. März, 18 Uhr: Vortrag im Landwirtschaftsamt Backnang, Freitag und Samstag, 22. und 23. März praktischer Obstbaumschnitt in Schorndorf/Wieslauftal jeweils 9.30 bis 16 Uhr

Anmeldungen bei der Kreisobstbauberatung - Landwirtschaftsamt Rems-Murr-Kreis, Backnang, Johannes Eder, j.eder@rems-murr-kreis.de oder per Telefon 07191/8954228. Anmeldeschluss ist jeweils vier Wochen vor Kursbeginn.