Rems-Murr-Kreis

Faktencheck Nordostring: Am Ende nicht der Hauch einer Einigung

Stau B29
Helfen mehr Straßen gegen den Stau, oder locken sie bloß noch mehr Autoverkehr an? © Benjamin Büttner

Der große Faktencheck zum Nordostring ist gelaufen, nach vier Fachdialogen gab es am Montag Abend zum Abschluss eine virtuelle Online-Podiumsdiskussion – und die Debatte ist so festgefahren wie eh und je: Die Ring-Gegner sind weiter dagegen, die Befürworter weiter dafür.

Contra Ring: Winfried Hermann, der grüne Landesverkehrsminister - dieses Straßenbauprojekt stamme „aus dem letzten Jahrhundert“ und sei „nicht mehr zeitgemäß“.

Pro Ring: Thomas Bopp, CDU, Vorsitzender des Verbandes Region Stuttgart - eine vierspurige Straße vom Raum Ludwigsburg/Kornwestheim über das Schmidener Feld in den Raum Fellbach/Waiblingen „ist verkehrlich notwendig“.

Contra Ring: Joseph Michl, Vorsitzender der Arge Nordost - der Klimawandel werde „eines der ganz existenziellen Probleme“ der nächsten Jahrzehnte sein, und noch eine neue Auto-Straße sei da gewiss nicht die Lösung.

Pro Ring: Andreas Hesky, Oberbürgermeister von Waiblingen - eine „gute Straßenanbindung“ an die A81 bei Ludwigsburg sei „für jedes Unternehmen“ im Rems-Murr-Kreis „wichtig“.

Contra Ring: Gabriele Zull, Oberbürgermeisterin von Fellbach - der Nordostring wäre quasi „eine Autobahn über ein Gebiet, das eigentlich unvergleichlich ist“, nämlich über die landwirtschaftlich kostbaren Böden des auch vom Naherholungswert her wichtigen Schmidener Feldes.

Einigkeit gab es nur in einem Punkt: Die aktuellen Verkehrsprobleme könne der Nordostring auf gar keinen Fall lösen, denn fertig würde er, sofern er überhaupt mal gebaut werden sollte, eher 2050 als 2040. Minister Hermann folgerte deshalb: Anstatt wie schon seit Jahrzehnten immer weiter eine „Phantom-Diskussion“ zu führen, sollten alle miteinander sich endlich über schnell umsetzbare, „kleinräumige Lösungen“ wie zum Beispiel eine Hegnacher Ortsumfahrung unterhalten.

Ausführlicher Bericht folgt.