Rems-Murr-Kreis

Fragen und Antworten zum neuen Corona-Schnelltestzentrum des Landkreises

Corona-Schnelltestzentrum des Landkreises im Regelbetrieb
Gemeinsam mit den Kliniken und dem DRK-Kreisverband hat der Kreis ein Corona-Schnelltestzentrum im Rems-Murr-Klinikum Winnenden eingerichtet. © Fuchs/Rems-Murr-Kliniken

Das Corona-Schnelltestzentrum des Landkreises hat seinen Betrieb aufgenommen. Das teilte die Pressestelle des Landratsamtes am Montag (09.11.) mit. Warum wurde das Testzentrum eingerichtet, wie viele Tests können pro Tag durchgeführt werden und was plant der Kreis darüber hinaus? Wir geben die Antworten.

Warum hat der Rems-Murr-Kreis dieses Zentrum eingerichtet?

In den letzten Wochen hat die Übermittlung von Testergebnissen durch Labore auch im Rems-Murr-Kreis zunehmend länger gedauert und teils mehrere Tage in Anspruch genommen. Ein Umstand, der nicht nur für Betroffene belastend ist, sondern auch nachteilig für die schnelle Ermittlung von engen Kontaktpersonen und das Unterbrechen von Infektionsketten.

Zu den Engpässen der Labore kommt erschwerend hinzu, dass mit hohen Infektionszahlen zwangsläufig auch eine steigende Belastung der Ärzteschaften einhergeht. „Es wurde daher von den Ärzteschaften des Rems-Murr-Kreises schon vor den Herbstferien signalisiert, dass die Versorgung symptomatischer Patienten Priorität habe und gerade Reihentestungen in Schulen, Kitas und vor allem auch Pflegeeinrichtungen ohne eine Anpassung der Test-Strukturen nicht mehr dauerhaft leistbar sei“, heißt es in der Mitteilung vom Montag.

„Unser Ziel war es, auf die Wintermonate vorbereitet zu sein, wenn die Schulen und Kitas nach den Herbstferien wieder öffnen“, sagt Landrat Richard Sigel. Gemeinsam mit den Rems-Murr-Kliniken und dem DRK-Kreisverband hat der Rems-Murr-Kreis daher ein Corona-Schnelltestzentrum im Rems-Murr-Klinikum Winnenden eingerichtet. Dort können seit vergangener Woche insbesondere Reihentestungen für Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen mit Corona-Antigentests zur patientennahen Anwendung, sogenannte „PoC-Schnelltests“ durchgeführt werden.

Wie viele Tests können pro Tag durchgeführt werden?

Die Anmeldung erfolgt bei einem Corona-Ausbruch elektronisch über die jeweilige Schule oder Kinderbetreuungseinrichtung in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt. „Wir haben uns darauf vorbereitet, zu Beginn rund 80 Tests pro Tag durchzuführen. Eine Ausweitung der Testkapazitäten wäre jederzeit möglich“, so Projektleiter Jörg Behrens vom DRK-Kreisverband Rems-Murr e.V.

Corona-Schnelltestzentrum des Landkreises im Regelbetrieb
Im Schnelltestzentrum können zukünftig ganze Klassen und Kitagruppen durchgetestet werden. Aber nur nach Anmeldung über die Schule. © Fuchs/Rems-Murr-Kliniken

Das Schnelltestzentrum ergänzt die bisherigen Teststrukturen im Landkreis, die gemeinsam mit den Kreisärzteschaften aufgebaut und entwickelt wurden. Der Einsatz erfolgt in enger Abstimmung mit den Kreisärzteschaften, zusätzlich zu den Corona-Tests in den Arzt- und Corona-Schwerpunktpraxen im Landkreis, der Corona-Ambulanz Schorndorf und den mobilen Einsätzen des Infektomobils. Es gibt mit dem Corona-Schnelltestzentrum zukünftig eine weitere Säule, die verlässliche Strukturen auch bei hohen Fallzahlen gewährleisten soll.

Die geplante Ausweitung der Corona-Schnelltests auf die Feuerwehren und Rettungsdienste im Kreis mit Unterstützung der Kreissparkasse Waiblingen ergänzt ebenfalls bestehende Strukturen. Schon in der ersten Welle wurde beispielsweise für alle Feuerwehren gemeinsam mit den Kreisärzteschaften die Möglichkeit eröffnet, über den Kreisbrandmeister in einer „fast lane“, sozusagen auf der Überholspur, getestet zu werden.

Wie laufen die Tests ab?

Eine Testung ist nur nach Anmeldung möglich. Eine Testung für Einzelpersonen ohne Anmeldung ist derzeit nicht geplant und kann aus Kapazitätsgründen nicht erfolgen. Insbesondere die Testung von symptomatischen Personen übernehmen weiterhin die Arztpraxen, darunter vor allem die Corona-Schwerpunktpraxen.

Corona-Schnelltestzentrum des Landkreises im Regelbetrieb
Das Schnelltestzentrum ergänzt die bisherigen Teststrukturen im Landkreis, die gemeinsam mit den Kreisärzteschaften aufgebaut und entwickelt wurden. © Fuchs/Rems-Murr-Kliniken

Für das Testzentrum stellen die Rems-Murr-Kliniken am Standort Winnenden zwei Veranstaltungsräume im Verwaltungsgebäude zur Verfügung. Ein eigenes Hygienekonzept – unter anderem mit separaten Ein- und Ausgängen – wurde für das Testzentrum entwickelt und umgesetzt.

Es stehen zunächst zwei „Teststraßen“ von Montag bis Freitag von 8 bis 12 und 12.30 bis 16.30 Uhr zur Verfügung. Im Hintergrund ist immer ein Arzt der Kliniken verfügbar. Mitarbeitende des Landratsamts unterstützen beim Empfang und der Verwaltung. Die Tests werden direkt vor Ort ausgewertet, das Ergebnis liegt nach rund 30 Minuten vor und wird den Testpersonen schnellstmöglich per E-Mail übermittelt.

Was plant der Landkreis noch?

Mit dem Schnelltestzentrum hat der Rems-Murr-Kreis Neuland betreten. Es ist nach Angaben des Landratsamtes das erste Corona-Schnelltestzentrum, das in dieser Form vom öffentlichen Gesundheitsdienst in Baden-Württemberg eingerichtet und betrieben wird. Das Testzentrum konnte auch deshalb so schnell eingerichtet werden, weil die Rems-Murr-Kliniken ausreichend Schnelltests für einen sicheren Klinikbetrieb beschafft hatten.

Die Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Waiblingen Ines Dietze hat angekündigt, dass die Kreissparkasse die Kosten für mehrere tausend Schnelltests für Feuerwehren und Rettungsdienste in Form einer Spende übernehmen wird. „In diesen Zeiten ist es wichtig, dass für diejenigen, die für uns eintreten, wenn es brennt oder, wenn wir im Notfall Hilfe brauchen, gesorgt ist. Ich freue mich daher, dass wir hier als Kreissparkasse unterstützen und gemeinsam mit dem Landkreis einen kleinen Beitrag zu verlässlichen Strukturen auch in Zeiten einer Pandemie leisten können“.

Das Angebot der Testung für den Bereich der kritischen Infrastruktur wird im Regelbetrieb angeboten, sobald die dafür bereits bestellten Corona-Schnelltests eingetroffen sind.

Was ist mit Corona-Ausbrüchen in Pflegeheimen?

Für Landrat Sigel sind Reihentestungen im neuen Corona-Schnelltestzentrum bei Ausbrüchen in Schulen und Kitas ein wichtiger Schritt, um in den kommenden Wintermonaten verlässlich Corona-Tests im Landkreis sicherstellen zu können. Der Landkreis hat aber auch die Situation in den Pflegeheimen im Blick: „Die Antigen-Schnelltests sind in vielen Pflegeeinrichtungen noch nicht angekommen, obwohl der Herbst längst da ist“, meint der Landrat.

„Es wird noch dauern, bis in der Praxis überall nach den Vorgaben der nationalen Testverordnung beispielsweise Bewohner und Personal von Pflegeeinrichtungen regelmäßig und flächendeckend mit Corona-Schnelltests getestet werden können. Auch hier werden wir daher im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen und sind bereits mit den Pflegeeinrichtungen und -diensten im Landkreis im Gespräch“, so der Landrat weiter.

Stimmen zum neuen Schnelltestzentrum

„Für die Rems-Murr-Kliniken hat ein sicherer Klinikbetrieb oberste Priorität. Wir haben für eine Testung der Patienten, Mitarbeitenden und Besuchern bereits vor Wochen Schnelltests beschafft. Wir können daher mit mehreren tausend Schnelltests das Schnelltestzentrum bestücken und den Betrieb über die Wintermonate auch sicherstellen“, sagt der Klinikgeschäftsführer Dr. Marc Nickel.

Sabine Hagenmüller-Gehring, die Leiterin des Staatlichen Schulamts in Backnang, ist ebenfalls Mitglied im erweiterten Corona-Krisenstab des Landkreises und die begrüßt das Corona-Schnelltestzentrum: „Für unsere Schulen, insbesondere für die Schülerinnen und Schüler und deren Eltern, ist die Einrichtung des neuen Testzentrums von großem Vorteil. So kann für die Schulgemeinschaft im Falle eines Infektionsgeschehens rasch Klarheit geschaffen werden, ob und wenn ja welche Maßnahmen in der Schule erfolgen müssen. Besonders in den letzten Wochen war die Wartezeit auf Testergebnisse häufig sehr lang, was zusätzlich zu Verunsicherung und Belastung führte.“