Rems-Murr-Kreis

Frauen verdienen 700 Euro weniger

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Frauen verdienen (immer noch) weniger als Männer - auch in der Region Stuttgart. © Christine Tantschinez

Waiblingen. Männer verdienen mehr als Frauen, angelernte Arbeiter weniger als Fachkräfte und Akademiker. Der Entgeltatlas 2017 bietet Einblicke, wer wo wie viel verdient. In der Region Stuttgart sind die Gehälter im Landkreis Böblingen am höchsten; der Rems-Murr-Kreis rangiert mit Göppingen auf dem letzten Platz.

Der Entgeltatlas ermöglicht den Beschäftigen, zu recherchieren, wie viel man in verschiedenen Berufen verdient – und lässt die Ergebnisse regional vergleichen. Wie viel verdient eine Bürokauffrau in Baden-Württemberg und wie viel ein Krankenpfleger in Nordrhein-Westfalen? Und wie sehen im Vergleich dazu die Verdienste im Bundesdurchschnitt aus? Wie wirkt sich eine Weiterbildung auf das Gehalt aus? Antworten auf diese Fragen gibt der Entgeltatlas der Statistik der Bundesagentur für Arbeit, der inzwischen mit aktuellen Daten aus dem Jahr 2017 bestückt ist.

Ein Mann in Böblingen müsste man sein

In der Anwendung kann man gezielt nach Berufen suchen. Die Ergebnisse werden zunächst in Form einer Deutschlandkarte angezeigt, aus der hervorgeht, in welchem Gehaltsspektrum sich die Berufstätigen in den einzelnen Bundesländern bewegen. Der Entgeltatlas kann aber noch weitaus mehr: So kann man sich beispielsweise anzeigen lassen, wie sich die Gehälter in Ost- beziehungsweise Westdeutschland verhalten, nach verschiedenen Altersgruppen oder dem Geschlecht filtern.

Wie sehr sich die Entgelte spreizen, zeigt nicht nur der Vergleich von Deutschland West und Deutschland Ost. Schon in der Region Stuttgart sind die Unterschiede beträchtlich. Fast nirgendwo unterscheiden sich die Bruttogehälter von Männern und Frauen so sehr wie in den von der Autobranche geprägten Landkreisen Böblingen und Ingolstadt. In Böblingen nimmt Mann durchschnittlich fast 5200 Euro mit nach Hause, Frau nur 3350 Euro. Fast bescheiden nimmt sich dagegen der Gehaltsunterschied von 700 Euro zwischen Mann und Frau im Rems-Murr-Kreis aus. Frau liegt mit rund 2980 Euro nur knapp über dem Bundesdurchschnitt (2920 Euro), Mann verdient hingegen rund 300 Euro mehr als der bundesdeutsche Durchschnittsmann.

Deutsche und Ausländer: Noch größerer Gehaltsunterschied

Größer als der Gehaltsunterschied zwischen Mann und Frau ist der zwischen Bürgern mit und ohne deutschen Pass. Im Rems-Murr-Kreis sind es rund 1000 Euro, nämlich gut 3600 Euro brutto gegenüber gut 2600 Euro. In diesen Durchschnittszahlen spiegeln sich die unterschiedlichen Qualifikationen wider.

Beschäftigte ohne Berufsausbildung verdienen mit rund 2400 weniger als die Hälfte von Akademikern (rund 5000 Euro). Fachkräfte mit einem anerkannten Berufsabschluss liegen mit einem Bruttogehalt von 3100 Euro dazwischen. Fazit: Eine Berufsausbildung schlägt sich in aller Regel auch im Geldbeutel spürbar nieder.


Männer im Osten verdienen am wenigsten

Die niedrigsten Einkommen erzielen Bürger in Ostdeutschland. In Görlitz, Rügen oder Rostock verdienen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte rund 2200 Euro brutto im Monat (Deutschland: etwa 3200 Euro). In diesen Regionen gibt es einen umgekehrten Einkommensunterschied zwischen Mann und Frau. Frauen verdienen dort bis zu 15 Prozent mehr als Männer. Was aber nicht etwa an den guten Gehältern von Frauen liegt, sondern weil die Männer dort nur Jobs in schlecht bezahlten Branchen wie dem Bau, Zeitarbeit oder Logistik finden.