Rems-Murr-Kreis

Fronleichnam

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Schorndorfer Marktplatz: Der Fronleichnam-Gottesdienst der katholischen Kirchengemeinde. © Sarah Utz

Waiblingen. Das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern feierte, wird in der Katholischen Kirche gleich zweimal gefeiert. Einmal am Gründonnerstag. Und dann nochmals, mit aller Pracht und Freude, an Fronleichnam.  

Gemessen an den anderen christlichen Festen ist Fronleichnam ein junges Fest. Eingeführt wurde es im 13. Jahrhundert, nachdem die heilige Juliana von Lüttich eine Vision hatte. Die Vision, dass im Kirchenjahr ein Feiertag fehlt nämlich einer, an dem die Eucharistie beziehungsweise das Abendmahl gefeiert wird. "Eigentlich geschieht das schon am Gründonnerstag", erklärt der katholische Pfarrer Franz Klappenecker. Der Gründonnerstag sei aber Teil der ernsten Karwoche, was einem großen Fest entgegensteht. Deshalb habe es offenbar ein Bedürfnis gegeben, dieses Ereignis nochmals zu feiern. Wegen des Gründonnerstags wählte man wieder einen Donnerstag, um das Fest zu begehen.

Mit Blumen und Glanz durch die Straßen

Mit Pracht und Glanz, bunt und feierlich, mit vielen Blumen und festlich gekleidet ziehen die Katholiken in vielen Gegenden mit der Fronleichnamsprozession durch die Straßen. Der Pfarrer trägt die Monstranz, darin ist als sichtbares Zeichen für den Glauben an die Gegenwart Christi die Hostie. "Man will die Aussage, dass Christus gegenwärtig ist in der Gestalt des Brotes, hinaustragen in die Welt", so Klappenecker. "Und man will sagen: Er ist mit uns auf dem Weg."

"Das Allerheiligste wird über schmutzige Straßen getragen"

Wie kein anderes Fest durchbreche dieses Fest die Grenze zwischen Sakralem und Profanem: "Das Allerheiligste wird über schmutzige Straßen getragen." Die Katholiken haben auf diesen Gegensatz ihre ganz eigene Antwort gefunden: In vielen Gegenden wird ein Blumenteppich ausgelegt, "damit die Straße würdig wird". Außerdem werden an den Straßen Blumenaltäre aufgebaut.

Der Leib des Herrn

Fronleichnam heißt übersetzt der Leib des Herrn. Das mittelhochdeutsche Wort "fron" bedeutet "Herr", und "leichnam" meint den lebendigen Leib. Seine Blüte hatte das Fest Klappenecker zufolge in der Zeit der Gegenreformation. Während die reformierten Kirchen davon ausgehen, dass Christus nur im Augenblick des Empfangs (Kommunion) in den Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig ist, ist die Lehrmeinung der Katholischen Kirche, dass diese Gegenwart über den Augenblick der Eucharistiefeier hinausreicht. "In manchen Gegenden hat man Fronleichnam als Akzent der Gegenreformation verstanden", so Klappenecker.

Fronleichnam 

  • Papst Urban IV. legte 1264 fest, Fronleichnam am zweiten Donnerstag nach Pfingsten zu feiern.
  • Papst Johannes XXII. sorgte 1317 dafür, dass das Fest in der ganzen abend ländischen Kirche begangen wird.
  • Die erste Fronleichnamsprozession wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts in Köln gehalten. (Quelle: www.kirchensite.de)