Rems-Murr-Kreis

Gefälschte Impfpässe: Was ist aus den drei Fällen im Rems-Murr-Kreis geworden?

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Ein Impfausweis mit vollständiger Corona-Impfung. © Joachim Mogck

Im Rems-Murr-Kreis liegen der Polizei bislang nur drei gefälschte Impfpässe vor. „Die Fälle sind sachbearbeitet und wurden kürzlich zur Anklage an die Staatsanwaltschaft übergeben. Die Verfahren laufen also. Weitere Fälle sind uns bislang nicht bekannt oder angezeigt worden“, sagte Rudolf Biehlmaier, Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen, am Mittwoch (9,6,) dieser Zeitung.

In der ersten Maiwoche versuchte ein Waiblinger dem Klinikum Stuttgart vorzugaukeln, er sei gegen Corona geimpft, um keinen PCR-Test machen zu müssen. Alle Patienten des Stuttgarter Klinikums werden vor der Behandlung und stationären Aufnahme auf das Coronavirus getestet. Auf den PCR-Test kann in Einzelfällen bei vollständig gegen das Coronavirus geimpften Personen verzichtet werden.

Besagter Waiblinger reichte vor einer gewünschten stationären Aufnahme digital jedoch den Scan eines gefälschten Impfpasses ein, mit nachgeahmtem Stempel und Einträgen des Kreisimpfzentrums Waiblingen, die eindeutig als falsch zu identifizieren waren. Aufgrund dieses Betrugsversuchs hat das Klinikum Stuttgart (Katharinenhospital) Anzeige erstattet.

Weitere zwei Fälschungsfälle hat die Polizei am Samstag, 22. Mai, entdeckt. Bei einer Routine-Kontrolle der da noch zwischen 22 und 5 Uhr geltenden Ausgangsbeschränkung wurden zwei Männer gegen 23 Uhr in der Straße Am Stadtgraben in Waiblingen in einem Auto angehalten: ein 44-Jähriger aus dem Rems-Murr-Kreis und ein 45-Jähriger aus Stuttgart. Anstatt einen triftigen Grund dafür zu nennen, noch draußen unterwegs sein zu dürfen, zeigten sie Impfpässe vor. Doch die Polizeibeamten schöpften Verdacht, dass diese gefälscht sind. Die Staatsanwaltschaft muss nun entscheiden, ob sie die beiden Männer anklagt.

„Wichtig ist, dass die Leute verstehen, dass eine Impfpass-Fälschung oder die Verwendung eines gefälschten Impfpasses keine Kavaliersdelikte sind, sondern Straftaten. Zumal andere Menschen dadurch gefährdet werden könnten“, sagt Biehlmaier.

Das Strafmaß für Urkundenfälschung wird im § 267 StGB geregelt und reicht von Geldstrafen bis hin zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. „Wenn Impfpass-Betrügern nachgewiesen werden kann, dass sie als Infizierte einen Corona-Ausbruch verschuldet haben und Menschen krank werden, dann kommt außerdem Körperverletzung als Delikt in Betracht“, sagt Biehlmaier.