Rems-Murr-Kreis

Gewa-Tower: Zahlung weiter verzögert

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Die Wohnungen im Schwabenlandtower sollen in anderthalb Jahren fertig sein. © ZVW/Gabriel Habermann

Fellbach. Die Bezahlung des Schwabenlandtowers durch die CG-Gruppe verzögert sich nochmals. Als neuer Zahlungstermin wurde der 10. April vereinbart. Derweil kann jeder live einen Blick in die einzige Wohnung des Fellbacher Hochhauses werfen, die schon bewohnt ist: die der Wanderfalken in ihrem Dach-Nistkasten.

Eigentlich hätte der Kaufpreis in Höhe von 15 Millionen Euro am 1. März fließen sollen, doch nun ist der Zahlungstermin für den „SLT 107“ erneut verschoben worden. Das bedeutet, dass auch die Gläubiger weiter auf ihr Geld warten müssen. Wie der Anwalt Gustav Meyer zu Schwabedissen als Vertreter der Anleger erklärt, konnten die „grundbuchlichen Voraussetzungen“ für die finanzierende Bank des Käufers offenbar nicht schnell genug geschaffen werden. Daher habe sich der Investor für eine Zwischenfinanzierung entschieden. Diese basiere darauf, dass dem Zwischenfinanzierer die für die Endfinanzierung bereits eingetragene Grundschuld abgetreten wird. Der Käufer, also Christoph Gröners CG-Gruppe, rechnet demnach mit einer Abwicklung bis zum 10. April.

Gläubigeranwalt: Verschiebung liegt im Sinne der Anleger

Für die Verlängerung wurde eine pauschale Verzinsung in Höhe von 300 000 Euro vereinbart. Sollte der Kaufpreis am 10. April noch immer nicht erfolgt sein, werden bis zum 30. April an täglich 4000 Euro fällig. So die Vereinbarung zwischen Insolvenzverwalter und Käufer, welcher auch der Vertreter der Anleger zugestimmt hat. An die wartenden Gewa-Gläubiger schreibt er: „Ich halte es für im Sinne der Anleger, wenn dem Käufer noch etwas Zeit gegeben wird, den Kaufpreis zu finanzieren, zumal die Verzinsung oberhalb des ursprünglichen Anleihezinses liegt.“ Ende Februar hatte die CG-Gruppe noch die Hoffnung geäußert, die hochkomplexe Finanzierung mit Hilfe ihres Geschäftspartners Helvetic Financial Services im März abschließen zu können.

Livecam: Wanderfalken haben sich auf dem Dach niedergelassen

Während der Umbau des ehemaligen Gewa-Towers und der Einzug der Mieter in den Schwabenlandtower SLT 107 also noch auf sich warten lassen, hat sich eine Wanderfalken-Familie in dem Brutkasten häuslich eingerichtet, den die Fellbacher Nabu-Ortsgruppe auf dem Dach installiert hat. Da für Raubvögel weder die Datenschutzgrundverordnung noch das Recht am eigenen Bild gilt, konnten die Naturschützer dort widerspruchslos Überwachungskameras anbringen, so dass jeder via Livecam das Familienleben im Tower mitverfolgen kann. In diesem Youtube-Video sind ab Minute 3:08 Falken zu sehen:Das Weibchen „Perenelle“ und das Männchen beziehungsweise der Terzel „Falco“ gehen das Jahr recht produktiv an: Kürzlich fand sich schon das vierte Ei im Nest. Wahlweise können sich die Internetnutzer live dazuschalten oder im Blog die aufregenden Highlights der vergangenen Tage nacherleben. Etwa, wie Perenelle in 107 Metern Höhe wacker dem Sturmtief Eberhard trotzt oder wie Falco seine Gattin bei der Brutarbeit ablöst. (Hier geht es zu allen Videos)

Die ersten menschlichen Bewohner könnten nach den Planungen des Investors Ende 2020 in den fertigen Schwabenlandtower SLT 107, ehemals Gewa-Tower, einziehen.


Neue Buslinie mit Halt am Tower

Die Stadt Fellbach lässt aktuell die Zahl der Parkplätze und deren Belegung erfassen. Nachbarn des Schwabenlandtowers und Geschäftsleute im nahen Rems-Murr-Center sorgen sich, die ohnehin angespannte Parksituation rund um das Areal könnte sich nach Einzug der Mieter noch erheblich verschlechtern.

Beim geplanten Umbau des Turms durch die CG-Gruppe wird sich die Anzahl der Wohnungen mehr als verdreifachen, von 66 auf 194. Nach Überzeugung von Christoph Gröner, Chef des Immobilienunternehmens, werden die in der Tiefgarage vorhandenen Parkplätze trotzdem ausreichen. Statt aufs eigene Auto würden die Mieter stärker auf den öffentlichen Nahverkehr, auf Car-Sharing oder auf Zweiräder bauen. So wird pro Wohnung weniger als ein Stellplatz veranschlagt.

Ins noch zu entwickelnde Mobilitätskonzept fügen sich die Pläne des Busunternehmens Schlienz. Dieses will die Linie 67 (künftig 215: Gartenstraße – Lutherkirche – Rems-Murr-Center – Bahnhof - Gewerbegebiet) mit zusätzlichen Fahrten stärken. Und: Mit der neuen Linie 224 haben die Tower-Bewohner eine direkte Verbindung zum Fellbacher Bahnhof wie nach Waiblingen-Süd und Rommelshausen.