Rems-Murr-Kreis

Glas und Plastik in der Bio-Tonne: Wer nicht richtig trennt, bleibt bald auf seinem Müll sitzen

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Symbolbild. © ZVW/Gaby Schneider

Wer seinen Müll nicht richtig trennt, soll künftig mit den Konsequenzen leben müssen. Die Abfallwirtschaft Rems-Murr (AWRM) will härter gegen Fremdstoffe im Biomüll vorgehen. Mit einer kreisweiten Kampagne will die AWRM auf das Mülltrennungsproblem hinweisen - und bei wiederholten Fällen von Plastik, Glas oder Metall im Müll die Tonnen ungeleert stehen lassen.

Über 36 000 Tonnen Biomüll fallen laut AWRM jedes Jahr im Rems-Murr-Kreis an. Das entspricht 85 Kilogramm Biomüll pro Einwohner. 2019 mussten aus dieser Menge 1200 Tonnen Fremdstoffe entfernt werden. Weitere 5000 Tonnen an nicht verwertbaren Stoffen wurden bei der Kompostaufbereitung entfernt. Das Aussortieren von Glas, Metall oder Plastik ist aufwändig und teuer.

Folienbeutel werden zum Problem

Was viele nicht wissen: Die als "biologisch abbaubar" deklarierten Folienbeutel machen der Abfallwirtschaft das Leben schwer. "Die Beutel verrotten viel zu langsam, so dass sie im Vergärungsprozess nicht abgebaut werden können", heißt es in einer Pressemitteilung am Donnerstag (06.08.). Gleiches gelte für Kaffeekapseln und weitere Produkte, die als biologisch abbaubar ausgewiesen seien. Die AWRM empfiehlt, Biomüll in Papiertüten oder Zeitungspapier zu packen.

Zunächst sollen Botschaften auf Müllfahrzeugen und Plakatwänden auf die Problematik aufmerksam machen. Weiter werden die Biotonnen ab Montag, 10. August vor der Abholung gesichtet. Werden Fremdstoffe gesichtet, wird eine Verwarnung in Form einer Gelben Karte verhängt. Der Müll wird trotzdem mitgenommen. Werden zwei Wochen später wieder Fremdstoffe gefunden, verhängt die AWRM eine Rote Karte und die Mülltonne bleibt ungeleert stehen. 

Strom für 2500 Familien

Der gesammelte Biomüll im Kreis wird in Kompost umgewandelt. Dabei wird laut AWRM nachhaltige Energie erzeugt. Im letzten Jahr wurden dadurch rund 7.800.000 kWh Strom ins öffentliche Stromnetz eingespeist. "Damit konnte der Strom für rund 2.500 Familien produziert werden", so die AWRM.