Rems-Murr-Kreis

Gnadenfrist für Biomüllsünder abgelaufen: Ab Montag (24.08.) verteilt die Abfallwirtschaft Rems-Murr rote Karten

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Abfallwirtschaft Rems-Murr. © Joachim Mogck

Wer seine Biotonne falsch befüllte, kam bisher glimpflich davon. Die Abfallwirtschaft Rems-Murr hatte in den vergangenen zwei Wochen die Tonnen im Landkreis kontrolliert und Verwarnungen in Form von Gelben Karten für vorhandene Störstoffe verteilt. Die Tonnen leerte die Abfallwirtschaft trotzdem. Damit ist ab Montag (24.08.) Schuss.

In einer Pressemitteilung gibt die Abfallwirtschaft nun bekannt, dass ab Montag die Rotphase beginnt. Tonnen, die Fehlwürfe enthalten, erhalten künftig eine Rote Karte. Was das für die Mülltonnenbesitzer bedeutet? Die Tonnen werden nicht geleert, was wiederum die Besitzer teuer zu stehen kommen könnte.

Denn wer die Fremdstoffe nicht aussortiert, müsse den gesamten Inhalt der Biotonne kostenpflichtig als Restmüll entsorgen: Entweder über einen gebührenpflichtigen Müllsack oder durch Bereitstellung der Biotonne bei der nächsten Restmüllleerung. Hierfür werde laut der Abfallwirtschaft eine entsprechende Banderole benötigt.

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Rote Karte für Biomüllsünder. © AVRM

Kostenpunkt zwischen 10 Euro und 25 Euro pro Leerung, je nach Tonnengröße. Erhältlich seien die Müllsäcke und Banderolen bei den Gebührenmarkenverkaufsstellen im Landkreis.

Zahlreiche Abfallwirtschaftsgesellschaften sagen falsch befüllten Biotonnen den Kampf an

Mit dieser Aktion steht die Abfallwirtschaft Rems-Murr nach eigenen Angaben nicht allein da. Zahlreiche deutsche Abfallwirtschaftsgesellschaften hätten falsch befüllten Biotonnen den Kampf angesagt.

Das Hauptproblem sieht die Abfallwirtschaft beim hohen Plastikanteil im Biomüll und hat es sich daher zum Ziel gemacht, Bürger für die Mülltrennung zu sensibilisieren.

Im Verarbeitungsprozess der Abfallwirtschaft sei es nicht möglich, Plastiktüten zu 100 Prozent auszusortieren. Die Folge: Kleinste Plastikteilchen, sogenanntes Mikroplastik, können in der Umwelt und im wertvollen Kompost und so letztendlich in der Nahrungskette landen.

"Helfen Sie mit, diese Umweltbelastung zu vermeiden"

Der hohe Plastikanteil schade nicht nur der Umwelt, sondern auch der Gesundheit. Nicht nur die Verschmutzung mit Plastik in den Meeren nehme stetig zu, sondern auch die Mikroplastikverschmutzung an Land steigt an. Deswegen appelliert Landrat Richard Sigel: "Helfen Sie mit, diese Umweltbelastung zu vermeiden. Jeder im Kreis kann durch sein eigenes Verhalten, beispielsweise beim Einkauf durch Vermeidung von Plastikverpackungen und durch das sortenreine Trennen von Biomüll seinen Beitrag leisten".

Folienbeutel aus Bioplastik sind nicht zum Sammeln von Biomüll geeignet

Im Vordergrund der Kampagne stehe die Aufklärung. In dem Zusammenhang weisen die Verantwortlichen ein weiteres Mal darauf hin, dass auch Folienbeutel aus Bioplastik nicht zum Sammeln von Biomüll verwendet werden sollen. Selbst wenn diese Beutel zertifiziert sind, bauen sie sich nicht schnell genug in der Biovergärungsanlage ab.

Ein weiterer Nachteil sei, dass die Beutel oft nicht von herkömmlichen Plastiktüten unterschieden werden können und dadurch schon bei der Anlieferung aussortiert werden. Dadurch gehe wertvoller Biomüll, der zur Erzeugung von Dünger und Energie genutzt werden könne, verloren.

Wer sich über die richtige Entsorgung von Biomüll informieren will, findet dazu Tipps auf der Internetseite der Abfallwirtschaft Rems-Murr. Weiterführende Fragen zum Thema beantwortet die Abfallberatung unter der Telefonnummer 07151/501-9535 oder per Mail (info@awrm.de).

Was alles in die Biotonne gehört und was nicht

Dieser Müll gehört in die Biotonne:

  • Küchenabfälle: Eierschalen, feste Speisereste, auch Wurst, Fleisch, Fisch, Gemüse- und Obstabfälle, auch Zitrusfrüchte, Kaffee- und Teesatz mit Filter und Beutel, Küchen- und Papiertücher.
  • Pflanzenabfälle: Baum- und Strauchschnitt in Kleinmengen, Laub, Rasenschnitt (bitte antrocknen lassen), Stroh und Heu, Topf- und Balkonpflanzen, Unkräuter/Wildkräuter, verwelkte Blumen.
  • Sonstiges: Haare und Federn, Kleintierstreu aus vergärbaren Materialien wie Holzspänen, Stroh oder Maisstärke, Sägemehl und Holzspäne in geringen Mengen (nur unbehandeltes Holz).
  • Und dies hat in der braunen Tone nichts zu suchen:
  • Tierische Nebenprodukte und Speiseabfälle tierischen Ursprungs aus Gewerbebetrieben (zum Beispiel von Gaststätten, Kantinen, Metzgereien und ähnlichen Betrieben).
  • Restmüll aller Art: Kunststoffbeutel, Flüssigkeiten, zum Beispiel flüssige Speisereste, Getränke, Hydrokultur-Substrat, Kehricht, Kleintierstreu aus mineralischen Materialien, Kohle- und Holzasche sowie Ölruß, Leder- und Kleiderreste, Staubsaugerbeutel, Tapetenreste, Windeln, Tierkot/Tierkadaver, Zigarettenkippen und -asche.
  • Bioabfälle dürfen auf keinen Fall in Plastiktüten gefüllt werden, schreibt die AWRM, sondern sollte am besten in Papiertüten oder Zeitungspapier eingepackt sein.