Rems-Murr-Kreis

Heldin des Alltags: Die Mama für alles

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Lissy Weber mit Josefine und Pauline. © Lissy Weber

Schwaikheim.
Die letzten Tage, sagt Lissy Weber, haben die Mädels immer alle Handtücher und Bodenvorleger aus dem Bad ins danebenliegende Schlafzimmer geräumt, haben dort alle Möbel, die sich irgendwie bewegen ließen, verschoben, und dann „haben sie so schön gespielt“. Die „Mädels“, das sind ihre beiden Töchter Josefine und Pauline, sieben und fünf Jahre alt. Und sie spielten „Fee“. Allerdings mussten die Feen auch hüpfen, und zwar immer von oben runter ins Bett. Jetzt ist eine Latte vom Lattenrost durch. Lissy Weber schlägt sich die Hände vors Gesicht und seufzt. Ganz tief. Und lacht wieder.

Lissy Weber ist im Augenblick nur Mama. Mama für alles. Mama für die Hausaufgaben: „Du darfst auch aufhören!“ Mama für den Klavierunterricht: jeden Tag zehn Minuten! Mama an der frischen Luft: Radtour mit Sturz, Nasenbluten, Stirnschramme, großem Geschrei – am Ende zum Glück nichts passiert. Mama in der Küche: Alle lieben Möhrenkuchen. Mama als Fernsehverwalter: „Erst aufräumen, dann eine halbe Stunde“.

Keine Schule, kein Kindergarten, keine Freunde

Eigentlich macht Lissy Weber in diesen verrückten Tagen nichts anderes als an allen Tagen sonst. Nur sind die Tage mit Corona viel intensiver. Viel dichter, ohne Auszeit, Freiraum, anderen Gesichtern. Keine Schule, kein Kindergarten. Keine Freunde. Der sonntägliche Gottesdienst? Geht nur über Video-Schalte. Der aber hat die Töchter eher zum Quatschmachen als zum Innehalten animiert. „Da bin ich dann mit ihnen halt ins Spielzimmer und hab den Kindergottesdienst mit angeschaut.“ Habe ihr auch nichts gemacht, sagt Lissy Weber.

Irgendwie schafft sie es, die Laune in besten Höhen zu halten. Und wenn sie zum strengsten Ton greift und die Mädels raus in den Garten jagt. Dort düsen sie dann laut jubelnd mit dem viel zu kleinen Bobbycar und seinem noch viel kleineren Anhänger um die Hausecken. Und am allerschönsten ist es, wenn eine rückwärts auf den Popo plumpst.


Heldinnen des Alltags

In unserer kleinen Reihe "Heldinnen des Alltags" stellen wir zwisch dem 6. und 10. April Frauen vor, die trotz Corona-Krise ihren für die Gesellschaft wichtigen Berufen nachgehen.

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