Rems-Murr-Kreis

Heldin des Alltags: Krankenpflegerin auf "Corona-Station"

Sara Striegel Heldin des Alltags Krankenpflege Rems-Murr-Klinik_0
Empfindet trotz allem keinen Unmut oder Überdruss: Sara Striegel. © Monique Michaelis/Rems-Murr-Klin
Rems-Murr.

Die Patientinnen und Patienten, für die Sara Striegel zurzeit da ist, sind alle sehr, sehr krank. Sara Striegel ist Krankenpflegerin auf der Intensivstation im Rems-Murr-Klinikum. Für sie ist ein Arbeitsalltag mit schwerstkranken Menschen nichts Neues. Doch normalerweise ist die Station, auf der sie arbeitet, der Kardiologie und der Inneren Medizin zugeordnet. Hier sorgt man zum Beispiel für Menschen mit Herzproblemen. Und nicht immer sind alle Patienten dort intensiv zu betreuen. Manche müssen auch nur überwacht werden.

Patien im künstlichen Koma

Jetzt aber ist ihre Station eine Corona-Station. Jetzt sind die Patienten im künstlichen Koma, sind intubiert, müssen beatmet werden. Das sei, sagt Sara Striegel, „ein bisschen anstrengender“. Ein bisschen? Beatmung ist eine hochdiffizile Behandlung. Man brauche, sagt Sara Striegel, Erfahrung. Pflegekräfte und Ärzte müssen immer und ganz genau gucken: Wie geht es dem Patienten, was verträgt seine Lunge.

Dazu kommt, dass die Patienten sich überhaupt nicht um sich selbst kümmern können. Sie können sich nicht waschen. Sie können sich zum Beispiel auch nicht selbst umdrehen. Das müssen die Pflegerinnen und Pfleger machen. „Fast alle Patienten hier“, sagt Sara Striegel, „müssen immer wieder auf den Bauch gelegt werden.“ Das gehört zur Therapie. Das ist sehr anstrengend und schwierig. „Man braucht dafür vier Leute“, sagt Sara Striegel.

Noch weit von italienischen Zuständen entfernt

Unmut, Überdruss klingt dennoch bei der 26-jährigen Pflegerin nicht durch. Das Rems-Murr-Klinikum sei noch weit von jenen Verhältnissen entfernt, die via Fernsehbild aus Italien um die Welt gingen. Wo Pflegerinnen total erschöpft über der Computertastatur eingeschlafen waren. Sara Striegel und ihre Kolleginnen und Kollegen arbeiten bislang wie immer im Drei-Schicht-Betrieb. Sie rotieren durch, jeder muss auch mal nachts. Überstunden? Na ja, man bleibe auch mal eine halbe Stunde länger, um was fertig zu machen.

Aber die Personalsituation sei gut. Das heißt: Sara Striegel hat auch Zeit für die Angehörigen. Muss Zeit haben. Denn es gilt ja im ganzen Krankenhaus ein striktes Besuchsverbot. Und so finden Gespräche jetzt am Telefon statt. Alle, sagt Sara Striegel, seien dankbar. Alle hätten Verständnis. Aber immer mal muss sie auch trösten.