Rems-Murr-Kreis

Heldin des Alltags: Sie hält die Stellung bei der Post

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Simona Szauter von der Post in Schwaikheim © Joachim Mogck

Schwaikheim.
Erst sind’s fünf Leute, die in der Schlange auf dem Gehweg stehen. Immer nur einer darf rein in das kleine Lädle in der Schwaikheimer Bahnhofstraße, in dem die Postfiliale untergebracht ist. Wenn der eine dann wieder rauskommt, kann die Nächste rein. Und wie die Tür auf- und zugeht, kommen wieder und wieder und wieder Kunden und stehen an. Das Coronavirus, sagt Simona Szauter, die in der Postfiliale hinter der Theke steht, werde was verändern. Die Leute würden demütiger werden, wieder das Warten lernen.

Gar nicht einfach. Simona Szauter sieht durchs Fenster, was los ist, wenn die Schlange lang wird. Dann machen die Leute eine zweite Reihe auf. Und die Stimmung wird gereizt.

"Ich habe keine Angst"

Die Schlagzahl im Lädle ist höher als sonst. Und es gibt noch keinen Spuckschutz. Zwar ist die Theke so breit, dass der Sicherheitsabstand gewahrt ist. Doch manche legen sich beim Reden halb drüber. Dann rutscht Simona Szauter selbst weiter nach hinten. Zur Not bis an die Wand. Eine Ansteckung – das wäre gar nichts. Dann wäre die Postfiliale zwei Wochen zu. Und eigentlich ist das Lädle immer offen. Auch zu Urlaubszeiten und dank Mitarbeiterin.

Und trotzdem: „Ich habe keine Angst“, sagt Simona Szauter. „Ich würd’s daheim nicht aushalten. Und ich habe eine wichtige Aufgabe.“ Und wirklich und tatsächlich, ihre Kunden danken ihr das Engagement. „So toll, dass Sie da sind“, bekommt sie zu hören. Was ganz Neues, was so vor Corona noch nie gesagt wurde. Und kürzlich gab’s sogar zwei Blümchen. Das, sagt Simona Szauter, „ist total nett!“


Heldinnen des Alltags

In unserer kleinen Reihe "Heldinnen des Alltags" stellen wir zwisch dem 6. und 10. April Frauen vor, die trotz Corona-Krise ihren für die Gesellschaft wichtigen Berufen nachgehen.

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