Rems-Murr-Kreis

Heldin des Alltags: Teamwork im Edeka

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Fürs Foto ohne Mundschutz, sonst in diesen Tagen immer mit: Margit Härdter vom Schwaikheimer Edeka. © Joachim Mogck

Schwaikheim.
„Die schlimmste Zeit“, sagt Margit Härdter, „war direkt nach der Schließung der Schulen.“ Das sei gewesen, als ob die Ferien angefangen hätten. Und so war’s doch nicht, sondern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Schwaikheimer Edeka mussten sich täglich auf neue Empfehlungen, Anordnungen, Situationen einstellen. Einlasskontrollen? Ausreichende Abstände? Erst war der Spuckschutz an den Kassen freiwillig, zwei Tage später war er Pflicht. Und der Mundschutz? Den trägt Margit Härdter inzwischen. Zur Sicherheit – ihrer eigenen, der ihrer Mannschaft, der der Kunden.

Die Situation schlägt ihr ein bisschen aufs Gemüt. Nein, es sei nicht die viele Arbeit. Sondern die Tatsache, dass „das, was uns ausmacht“, die Freundlichkeit, das Gespräch mit den Kunden, das Aufeinanderzugehen, in Corona-Zeiten ausfällt. Man werde sprachloser. Man gehe sich aus dem Weg.

Kunden boten an, die Regale aufzufüllen

Ansonsten, sagt Margit Härdter, habe sich die Situation etwas entspannt. Die Hamsterkäufe seien vorbei. Der eine Montag, als, warum auch immer, sehr viele Kunden von auswärts kamen, die Mehl suchten und auch bei ihr keines mehr fanden, als die Stimmung aggressiv wurde, dieser Montag hat sich zum Glück nicht wiederholt. Stattdessen gab es dann Hilfsangebote: Kunden boten an, die Regale aufzufüllen. Das sei so nett gewesen, sagt Margit Härdter. Und zum Glück noch nicht nötig. Doch sie hat jetzt eine Liste und kann zur Not Hilfe holen.

Nein, sie müssen noch keine Extraschichten schieben. Der Arbeitstag sei für ihr Team noch der ganz reguläre. „Noch mehr Stunden“, sagt Margit Härdter, „führen zu Erschöpfung.“ Deshalb jongliert sie auch mit allen die Arbeitszeit – denn viele, die im Schwaikheimer Edeka arbeiten, haben Kinder zu Hause. „Ich hab’ ein tolles Team“, sagt sie. Sie braucht ihr Team. Sie freut sich, dass die Gesellschaft jetzt plötzlich erkannt hat, dass eine Edeka-Mannschaft „systemrelevant“ ist. Doch warum nur musste dafür erst eine Corona-Krise kommen?


Heldinnen des Alltags

In unserer kleinen Reihe "Heldinnen des Alltags" stellen wir zwisch dem 6. und 10. April Frauen vor, die trotz Corona-Krise ihren für die Gesellschaft wichtigen Berufen nachgehen.

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