Rems-Murr-Kreis

Hohe Waldbrandgefahr: So verhalten Sie sich richtig

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Im September 2015 war bei Breitenfürst eine Waldfläche von etwa 300 bis 400 Quadratmetern in Brand geraten. © Ramona Adolf

Waiblingen. Der baden-württembergische Forstminister Peter Hauk (CDU) warnt im Zuge der Hitzewelle vor der hohen Waldbrandgefahr in Baden-Württemberg. Im Rems-Murr-Kreis bleibt das Grillen an ausgewiesenen Plätzen vorerst erlaubt. Dennoch ist im Wald zur Zeit besondere Vorsicht geboten.

Die Hitzewelle der letzten Tage hat Böden, Laub und Äste stark ausgetrocknet. Prognosen sagen zum Wochenende hin deshalb für das ganze Land eine hohe, teilweise sogar die höchste Waldbrandgefahr voraus. Forstminister Peter Hauk (CDU) fordert Waldbesucher deshalb zu umsichtigem Verhalten auf. Ein unbeaufsichtiges Grillfeuer könne verheerende Folgen haben, sagte Hauk am Freitag in Stuttgart. Im Zweifel seien die Forstbehörden vor Ort gezwungen, dass Grillen im Wald komplett zu verbieten.

Im Rems-Murr-Kreis bleibt das Grillen an den ausgewiesenen Stellen vorerst erlaubt, wie das Landratsamt auf Nachfrage mitteilt. "Aus unserer Sicht kann ein Verbot dazu führen, dass jemand eher dazu neigt, mit beispielsweise einem Einweggrill im Wald oder in Waldnähe zu grillen", so Pressesprecher Steffen Kienzle. In Winterbach allerdings hat die Gemeinde schon seit Längerem wegen Waldbrandgefahr ein Grillverbot an öffentlichen Grillstellen verhängt.  Verbote können auch die örtlichen Polizeibehörden verhängen. 

Keine Zigaretten aus dem Autofenster werfen

In Wäldern darf ohnehin nur an den offiziellen, fest eingerichteten Feuerstellen auf den Grillplätzen Feuer gemacht werden. Feuer müssen immer beaufsichtigt sein. Es muss außerdem darauf geachtet werden, dass kein Funkenflug entsteht. Das Feuer muss möglichst klein gehalten werden und muss vor dem Verlassen des Grillplatzes vollständig gelöscht werden. Dabei sollte man darauf achten, dass man keine Glutnester zurücklässt. Das Grillen auf mitgebrachten Grillgeräten im Wald ist verboten. Wer außerhalb des Waldes Feuer macht, muss mindestens 100 Meter vom Waldrand entfernt sein. Im Wald gilt von März bis Oktober ein generelles Rauchverbot. Zigaretten aus dem Autofenster zu werfen ist ebenfalls immer verboten, sollte aber bei diesem Wetter auf jeden Fall unterlassen werden.

Das Landratsamt weist außerdem darauf hin, dass Waldwege nicht befahren werden dürfen und Fahrzeuge auch nicht auf Waldwegen geparkt werden dürfen. "Das ist immer verboten, ist aber bei Hitze besonders wichtig", erklärt Kienzle. Der Katalysator eines Fahrzeugs wird sehr heiß. Auf Waldwegen, auf denen häufig Gras in der Mitte wächst, kann der aufgeheizte Katalysator das Gras entzünden. Erst im Mai hatten wegen eines überhitzten Auspuffs in einem Waldstück zwischen Schnait und Baach der Waldboden und zwei Fahrzeuge gebrannt.

Nach Zahlen des Landesbetriebs ForstBW ist es in 2018 in Baden-Württemberg zu insgesamt 26 Waldbränden mit einer Gesamtfläche von 5,2 Hektar gekommen. Erst am Freitagmogen (26.07.) war in der Nähe von Murg im Kreis Waldshut ein Feuer ausgebrochen. Der Brand hat etwa 5 000 Quadratmeter Wald zerstört. Wie hoch die Waldbrandgefahr aktuell ist, zeigt eine Karte des Deutschen Wetterdienstes (DWD).


So verhalten Sie sich bei einem Waldbrand

Das Landratsamt gibt Tipps für das richtige Verhalten bei einem Waldbrand: Wer einen Waldbrand entdeckt, sollte die Feuerwehr unter möglichst genauer Angabe des Brandorts benachrichtigen. Sind mehrere Personen am Ort, meldet eine Person den Waldbrand (Noturf 112), während die andere versucht, das Feuer behelfsmäßig zu löschen. Eine Möglichkeit bieten ein bis zwei Meter lange Laub- oder Nadelzweige, mit denen man das Feuer zum Inneren der Brandfläche hin auskehren kann. Auf keinen Fall sollte man versuchen, eine Flamme auszuschlagen. Dabei besteht die Gefahr, dass Funken auffliegen und der Brand sich ausbreitet.