Rems-Murr-Kreis

Immer mehr Rentner arbeiten

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Heute gehen deutlich mehr Rentner einer Arbeit nach als noch vor 15 Jahren. © Mathias Ellwanger

Immer mehr Deutsche arbeiten über ihren 65. Geburtstag hinaus. Nirgendwo ist die Quote dabei höher als in Baden-Württemberg. Auch im Rems-Murr-Kreis hat sich der Anteil in den letzten 15 Jahren fast verdoppelt. Das zeigt eine Auswertung der Initiative „7 Jahre länger“ auf Basis von Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

Bis zur Rente arbeiten und dann das Leben genießen: Das war früher einmal so. Immer mehr Menschen sind auch noch im Seniorenalter beschäftigt. Im Jahr 2015 hatten etwa 665 000 von rund vier Millionen 65- bis 70-Jährigen noch einen Job. Damit hat sich der Anteil der Beschäftigten in dieser Altersgruppe seit 2000 von acht auf 16,6 Prozent mehr als verdoppelt.

Spaß an der Arbeit und menschliche Kontakte stehen im Vordergrund
 
Der Zuwachs liegt aber nur zum Teil an der schrittweisen Anhebung des Renteneintrittsalters. Rund 85 Prozent der arbeitenden Senioren waren bereits im Ruhestand, 15 Prozent hatten die reguläre Altersgrenze noch nicht erreicht, die aktuell bei 65 Jahren und fünf Monaten liegt. Für die meisten arbeitenden Rentner ist das Geld nicht entscheidend. Spaß an der Arbeit und menschliche Kontakte stehen im Vordergrund, wie eine Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung zeigt. Die meisten haben darum auch nur eine geringfügige Beschäftigung.

Quelle: GDV

Beschäftigungsquote schwankt regional zwischen 8 und 32 Prozent
 
Der Trend zum Altersjob verläuft regional ganz unterschiedlich: Von allen Landkreisen hat Vechta in Niedersachsen mit 32 Prozent die höchste Beschäftigungsquote. Am geringsten ist die Quote im Kreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt (8,3 Prozent). Das Bundesländer-Ranking führt Baden-Württemberg mit 19,4 Prozent an, Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt mit 11,7 Prozent.
 
Die Unterschiede haben vielfältige Gründe: Ein wichtiger Faktor ist die Wirtschaftskraft. In starken Regionen gibt es mehr Arbeitsmöglichkeiten – auch für Ältere. Zudem setzt ein Altersjob häufig ein Erwerbsleben bis zur Rente voraus, was in wirtschaftsstarken Gebieten eher der Fall ist. Dort haben Rentner wegen der höheren Lebenshaltungskosten mitunter auch ein größeres Interesse an einer Arbeit. Zudem beeinflussen Pendler die Statistik: Sie treiben die Beschäftigungsquote in boomenden Städten nach oben, während sie in den angrenzenden Kreisen absinkt.
 
Ulm in Baden-Württemberg vorn – Rems-Murr-Kreis im Mittelfeld
 
In Baden-Württemberg hat Ulm die meisten arbeitenden Senioren mit einer Beschäftigungsquote von 27,9 Prozent. Deutlich geringer ist der Anteil der älteren Beschäftigten hingegen im Rhein- Neckar-Kreis (14,8 Prozent), Heidenheim (15,3 Prozent) oder Göppingen (15,7 Prozent). Im Rems-Murr-Kreis liegt der Anteil der arbeitenden über-65-Jährigen bei 17,7 Prozent. Das sind 88,5 Prozent mehr als noch vor 15 Jahren.