Rems-Murr-Kreis

Karriere? Hier macht man sich schlau!

bf5ca12f-9530-478a-94d8-dee7c1cef556.jpg_0
Auf in den neuen Job? Das richtige Styling ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg. © ZVW/Hardy Zürn

Rems-Murr-Kreis.
Wie soll’s wohl nach der zehnten Klasse weitergehen? Ein hochgeschossener 14-Jähriger steht da zwischen seinen Eltern und alle drei sind sich einig: Es werde Zeit, sich Gedanken zu machen. Die drei kommen aus Plüderhausen. Und da der Kerle gerade ständig aus allem herauswachse und neu ausgestattet werden müsse, habe man sich entschieden, den Familiensamstag zu einem Einkaufsbummel zu nutzen. Und dann noch in die Künkelinhalle zu gehen. Dort nämlich gab’s am Freitag und Samstag die Job- & Karrieretage – eine erstklassige Börse für alle, die einsteigen, durchstarten oder mehr haben wollen.

Wo liegt die Zukunft der Arbeit?

Alexander Mendler aus Welzheim ist einer der Pioniere des Internet-Handels. Er habe, erzählt er, 1999 in einer Zwei-Zimmer-Wohnung und dem Tiefgaragenparkplatz als Lager mit der Vermarktung von Digitalkameras angefangen, mittlerweile widme er sich mit „Heute-Wohnen.de“ dem Import und Vertrieb von In- und Outdoormöbel und beschäftige 95 Mitarbeiter, die einen Jahresumsatz von 24 Millionen Euro erwirtschafteten. Mendler zählt zu den Zukunftsbranchen neben dem Onlinehandel auch das Gesundheitswesen und die Medizintechnik, chemische und pharmazeutische Industrie, Biotechnologie, den Bereich des Umweltschutzes und der regenerativen Energien, aber auch Logistik und Transport, Maschinenbau und Elektrotechnik zählt. Der Onlinehandel habe sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten nach Mendlers Ansicht im Wirtschaftsgefüge fest etabliert, mit 65,2 Milliarden Euro Umsatz habe er 2018 einen Marktanteil von 96 Prozent am Versandhandel insgesamt erreicht. Er werde durch die augenblickliche volkswirtschaftliche Lage begünstigt, Investoren suchten nach interessanten Anlagemöglichkeiten. Die Folge: Die Gründung einer Vielzahl großer Onlinehandelshäuser; die größten deutschen sind Otto, Zalando und Home24. Damit sei jedoch auch ein Konzentrations- und Verdrängungsprozess einhergegangen, der zum Verschwinden zahlreicher kleinerer und halbprofessioneller Händler führte.

Chancen und Risiken des Neuen?

Das Entstehen neuer Branchen bietet für Berufsanfänger stets eine Vielzahl von Karrierechancen und Aufstiegschancen, sagt Alexander Mendler. Die Nebenwirkung: Risiken und Gefahren können nicht ausgeschlossen werden. Das Risiko besteht darin, dass die Anforderungen an neue Berufe oftmals höher seien und das Berufsbild sich auch schnell wieder verändern kann. Als Chance bewertet Mendler, dass in jungen, oftmals nicht großen Unternehmen Wachstum das Entstehen neuer Führungspositionen mit sich bringe, die auch für Spezialisten ohne Studium zugänglich sind. Seine Empfehlung: Sich gründlich über das Unternehmen zu informieren, in dem man womöglich das halbe oder ganze Berufsleben verbringt.

Was gibt’s bei uns im Kreis?

Zahlreiche Unternehmen aus Schorndorf und dem Umland nutzen die Job- & Karrieretage, um mit ihren künftigen Mitarbeitern direkt ins Gespräch zu kommen und sich ihnen vorzustellen. Allerdings ist die Jobbörse nicht nur Berufsanfänger gedacht: Sie ist auch eine hervorragende Anlaufstelle für alle, die den beruflichen Wiedereinstieg anpeilen oder sich neu orientieren.

Die Bühne – direkt hinter den Ständen des „Netzwerks Fortbildung“ und der Volkshochschule Schorndorf, die Lehrerstellen für Pilates, Yoga und EDV ausgeschrieben hat – ist fest in der Hand der Waiblinger Agentur für Arbeit. Deren „Job Wall“ – eine riesige Pinwand mit Zukunftsmöglichkeiten, findet riesigen Zuspruch. Wer eine neue Stelle sucht, kann sich bereits im Halleneingang über Ausbildungs- und Arbeitsstellen erste Eindrücke verschaffen. Bei den Agentur-Profis gibt’s dann Details zur angebotenen Stelle und den jeweiligen Ansprechpartner.

Oder lieber ein Studium?

Arbeitsberater Torsten Tatzel führt seine Zuhörer durch den Dschungel des baden-württembergischen Hochschulwesens. Da gibt’s Besonderes: die Pädagogischen Hochschulen, die Hochschulen für angewandte Wissenschaften und die Duale Hochschule Baden-Württemberg. Wer sich da zurechtfindet – mit der Messe-Hilfe kein Problem – der hat das Studium schon fast in der Tasche.