Rems-Murr-Kreis

Kinder vor den Gefahren des Internets schützen

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Schon kleine Kinder nutzen das Internet - und unterschätzen die Gefahren. © Mathias Ellwanger

Waiblingen. Youtube, Facebook, Snapchat und Co. besitzen eine starke Sogkraft. Doch viele Kinder und Jugendliche sind sich der Gefahren des Internets kaum bewusst. Was Eltern tun können, um ihre Kinder zu schützen.

1. Vorbild sein

Kinder sind gute Beobachter und ahmen meist nach, was ihnen die Erwachsenen vorleben. Wenn Mutter und Vater selbst ständig online sind; wenn sie sehr freizügig mit ihren Daten umgehen; und wenn sie das Smartphone kaum mehr aus den Händen geben, dann werden das die Kinder vermutlich auch tun. Deshalb sollten Eltern das Handy öfter mal weglegen und ausschalten, wenn sie Zeit mit ihren Kindern verbringen.

2. Klare Regeln vereinbaren

Eltern müssen auch mal Nein sagen können, wenn ihre Kinder zu viel Zeit im Netz verbringen. Sinnvoll ist es, bestimmte Zeiten für die Internet-Nutzung festzulegen. Konflikte sind da natürlich vorprogrammiert. Kinder sollten deshalb bei der Festlegung der Regeln miteinbezogen werden - und sich überlegen, was passieren soll, wenn die Regeln gebrochen werden.

3. Mit den Kindern über die Gefahren reden

Für Kinder sind die sozialen Netzwerke eine verlockende Spielwiese. Laut der Studie "Kinder in der digitalen Welt" kennen bereits 95 Prozent der Achtjährigen Facebook, WhatsApp und Co. 20 Prozent nutzen sie sogar aktiv – das obwohl sie eigentlich erst ab 13 Jahren erlaubt sind. Eltern sollten daher ganz offen über die Gefahren der sozialen Netzwerke reden. Cyber-Mobbing etwa ist ein großes Problem. Auch gibt es Erwachsene, die sich dort als Jugendliche ausgeben. Kinder sollten wissen, dass sie den Eltern erzählen können, wenn sie Unangenehmes gesehen oder erlebt haben. Und online prinzipiell möglichst wenig von sich preisgeben, unangenehme Nutzer blockieren und im Zweifelsfall auch professionelle Hilfe holen.

4. Kinder im Internet nicht alleine lassen

Kinder sollten nicht zu viel Zeit alleine im Netz verbringen. Youtube und andere Videoportale sollten wenn möglich gar nicht alleine genutzt werden. Schon Dreijährige wissen heute, damit umzugehen. Kinder können dort schnell auf gefährliche Inhalte stoßen - oder dazu verführt werden, immer weiter zu schauen. Videos mit ungeeignetem Inhalt sollten sofort gemeldet werden.

5. Onlinewerbung und Kostenfallen durchschauen

Kinder sind eine wichtige Zielgruppe für Werbung. Oft werden deshalb im Netz kindliche Inhalte mit Produktinfos und Gewinnspielen vermischt. Dann kann es passieren, dass ungewollt ein Abo abgeschlossen oder eine App gekauft wird. Doch Kinder sind nicht oder nur eingeschränkt geschäftsfähig. Hat ein Kind also versehentlich etwas gekauft, sollten Eltern dem Anbieter mitteilen, dass dafür keine elterliche Genehmigung erteilt wurde. Bei bestellter Ware sollte die Annahme verweigert werden. Innerhalb von zwei Wochen besteht  Anspruch auf Rückerstattung.

6. Datenschutz: Geräte absichern

Mit einem eingeschränkten Benutzerkonto am PC lässt sich verhindern, dass Kinder ungewollt Wichtiges verändern oder Gefährliches installieren. Bei Handy und Tablet lässt sich in den Einstellungen die Nutzung riskanter Apps beschränken und Käufe verhindern. Etwa durch Absicherung von Store und Kreditkarte mit Passwörtern. Neue Apps und Updates sollten zudem stets auf Kosten und Zugriffsberechtigungen überprüft werden.

7. Das Internet auf kindgerechte Angebote beschränken

Im Netz sind viele Seiten für Kinder nicht geeignet. Durch ein eigenes Nutzerkonto lassen sich am PC kindgerechte Einstellungen festlegen. Und mit spezieller Jugendschutzsoftware lässt sich auch der Surfraum auf kindgerechte Angebote beschränken. Für Kinder im Grundschulalter empfielt sich der so genannte KinderServer. Dieser gleicht jede abgerufene Webseite kindgerechter Seiten ab. Für Jugendliche gibt es zum Beispiel das Jugendschutzprogramm JusProg. Alleine darauf verlassen sollten sich Eltern aber nicht. Schlaue Kinder finden immer einen Weg, so etwas zu umgehen. Ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kind ist daher das Allerwichtigste.

Photo credit: IntelFreePress via Visual Hunt / CC BY-SA

Medienkompetenz

Ausführliche Informationen zum Thema Kinder- und Jugendschutz im Netz gibt es auf der Internetseite des Bundesfamilienministeriums.