Rems-Murr-Kreis

Kreis übernimmt im Mai den Eigenanteil bei Schüler-Abos

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Symbolbild. © Joachim Mogck

Rems-Murr-Kreis.
Landrat Richard Sigel bittet in der Coronavirus-Krise Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern, die Schülertickets für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) nicht zu kündigen, sondern normal weiterlaufen zu lassen. Das geht aus einer Pressemitteilung vom Donnerstagnachmittag hervor. Die Verkehrsunternehmen, insbesondere aber die vielen mittelständischen Busunternehmen brauchen die Fahrgelderlöse aus Schülerticketverkäufen dringend zur Stabilisierung ihres Unternehmens, heißt es in der Mitteilung.

Landrat setzt auf „verantwortungsbewusstes Handeln“ 

Ein Wegbrechen dieser Einnahmen hätte laut dem Landratsamt große betriebswirtschaftliche Folgen bis hin zur Insolvenz des jeweiligen Unternehmens. Landrat Sigel: „Das müssen wir unbedingt vermeiden. Wir setzen daher auf ein verantwortungsbewusstes Handeln der Eltern: Kündigen Sie das Schüler-Abo Ihrer Kinder nicht. Wir leisten unseren Beitrag, indem wir für einen Monat den Eigenanteil übernehmen. Wenn wir uns jetzt alle umsichtig verhalten, vermeiden wir nach der Corona-Krise eine Krise beim Schülerverkehr.“ 

Um die Eltern zu entlasten, die das Schüler-Abo ihrer Kinder im April nicht gekündigt haben, werde zudem die Abbuchung der Eigenanteile im Mai ausgesetzt. Ebenfalls Unterstützung vom Landkreis erhalten die Unternehmen, die in der Schüler-Sonderbeförderung tätig sind, beispielsweise Verkehre zu den Sonder- und Förderschulen. 

„Ein leistungsfähiger ÖPNV gehört zur zwingend erforderlichen Infrastruktur“

Hier werden die fixen Kostenbestandteile der Vergütung fortgezahlt, ersparte Aufwendungen sind abzuziehen. Außerdem müssen die Verkehrsunternehmen etwaige Ausgleichsleistungen Dritter nutzen, die dem Kostenersatz des Landkreises gegengerechnet werden. Rund 75 Prozent der Aufwendungen werden erstattet, das sollte den Fixkosten entsprechen.

Mit beiden Maßnahmen, auf der Basis 100-Millionen-Sofortpakets des Landes, sollen laut Landratsamt die drängendsten Probleme im ÖPNV gelöst sein. In den nächsten Tagen werden man Lösungen für weitere ausfallende Einnahmen der Verkehrsunternehmen erarbeiten. Zur Liquiditätssicherung für den Monat April hat der Landkreis bereits Abschlagszahlungen an die Verkehrsunternehmen vorgezogen, die eigentlich erst im Mai und Juni hätten bezahlt werden müssen.

„Ein leistungsfähiger ÖPNV gehört zur zwingend erforderlichen Infrastruktur. Wir müssen jetzt die Busunternehmen unterstützen, damit der ÖPNV auch nach der Corona-Krise noch funktioniert“, so Sigel. „Klar ist aber auch: Wir erwarten einen vollständigen Kostenersatz vom Land.“