Rems-Murr-Kreis

Lebensmittelläden dürfen an Karfreitag öffnen - Kritik von Kirchen

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Symbolbild. © Ramona Adolf

Baden-Württemberg. Laut einem Bericht des SWR dürfen Supermärkte und Lebensmittelläden in Baden-Württemberg in diesem Jahr auch an Karfreitag und Ostermontag öffnen. Das habe die Landesregierung am Donnerstag entschieden.Möglich macht dies die aktuell geltende Corona-Verordung, nach der Öffnungen auch an Feier- und Sonntagen zwischen 12 und 18 Uhr erlaubt sind. 

Update: Inzwischen hat die Landesregierung die Öffnung wieder zurückgenommen. Mehr dazu

Kritik von Gewerkschaft und Kirche

Die Gewerkschaft Verdi übt Kritik an dieser Entscheidung. Es sei eine Zumutung für die Beschäftigten, die die Osterpause dringend zur Erholung brauchen, äußerte sich der für den Handel zuständige Landesfachbereichsleiter Bernhard Franke in einer Pressemiteilung am Freitag. Generell gebe es keinen zusätzlich Bedarf, die Zeit der Hamsterkäufe neige sich dem Ende zu.ver.di befürchtet überdies, dass in erster Linie wieder Baumärkte und Gartencenter an diesen beiden Tagen die Ausnahmeregelung für ihre Umsatzsteigerungen nutzen werden.

Zudem kritisiert die Gewerkschaft das generelle Vorgehen der Landesregierung für die Öffnung.  „Es gab keinerlei Vorankündigung bei uns als zuständiger Gewerkschaft, geschweige denn eine Konsultation, wir erfahren davon aus den Medien. Das ist nicht unsere Definition von gemeinsam die Krise meistern“ sagte Martin Gross, Verdi-Landesbezirksleiter.

Auch beide evanglische Landeskirchen in Baden-Württemberg kritisieren die Öffnungserlaubnis. „Es ist unvorstellbar, dass die Menschen an diesem Tag einkaufen gehen, aber nicht in den Gottesdienst dürfen. Wir haben den Kurs der Landesregierung deutlich unterstützt, um Menschenleben zu schützen. Aber dies halten wir für nicht akzeptabel“, so die Bischöfe Dr. h. c. Frank Otfried July (Württemberg) und Professor Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh (Baden).

Die Landesregierung habe ihre Entscheidung zur Ladenöffnung am Karfreitag ohne die vorgeschriebene vorherige Anhörung der Kirchen getroffen, gaben die Landeskirchen in einer Pressemitteilung an.