Rems-Murr-Kreis

Miete ist in Waiblingen billiger als in Kernen

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Symbolbild. © Pixabay (CC0 Creative Commons)

Das Online-Portal Immoscout24 hat die durchschnittlichen Angebotsmieten einer 70 Quadratmeter großen Wohnung entlang des öffentlichen Nahverkehrsnetzes im Großraum Stuttgart analysiert. Die Ergebnisse zeigen: Im Umland lässt sich günstiger wohnen – aber nicht billig.

Wer in Stuttgart zentral wohnen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Die Angebotspreise im Zentrum liegen oberhalb der 1000-Euro-Grenze. An der Spitze steht die Haltestelle Stafflenbergstraße mit durchschnittlich 1239 Euro in der Neuvermietung. Da findet man im Stuttgarter Umland noch preiswertere Wohnungen trotz des hohen Preisanstiegs, heißt es in einer Pressemitteilung von Immoscout24.

Volksbank: „Keine Entspannung“

Die Einschätzung deckt sich mit dem Wohnmarktbericht, den die Volksbank Stuttgart jährlich veröffentlicht. Die Tendenz bei den Mieten geht im ganzen Rems-Murr-Kreis nach oben. Auch Corona verspricht keine Entspannung. „Ein deutlicherer Preisverfall wäre nur zu erwarten, wenn die Corona-Krise jetzt eine Immobilienblase zum Platzen bringen würde“, heißt es im Bericht. Eine solche Blase liege in Deutschland jedoch nicht vor, argumentieren die Autoren der Studie. Weder sind in den vergangenen Jahren über den Bedarf Wohnungen gebaut worden, noch stehen die Mieter- und Selbstnutzerkosten in einem argen Missverhältnis – beides wären typische Anzeichen für eine Immobilienblase.

Zur Stabilität der Kaufpreise trägt auch bei, dass die Mieten kaum nachgeben. „Es gibt aktuell keinen Hinweis darauf, dass die Mieten einbrechen könnten.“ Daten aus der Finanzkrise 2008/2009 zeigen, dass die Mieten nur in Boom-Phasen mit dem Bruttoinlandprodukt korrelieren. „In Krisen stagnieren die Mieten hingegen und Vermieter nehmen eher in Kauf, die Wohnung leer stehen zu lassen, als die Miete zu senken.“

Attraktiv – und teuer

Stuttgart ist attraktiv – und teuer. Cafés, Kneipen, zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten und Kultureinrichtungen - dem Trubel der Großstadt ist man nah in Stuttgart. Diese Beliebtheit macht sich auch in den Mietpreisen erkenntlich. So liegen die Angebotspreise an der zentralen Haltestelle Rotebühlplatz bei 1173 Euro für eine 70 Quadratmeter große Wohnung.

Beim Vergleich mit den Angebotspreisen aus dem dritten Quartal 2019 wird deutlich, dass Stuttgart zu den bundesweiten Spitzenreitern bei der Mietpreisentwicklung am Immobilienmarkt gehört. Überraschenderweise sind die höchsten Mietsteigerungen nicht in Stuttgart selbst zu verzeichnen, sondern in den umliegenden Gemeinden. Der Trend zum Wohnen im Umland hängt mit dem rasanten Preisanstieg in der Stuttgarter Innenstadt zusammen.

Standorte im Süden und Westen erfreuen sich aufgrund der Nähe zum Flughafen und der neuen Messe sowie der optimalen Anbindung durch die S-Bahn an die Innenstadt einer hohen Nachfrage. So zahlt man am Bahnhof Böblingen mit 840 Euro für eine 70-Quadratmeter-Wohnung im Schnitt 6,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch in Sindelfingen, dem größten Mittelzentrum im wirtschafts- und wachstumsstarken Landkreis Böblingen, lässt sich ein ähnlicher Preisanstieg verzeichnen. Lagen hier die Mieten im letzten Jahr noch bei rund 835 Euro, sind es heute im Schnitt 886 Euro. Das sind 6,1 Prozent mehr.

Im Norden der Stadt findet man mit rund 592 Euro am Bahnhof Burgstall oder 605 Euro am Bahnhof Kirchberg noch vergleichsweise erschwingliche Wohnungen auf Immoscout24. Durchschnittlich sind die Mietpreise im Gebiet des ÖPNV-Netzes von Stuttgart für eine 70-Quadratmeter-Bestandswohnung im Vergleich zum Vorjahr um rund 4,7 Prozent gestiegen.

Miete sinkt mit der Entfernung

Auch für den Rems-Murr-Kreis wurden die Zahlen ermittelt. Erstaunlicherweise ist Waiblingen günstiger als die nächstliegenden Gemeinden entlang der Rems- und der Murr-Bahn. Wurde für Waiblingen ein Wert von 732 Euro für die Vergleichswohnung ermittelt, kostet diese in Neustadt und Hohenacker 752 Euro, in Schwaikheim 753 Euro und in Rommelshausen gar 762 Euro, das ist der Höchstwert im Kreis.

Doch je weiter sie entfernt ist von Stuttgart, desto günstiger wird die Wohnung. In Winnenden kostet sie 712 Euro, in Schorndorf 706 und in Backnang 666 Euro. Immerhin: Das ist nur wenig mehr als die Hälfte des Stuttgarter Innenstadtpreises.