Rems-Murr-Kreis

„Nachhaltigkeitsprämie Wald“: Wie Forstbesitzer Fördermittel vom Bund beantragen können

Wald Bäume symbol symbolbild symbolfoto
Symbolfoto. © Gaby Schneider

Extremwetterereignisse haben den Wäldern im Rems-Murr-Kreis mit Dürre, Sturm und Schädlingen auch in diesem Jahr wieder stark zugesetzt. Die Waldbesitzenden stehen damit das dritte Jahr in Folge vor großen Herausforderungen. Um die Folgen der Krisen zu mildern, hat die Bundesregierung im Rahmen des Corona-Konjunkturpakets „Wald & Holz“ zwei Förderprogramme für den Forst beschlossen.

Mindestens 1,2 Millionen Euro für den Kreis

"Dabei handelt es sich um die flächenbezogene „Nachhaltigkeitsprämie Wald“ mit einem Gesamtvolumen von bundesweit 500 Millionen Euro sowie das „Investitionsprogramm Wald“ mit einer Mittelausstattung in Höhe von insgesamt 50 Millionen Euro", teilte das Landratsamt am Mittwoch (02.12.) mit.

Nach ersten Schätzungen von Forstdezernent Gerd Holzwarth kommen aus dem Topf des Bundes bei den Waldbesitzern im Kreis mindestens 1,2 Millionen Euro an.

Landrat Richard Sigel fügt mit Blick auf die wirtschaftliche Lage der Forstbesitzer hinzu: „Ich hoffe, dass die Waldeigentümer reichlich Gebrauch von den neuen Förderprogrammen machen und die Schäden und finanziellen Einbußen der letzten Jahre dadurch zumindest teilweise ausgeglichen werden können.“

Wie kann die Prämie beantragt werden?

Die „Nachhaltigkeitsprämie Wald“ kann von privaten und kommunalen Waldeigentümern beantragt werden. "Voraussetzung für den Erhalt der Prämie ist eine Zertifizierung der Waldflächen nach PEFC, FSC oder einem vergleichbaren Standard", heißt es aus dem Landratsamt.

Waldbesitzer des Rems-Mur-Kreises sind häufig Mitglieder in Forstbetriebsgemeinschaften (FBGen). Durch die Sammelzertifizierung der FBG sind somit alle Mitglieder antragsberechtigt. Die Förderleistung beträgt zwischen 100 und 120 Euro pro Hektar und kann von Waldbesitzenden beantragt werden, die mindestens einen Hektar Waldfläche besitzen.

Eigentumsnachweis für Waldfläche ist nötig

Hinweise zu den Anträgen, die noch bis zum 30.10.2021 gestellt werden können, finden sich im Internet unter www.bundeswaldpraemie.de. Im Antragsverfahren ist ein Eigentumsnachweis für die Waldfläche in Form des letzten Beitragsbescheids der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft vorgesehen.

Beim „Investitionsprogramm Wald“ handelt es sich um Zuschüsse, die die Landwirtschaftliche Rentenbank zu Investitionen in Digitalisierung und Technik für eine nachhaltige Waldwirtschaft anbietet.

Die Zuschüsse können bis zum 31.10.2021 beantragt werden. Informationen und Antragsunterlagen gibt es im Internet unter https://www.rentenbank.de/foerderangebote/bundesprogramme/waldwirtschaft oder über die Service-Rufnummer 069 2107-800.