Rems-Murr-Kreis

Neue Corona-Strategie des Landes: Auch im Rems-Murr-Kreis wird mehr getestet

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Symbolbild. © ZVW/Benjamin Büttner

Im Moment sind die Fallzahlen gering, die Verordnungen werden immer mehr gelockert. Damit das auch so bleibt und der erneute Lockdown in Baden-Württemberg ausbleibt, hat das Gesundheitsministerium am Dienstag (30.06.) eine Erweiterung ihrer Teststrategie vorgestellt. Geplant sind zielgerichtete Untersuchungen in bestimmten Bevölkerungsgruppen, so etwa ein Monitoring von Patienten bei Krankenhausaufnahme. 

Wie sieht die Strategie konkret aus?

Ab sofort sollen nicht nur die Personen, die Symptome aufweisen, getestet werden, sondern auch die Kontaktpersonen aus dem Umfeld von bestätigten Corona-Infizierten - selbst wenn diese symptomlos sind. Neu ist auch, dass sich Personen, die über die Corona-Warn-Appp identifiziert wurden, auf das Virus testen lassen können. Werden Personen in einer stationären Pflegeeinrichtung oder im Krankenhaus aufgenommen, sollen diese ebenfalls getestet werden. Damit werden die bisherigen Testkapazitäten von mehr als 120.000 Testungen pro Woche nochmal sprunghaft ansteigen. Das Konzept soll nach den Sommerferien greifen - sofern die Epidemie stabil bleibt.

Was heißt das für den Rems-Murr-Kreis?

Der Kreis muss seine Testkapazitäten erhöhen - und scheint dafür bereits bestens vorbereitet. Auf die zusätzlichen Testungen habe man sich "bereits gemeinsam mit den Kliniken und den niedergelassenen Ärzten eingestellt“, so Landrat Dr. Richard Sigel. Um den oben genannten Personengruppen die Tests auch tatsächlich zu ermöglichen, hat das Landratsamt ein Konzept erstellt, das ab dem 1. Juli gilt.

Im Wesentlichen heißt das:

  • Entwickeln Bürgerinnen und Bürger aus dem Kreis Symptome oder kommen sie aus einem Risikogebiet zurück, sollen sich diese an ihren Hausarzt wenden. Der Abstrich erfolgt entweder beim Hausarzt, bei einer der Schwerpunktpraxen im Kreis oder in der Fieberambulanz des Rems-Murr-Klinikums Schorndorf.
  • Es wurde ein Infektomobil eingerichtet, das bei regionalen Hotspots vor Ort schnell und flexibel Testungen vornehmen kann.
  • Für die Rems-Murr-Kliniken gilt: Drei bis fünf Tage vor einem geplanten Eingriff werden Patienten in den Kliniken getestet und erhalten die Empfehlung der anschließenden Selbstquarantäne. Notfallpatienten werden bei Verdacht ebenfalls in der Klinik getestet.

Kritikpunkt: Schulen und Kitas tauchen in der Strategie nicht auf

Im Strategiepapier des Gesundheitsministeriums sind allerdings keine zusätzlichen Tests in Schulen und Kitas vorgesehen. Das stößt auf Unverständnis, vor allem bei ver.di Landesbezirksleiter Martin Gross: "Der Applaus für unser pädagogisches Fachpersonal, das in der Krise in Kitas und Schulen durchgängig im Einsatz war, soll wohl als Anerkennung reichen. Ab heute sind sie wieder Kostenfaktor. Und mit ihren Ängsten vor Infizierungen allein."

Weniger dramatisch sieht es Landrat Dr. Sigel. Ihn verwundere es, "dass Schulen und Kitas in der neuen Teststrategie noch nicht auftauchen." Er gehe davon aus, dass man hier nochmal nachsteuern muss. Überlegungen hierzu hätten die Landkreise der Region Stuttgart bereits Anfang Mai formuliert, so der Rems-Murr-Landrat.

Wie sollten sich Reiserückkehrer verhalten?

Wer aus einem anderen Staat nach Baden-Württemberg einreist, muss nicht mehr grundsätzlich in Quarantäne. Wer allerdings in einem Risikogebiet (s. Liste des Robert-Koch-Instituts) war, muss sich bei der Rückkehr beim Rathaus der Wohngemeinde melden und 14 Tage in Quarantäne bleiben. Sollten Symptome vorliegen, sollte der Hausarzt telefonisch kontaktiert werden.